30. September 2007

Hostpoint sperrt FC Aarau-Forum!

Heute abend hat der Provider Hostpoint das FCA Forum gesperrt, da "viele PHP-Prozesse wiederholt den Server überlastet haben". Eigentlich unverständlich, da das Forum die unveränderte Standard-Software PHPBB 2.22 verwendet. Von verschiedenen Seiten hört man allerdings oft von ähnlichen Problemen mit Hostpoint.

Leider konnte der Forum Admin Steff die verantwortliche Person bei Hostpoint noch nicht erreichen. Er hoffe jedoch, dass er das Forum möglichst schnell wieder online bringe, zur Not auch mit einem anderen Provider, lässt er auf Anfrage ausrichten.

Wäre wichtig! Wer das FCA-Forum kennt, der weiss, dass über dieses Forum Tag für Tag sehr viel kommuniziert wird. Und gerade im Vorfeld der Stadionabstimmung vom 21. Oktober sind solche Diskussionen wichtig.

Annakin-Tourstart im Kiff Aarau

Gestern Abend hat die Sängerin Annakin im Aarauer Kiff erstmals ihre neuen Songs live on Stage präsentiert. Gut 250 Gäste waren begeistert von der Vorstellung, als Überraschungsgast stand übrigens während dem ganzen Abend Adrian Weyermann als Gitarrist auf der Bühne. Die weiteren Tourdaten von Annakin gibt es hier.

Free Burma: Wochenend Update

Die Lage in Burma bleibt undurchsichtig. Ich für meinen Teil halte mich über 2 Exil-Burmesen auf dem laufenden, allerdings haben auch sie nur noch spärliche Informationen. Die beste Infoquelle über die Medien ist Al Jazeera, über Satellit empfange ich sowohl die arabische, als auch die englische Version.

Die Lage wird aktuell als ruhig beschrieben. Es muss allerdings davon ausgegangen werden, dass bereits gegen 200 Menschen ums Leben gekommen sind. Ebenfalls wurde berichtet, dass die Armee mehrere Klöster gestürmt und Gefangene gemacht hat.

Inzwischen laufen immer mehr Aktionen - vorallem übers Internet - um die Bevölkerung in Burma im Geiste zu unterstützen. Zahlreiche Blogger posten immer wieder Beiträge zum Thema, inzwischen haben (u.a. CNN) über diese Aktivitäten berichtet, auch bei MySpace oder bei Flickr gibt es Aktionen. Ich halte mich auch gerne an Lupe, er koordiniert alles ein bisschen und ist mir ehrlichem Herzblut dabei. Gute Infos gibts auch bei Amnesty International.

Derzeit aktuell: Färbe Deinen Blog rot! Darum werden sich auch hier bei mir in den nächsten Tagen die Farben Rot und Schwarz immer mal wieder abwechseln.

Hier eine aktuellere Liste von aktiven Bloggern welche die Aktion "Free Burma!" unterstützen, mach mit. Be a part of it! NOW! Wie die folgende, zufällig ausgesuchte Auswahl zeigt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich zu beteiligen:

29. September 2007

Geld sparen in 10 Sekunden

Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.
(Mehr Informationen)


Vor einigen Wochen gab es hier ja bereits einmal Diskussionen darum, wie man bei der Krankenkasse Geld sparen kann. Im Internet gibt es ja viele Portale, die einem dabei helfen, mögliches Sparpotential zu entdecken. Die meisten dieser Portale geben sich gegen aussen neutral und vermitteln einem dann rein zufällig zu einer bestimmten Krankenkasse. Das Portal "10 Sekunden" spielt da mit offenen Karten und zeigt gleich auf der Einstiegsseite an, dass es zur CSS gehört.

Lustigerweise bin ich selber Kunde dieser Krankenkasse und darum war ich natürlich besonders gespannt, wie sich die Seite präsentiert. Gleich nach dem Eingeben der URL lacht mir eine junge Frau entgegen die mir sagt "In 10 Sekunden habe ich 854 Franken gespart!". Hey, das will ich auch. Auf der linken Seite gehts dann los. Als erstes gebe ich meine aktuelle Versicherung ein, gefolgt meinem Jahrgang, der Postleitzahl und der Frage ob ich ein Männchen oder ein Weibchen bin.

Nach nicht einmal 10 Sekunden erfahre ich, dass ich pro Jahr 163 Franken und 20 Rappen sparen könnte. Hmmm, ich kann die Rechnung die mir im unteren Teil der Seite angezeigt wird zwar nicht so ganz nachvollziehen, interessiere mich aber trotzdem, warum ich als CSS-Kunde trotzdem noch Geld sparen könnte. Also mach ich weiter. Das Stichwort heisst Gesundheitspraxisversicherung ohne Unfalldeckung. Ich müsste also meine aktuelle Deckung runterschrauben, dann könnte ich sparen. Ab nun könnte ich auf der Seite alle nötigen Anpassungen machen. Es gibt viele Informationen, zahlreiche Buttons und Listen. Alles in allem wirkt es sehr informativ.

Praktisch finde ich die Anzeige links unten in der Ecke. Da teilt mir die Seite in grossen Zahlen mit, dass ich heute noch 59 Tage Zeit hätte um meine Krankenversicherung zu wechseln oder bei meiner aktuellen Kasse einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Und damit eben Geld zu sparen.

Ach ja, ich habe dann schliesslich übers Netz gleich eine neue Offerte (im PDF-Forma) bestellt. Einerseits nimmt es mich natürlich tatsächlich Wunder, wie ich genau Geld sparen könnte. Und - kein unwichtiger Grund - mit dem Bestellen der (absolut unverbindlichen Offerte) nehme ich automatisch an der Verlosung eines iPhones teil. Falls ich das Handy gewinnen sollte, werde ich zu gegebener Zeit natürlich hier im Blog darüber informieren.

Ein gut gemeinter Ratschlag


Gesehen im No 6 Butcher Street Pub in Aarau. Treffenderweise direkt beim Ausgang!

28. September 2007

Blog fragt, Politiker antwortet Teil I

In loser Folge stellen sich in dieser Serie Kandidatinnen und Kandidaten der Nationalratswahlen vom 21. Oktober meinen Fragen. Die Fragebögen habe ich per Email an Politikerinnen und Politiker verschickt, welche aus meinem Wahlkreis (AG/5000) stammen. Ob die Parteivertreter meine Fragen beantworten wollten, lag natürlich in ihrem Ermessen. Ihre Antworten wurden ungekürzt abgedruckt. Danke all denen, die sich die Zeit genommen haben!

Heute: Michael Hunziker, FDP, Rombach/Aarau

Soll sich der Bund stärker für die Integration von Ausländerinnen und Ausländern engagieren, wenn ja wie?

In einem Integrationsgesetz sollen nationale Standarts festgeschrieben und Ausländer unter anderem verpflichtet werden, unsere Sprache zu lernen.

Legalize it. Soll Cannabis legalisiert werden?

Beibehaltung des status quo (u.a. keine aktive Strafverfolgung bei blossem Konsum).

Die Stadt Aarau möchte im Torfeld Süd ein neues Fussballstadion bauen, Ihre Einstellung dazu?

Der FC Aarau und die Region Aarau brauchen unbedingt ein neues Stadion. Hopp Aarau!

Befürworten Sie ein striktes Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und Restaurants?

Für ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen, gegen ein Rauchverbot in Restaurants.

Eine Volksinitiative will den Bau von Minaretten verbieten. Ihre Meinung zu diesem Thema?

Die Initiative bringt nichts. Die bestehenden (Bau-)Gesetze bieten bereits genügend Schutz.

Rentenalter 67 für Frauen und Männer?

Für ein flexibles Rentenalter.

Thema Jugendgewalt: Wie soll der Staat der angespannten Lage wieder Herr werden?

Die Eltern sind stärker in die Verantwortung zu nehmen; rückfällige Jugendliche sind härter zu bestrafen.

Der Bundesrat möchte neue AKWs bewilligen, der Aargau steht als Standort zur Diskussion. Für Sie tragbar?

Keine neuen AKWs, aber Ersatz der alten durch neue, sofern der Elektrizitätsbedarf durch Energieeffizienzmassnahmen und die zu fördernden neuen, erneuerbaren Energien nicht gedeckt werden kann.

Sollen Armeeangehörige in Zukunft ihre Waffe im Zeughaus oder zu Hause aufbewahren?

Bei schiesspflichtigen Armeeangehörigen Aufbewahrung der Waffe zu Hause, womit die Frage der Aufbewahrung der Taschenmunition noch nicht beanwortet ist.

Gehört die Schweiz in die EU? Wenn ja, warum und wenn nein, warum nicht?

Kein EU-Beitritt, sondern Weiterbeschreitung des bilateralen Wegs. Unser System der direkten Demokratie (inkl. Initiativ- und Referendumsrecht) ist mit einem EU-Beitritt nicht vereinbar.

Free Burma: Die Farbe heute Freitag ist ROT!

Ich will niemanden meiner treuen Leserschaft vergraulen, aber es gibt Sachen die liegen mir echt am Herzen. Und die Burma Geschichte ist eine solche "Sache". Vielleicht kommt es - ganz banal - davon, dass ich während meiner Zeit in Frankreich einen Typen aus Burma kennengelernt und durch ihn viel erfahren habe. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich Ungerechtigkeit einfach nicht ausstehen kann. Und wenn eine grosse, schwer bewaffnete Armee auf friedliche Mönche, Nonnen, Studenten und Frauen schiesst, dann ist das ungerecht!

Wenn ihr also heute Morgen aus dem Haus geht schnappt euch ein rotes T-Shirt, einen roten Schal, rote Socken, eine rote Mütze. What else...
Free Burma right now!

Hier der offizielle Aufruf der Opposition in Burma an die Welt:

"On 28th September 2007, the Burmese democracy activists are asking the international community to wear RED in solidarity with those currently engulfed in the fight of their lives in Burma against the most despicable regime.This simple act of solidarity will further inflame the hopes and strength of those who have struggled and resisted peaceably for 20 years now.

We are at crossroads now. It’s now or never."

In mehreren grossen europäischen Städten finden zudem Kundgebungen statt. Wer Lust hat, der/die soll mir ein Foto mailen von heute Freitag. Rote Shirts, Schals, Mützen, Schuhe... egal. Ich stehe in direktem Kontakt mit 2 Burmesen, welchen ich dann das Material zukommen lasse. Zudem bin ich gerne bereit, eure Fotos hier zu veröffentlichen!

27. September 2007

Free Burma Right Now!

Die meisten von uns müssen wenn es um Burma geht vermutlich erst einmal einen Atlas zur Hand nehmen. Kein Wunder, denn der Staat in Südostasien ist nicht unbedingt die Ferienregion Nummer 1 und auch wirtschaftlich hat das Land (ausser Bodenschätzen) nicht viel zu bieten. Trotzdem ist es gerade jetzt wichtig, dass der Westen seine Augen auf Burma richtet.

Was derzeit in diesem Land abgeht ist schlicht eine Schweinerei. Das Militärregime welches in Burma seit 45 Jahren an der Macht ist, will zum wiederholten Mal seine Stärke demonstrieren. So werden in diesen Tage die friedlichen, stillen Prosteste von buddhistischen Mönchen und Nonnen blutig niedergeschlagen. Seit gestern gilt im Land sogar ein Versammlungsverbot und die Welt schaut zu. Beim letzten Volksaufstand 1988 hat die Armee nach Schätzungen über 3000 Menschen erschossen.

Verlässliche Informationen über Opfer gibt es so gut wie gar nicht, da die Militärjunta ausländischen Journalisten die Einreise verweigert. Eine der wenigen Möglichkeiten an Informationen zu kommen sind unabhängige Blogs. Jedoch wird es auch für die Blogger von Tag zu Tag schwieriger News nach aussen zu senden. Ihnen wird mit 15 Jahren Haft, Folter und sogar mit dem Tod gedroht für den Fall, dass sie Informationen zur Revolte ins Netz stellen. Ebenso wurden Handys von Oppositionellen beschlagnahmt.

Mich machen solche Entwicklungen wütend, darum bin ich der Meinung, dass man als freier europäischer Wohlstandsblogger nicht einfach nur zuschauen kann. Lupe, Startupblogger und Robert Basic haben sich in ihren Blogs bereits ähnlich geäussert und darum möchte ich mich der (bislang noch kleinen) Bewegung anschliessen. Es gilt in unseren Blogs darauf aufmerksam zu machen, dass in Burma derzeit Menschenrechte verletzt werden!

Die folgenden, teils englischsprachigen, Blogs aus Burma berichten so gut wie möglich vom Geschehen: besucht sie, verlinkt sie, kommentiert sie. So dass Big Brother in Form der Militärregierung merkt, dass die Blogger unter Beobachtung des Westens stehen:


Ich weiss, dass dieses Engangement wohl nur ein Tropfen auf den heissen Stein ist. Wer den Film "Beyond Rangoon" gesehen oder die Lebensgeschichte der Freiheitskämpferin und Friedensnobelpreisträgerin Daw Aung San Suu Kyi mitverfolgt hat, der weiss, dass in Burma seit der Machtübernahme durch die Militärs so einiges nicht stimmt.

Der burmesische Blogger Ko Htike schreibt:

"Militärfahrzeuge sind zu den Demonstranten vorgedrungen, die Soldaten haben wahllos auf die Menschen geschossen. Ich bin bereit, den Protest der Mönche zu unterstützen. Dieser Protest ist die Chance, unser Land zu verändern."

Unterstützen wir ihn mit unseren bescheidenen Mitteln dabei!

MAG-isch!

Nachdem die Stadt Aarau letzten Freitag ihren Bachfischet gefeiert hat, steht ab heute bis und mit Sonntag bereits wieder ein Anlass in der Agenda der Aargauer Kantonshauptstadt. Es ist MAG. Der Ausdruck MAG steht für die Abkürzung "Markt Aarauer Gewerbetreibender", entsprechend hiesse es eigentlich korrekt "der MAG". Im Volksmund hat sich aber über all die Jahre der Ausdruck "d'MAG" (für die MAG) durchgesetzt.

Nun, was wird den Besucherinnen und Besuchern in den kommenden Tagen in Aarau eigentlich geboten? Nüchtern gesehen ist es lediglich eine Art Herbstmesse. Es gibt zahlreiche Verkaufsstände, welche im grossen und ganzen die gleichen Artikel anbieten, welche es nicht auch an all den anderen Herbstmärkten in der Schweiz gäbe. Aber trotzdem steht der MAG für die Aarauerinnen und Aarauer seit 1937 für vier ganz besonders schöne Tage im Jahr!

Da wäre zum einen das Beizendörfli. Auf dem Färberplatz und beim Fischlibrunnen gibt es Speis und Trank. Traditionellerweise trifft man sich dort heute Donnerstag und morgen Freitag über den Mittag mit Freunden und Familie zum gemeinsamen Essen. Die Mittagspause gestaltet sich häufig zu einem Sehen und Gesehen werden. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass die Pause bis zum Abend ausgedehnt wurde... dass die Nacht während den Markttagen häufig zum Tag gemacht wird, versteht sich von selber. Wenn Herr und Frau Aarauer mal feiern, dann richtig.

Für mich beginnt mit der MAG jeweils der Herbst. Als Kind hab ich mich jeweils auf den Kochstand der Städtischen Werke gefreut, da durfte ich selber Würste und Omletts braten. Später dann hab ich von meinen Eltern während der MAG-Zeit mein erstes KISS-Poster geschenkt gekriegt und bei der jährlich wechselnden Gastregion (ein Schweizer Ferienort stellt sich dabei dem Publikum vor, in diesem Jahr das Toggenburg) schon mal nen Wettbewerb gewonnen. Als Teenie stand schliesslich der Rummelplatz im Mittelpunkt.

Inzwischen heisst MAG die ersten heissen Marronis der Saison essen, ein wärmendes "Kafi Harmonie" geniessen, die frisch gerösteten Erdnüsse naschen, ein paar Franken in die Tombola investieren, das Antiquariat nach alten Büchern durchstöbern und nicht zuletzt - ähnlich dem Maienzug oder dem Bachfischet - ein paar alte Freunde treffen, welche nicht selten extra für die Aarauer Markttage zurück in ihre Heimatstadt kommen. MAG-isch!

26. September 2007

Ankündigung: PolitikerInnen-Umfrage

Ab Freitag gibt es hier im Blog in loser Folge eine Serie von Umfragen unter Kandidatinnen und Kandidaten der Nationalratswahlen vom 21. Oktober. Ich habe an verschiedene PolitikerInnen per Email Fragebögen verschickt mit der Bitte, mir doch 10 Fragen zu beantworten welche mich persönlich beschäftigen.

Die Teilnahme ist natürlich freiwillig, umso mehr freut es mich, dass ich bereits nach 24 Stunden die erste drei Fragebögen retour erhalten habe. Die Auswahl der Kandidaten war auf meinen Wahkreis (Aarau/Aargau) beschränkt. Was die Parteien angeht, habe ich versucht ein breites Spektrum abzudecken. Und nun bin ich gespannt, wieviele Antworten ich noch erhalte.

Die Umfrageergebnisse werden hier also demnächst veröffentlicht. Vielleicht bieten diese ja eine kleine Wahlhilfe für Unentschlossene, falls nicht sollen die Antworten und Mini-Portraits der Kandidatinnen und Kandidaten aber zumindest ein Antrieb sein, zur Wahl zu gehen!

Das Hakenkreuz als billiger Modegag?

Wie weit darf Mode gehen? In der Kunst ist so einiges erlaubt und das ist auch richtig so. In diesen Tagen stellt sich nun die Frage, was sich eben die Mode erlauben darf. Grund dafür bietet das spanische Modehaus "Zara", das weltweit vertreten ist und über 3000 Geschäfte unterhält. Das Modelabel muss nämlich eine Handtasche vom Markt nehmen, auf der neben bunten Blümchen ein grünes Hakenkreuz zu sehen ist (siehe Foto links).

Eine Kundin aus England war not amused, als sie nach ihrem Kauf das Symbol entdeckte, welches seit dem zweiten Weltkrieg in der westlichen Welt dem Nationalsozialismus zugeordnet wird. Die Frau hat darauf hin ihre Tasche wieder in den Laden in Spanien zurückgebracht und entsprechend den Stein ins Rollen gebracht. Das Modehaus Zara hat inzwischen mit einer ersten Stellungsnahme reagiert, es sei niemandem aufgefallen, dass sich das Hakenkreuz auf der Tasche befand. Man entschuldige sich jedoch und nehme die Tasche umgehend wieder aus dem Sortiment.

Der Hintergrund der ganzen Geschichte dürfte jedoch etwas subtiler gewesen sein. Die Tasche wurde nämlich in Indien produziert und im fernen Indien - und nicht nur da - hat das Hakenkreuz eine völlig andere Bedeutung als bei uns. In Sanskrit bedeutet das Zeichen Swastika, was auf Deutsch übersetzt etwa soviel wie "Glücksbringer" bedeutet. In Asien sieht man das Zeichen entsprechend immer mal wieder auf Tempeln, in der Werbung, an Wände gemalt oder sogar auf Buddhastatuen. So gesehen ist es klar, dass der Fauxpas bei der Produktion in Indien niemandem aufgefallen ist.

Die Frage die ich mir jetzt stelle ist, ob man nicht versuchen sollte das über 14'000 Jahre alte Symbol zu entmystifizieren... welch ein Wort. Bei der Figur Adolf Hitler hat das in den letzten Jahren ja nicht mal schlecht geklappt. Filme wie "Mein Führer" von Helge Schneider oder Comics wie "Der Bonker/Adolf" von Walter Moers haben ihren Teil dazu beigetragen, dass man Hilter richtigerweise nicht mehr so ernst nimmt und entsprechend auch über ihn lacht. Nun haben die Herrscher des Dritten Reichs das Swastika-Symbol ja gerade mal 12 Jahre lang "in Besitz" genommen. Zuvor war es zum Beispiel bei den Finnen oder den Letten als Glücksbringer auf den Fliegern angebracht, es ist in Kirchenfenstern zu sehen, ja sogar Coca-Cola benutzte das spätere Hakenkreuz 1925 für eine Werbekampagne. Haben 12 Jahre gereicht um ein uraltes Symbol so negativ zu besetzen?

In Asien soll übrigens der Mehrheit der Bevölkerung - mangels Schulbildung - die westliche Bedeutung des Symbols nicht einmal bekannt sein. Sollte es darum also nicht möglich sein, das Kreuz auch in unseren Breitengraden wieder der wahren Bedeutung zu zuführen? Ich weiss, ein heikles Thema. Inbesondere wenn man bedenkt, dass das oben erwähnte Modelabel Zara in den letzten 2 Jahren zweimal ein Produkt zurückziehen musste. Einmal weil auf einem Etikett eine Moschee abgebildet war und ein anders Mal weil ein Kleidungsstück nach Israel ausgeliefert wurde, welches aus einem (nicht koscheren) Gemisch aus Baumwolle und Leinen bestand. In beiden Fällen reagierten verärgerte orthodoxe Juden und das Modehaus musste sich öffentlich entschuldigen.

Der Weg zur Normalität scheint ein langer zu sein... das Stichwort dürfte wohl Toleranz heissen. Da diese in Zeiten von Glaubenskriegen, Karrikaturenstreit, Zensuren und Engstirnigkeit gerade etwas zu kurz kommt, dürfte unser verständlicherweise etwas gestörtes Verhältnis zu Symbolen und Werten - nicht nur im Bezug auf das Hakenkreuz versteht sich - noch eine ganze Weile anhalten.

Rechtlicher Hinweis zu den Abbildungen: §86/III (§86a) StGB: »...gilt nicht, wenn das Propagandamittel oder die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.«

Fotos: cadenaser.com/flickr

25. September 2007

Aarauer Amigo verstorben!

Diese Geschichte zum Thema Gewalt war vor einigen Wochen hier im Blog zu lesen. Die sda hat nun die folgende Meldung veröffentlicht:

"Der 19-jährige Schweizer, der am 22. Juli in Aarau Opfer einer Schlägerei wurde, ist tot. Er verstarb in der Nacht auf Dienstag im Kantonsspital Aarau. Wie die Kantonspolizei Aargau mitteilte, hat das Bezirksamt Aarau eine Obduktion angeordnet.

Die drei mutmasslichen Täter waren Ende August nach umfangreichen Ermittlungen festgenommen worden. Sie befanden sich mehrere Tage in Untersuchungshaft und haben die Tat gestanden, wie es in der Mitteilung der Polizei heisst.

Bei den Tätern handelt es sich um einen 20-jährigen Schweizer und zwei Italiener im Alter von 19 und 20 Jahren. Zwei wohnen im Kanton Solothurn, einer im Kanton Bern.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sie sich zusammen mit dem späteren Opfer in der Disco aufgehalten. Bereits dort war es zu gegenseitigen Provokationen gekommen. Später entbrannte vor dem Lokal eine Schlägerei.

Dabei versetzten die drei Männer dem 19-Jährigen Faustschläge und Fusstritte. Das Opfer fiel zu Boden und blieb regungslos liegen. Im Kantonsspital fiel das Opfer ins Koma. Ob dieser Zustand allein auf die Wucht der Schläge zurückzuführen war oder ob noch andere medizinischen Hintergründe eine Rolle spielten, ist unklar."


R.I.P. Nicky!

Oliviero Toscani weckt uns wieder auf!

Ich habe gestern Abend mal wieder mein Flickr-Konto auf den neusten Stand gebracht. Da ich über Flickr praktisch Kontakt zu ein paar Freunden aus Marseille halte und so auch immer wieder mit neuen Fotos ausgerüstet werde, lohnt der der minimale Web2.0-Aufwand. Aber zum Thema, bei Flickr ist mir das folgende Foto ins Auge gestochen:

Die Geschichte dazu kam mir dann irgendwie bekannt vor. Der italienische Fotograf Oliviero Toscani hat eine eine Schock-Kampagne zur Bekämpfung von Magersucht (Fachbegriff Anorexie) lanciert. Die Kampagne "No Anoressia" zeigt eine rothaarige Frau mit Namen Isabelle die seit 15 Jahren an Magersucht leidet und derzeit nur noch 31 Kilo wiegt.

Magersucht sei ein Tabuthema für die (Mode-) Welt, wie es früher mit Aids war, sagt der Fotograf zu seinen Fotos. Er glaube, dass die Mode stark zur Verbreitung der Krankheit beigetragen habe.

Toscani (Foto rechts) ist was solche Schockfotos angeht kein Unbekannter, da er lange für Benetton fotografiert hat. Er sorgt mit seinen Werbekampagnen immer wieder für Diskussionen. So war unter anderem verantwortlich für Plakate, die einen neugeborenen Säugling, die blutgetränkte Kleidung eines getöteten jugoslawischen Soldaten oder einen Aids-Kranken zeigten.

Klar dass auch dieses Kampagne wieder für Aufsehen sorgen wird und ebenfalls klar, dass die Meinungen wieder auseinander gehen werden. Grundsätzlich bin ich dafür, dass man auch mit heiklen Themen offen umgehen sollte. Die Benetton-Kampagnen fand ich allerdings nicht so gut, weil sie schlussendlich für ein Modelabel beworben haben. Als Aufklärungskampagne fände ich die Fotos darum äusserst passend. Denn das Thema Magersucht wird (wie andere heikle Themen unserer Zeit) nur zu gerne unter den Teppich des Schweigens gekehrt!

Fotos: flickr

24. September 2007

Frauenfussball macht Spass!

In China läuft derzeit die Fussball-WM der Frauen. Diese Woche finden bereits die Halbfinalspiele statt. Die Vorrunde ging - zumindest in der Schweiz - ohne grösseres Interesse der Medien über die Bühne. Kein Wunder, in der Schweiz geniesst der Frauenfussball noch immer ein Schattendasein. Es gibt nur wenige gute Ausbildungsclubs für junge Frauen, die Nationalmannschaft trägt ihre Spiele regelmässig vor einer Handvoll Zuschauer aus, das Medienecho ist im allgemeinen gering.

Bis vor einigen Jahren ist mir der Frauenfussball auch nicht wirklich aufgefallen. Dank den Deutschen habe ich aber inzwischen durchaus Geschmack an dieser Sportart gefunden. Es ist vorbildlich wie die deutschen Medien über die Spiele der Frauen Nationalmannschaft berichten, oder vor dem Pokalfinale der Männer auch das Finale der Frauen übertragen. Ebenso werden regelmässig Sportlerinnen geehrt oder tolle Tore im TV gezeigt. Diesbezüglich kann sich die Schweiz noch eine Scheibe abschneiden.

Die Tochter meiner Nachbarin hat bis letzten Frühling auch Fussball gespielt. So kam es, dass ich ein paar Spiele der Juniorinnen gesehen habe. Mit der Erkenntnis, dass der Frauenfussball in der Schweiz tatsächlich noch in den Kinderschuhen steckt. Die Trainerin war während den Spielen vielmehr mit ihrem Handy beschäftigt als mit taktischen Anweisungen, die Mädels hatten in ihrem Alter keine eigene Liga und mussten gegen Jungs antreten. Was dann jeweils zu Resultaten von 30 zu 0 geführt hat. Auch nicht gerade förderlich für die Motivation. Kurz, die Zustände waren echt übel, so hat das Team letzten Frühling fast 50 Prozent der Spielerinnen verloren.

Anders in Deutschland, den USA, Brasilien, Korea oder England. Da werden junge Talente früh gefördert. Die grossen Clubs haben spezielle Abteilungen für Mädchen, in jungen Jahren werden sie bereits in Auswahlmannschaften zusammengezogen. Die Ergebnisse dieser Arbeit sieht man jetzt bei der WM in China. Deutschland, USA, Brasilien und Norwegen stehen im Halbfinale. Das Spielniveau ist extrem hoch. Neben fairem Kampf gibt es viele schöne Spielzüge. Und irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass der Frauenfussball noch diese Ehrlichkeit an den Tag legt, die ich bei den Männern schon lange vermisse. Es dreht sich noch um den Sport als solchen und weniger um die Kohle. Spielfreude pur! Darum ist es total schade, dass die WM in China stattfindet und die Spiele zu unmöglichen Zeite live im TV übertragen werden, gerne hätte ich mir die Finalpartien live aungeschaut und dabei den Deutschen Frauen die Daumen gedrückt

Fotos: afp/dpa

23. September 2007

Nicht ganz in Stein gemeisselt



.... aber immerhin ins Gras getrampelt. Ggesehen habe ich es auf der Autobahn A2. Meine Beifahrerin meinte, diese Kühe wären aber auch gut dressiert gewesen ;-) Naja, immerhin origineller als die Wahlwerbung, die man sich bisher von der SVP gewohnt war.

22. September 2007

Gratis zur "Tell"-Film-Premiere!

Es gibt tatsächliche Tage da lohnt es sich den SuperCaliFragiliSticExpialiDocius-Blog zu lesen, heute ist einer dieser Tage, denn ich verteile eine exklusive Einladung. Es gibt auch in der heutigen Zeit noch Sachen die nichts kosten und trotzdem Spass machen.

Wer Lust auf Kino hat der kommt morgen Sonntag nach Aarau. Da wird im "Ideal" an der Kasinostrasse der neue Tell-Film gezeigt. Mit von der Partie werden Hauptdarsteller Mike Müller und Regisseur Mike Eschmann sein. Der Haken an der Sache? Naja, es ist Sonntag und die Vorstellung geht bereits um 11 Uhr am Morgen los. Wer sich aber aufraffen mag, der wird dafür mit einer bitterbösen Komödie zum Thema Schweizer Geschichte unterhalten.

Der Film kommt dann am nächsten Donnerstag auch in die restlichen Schweizer Kinos. Die Vor-Vorpremiere war übrigens gestern Abend in Zürich. Da soll der Aargauer SVP-Nationalrat Ueli Giezendanner den Film noch während der Vorstellung verlassen haben, da er es nicht lustig fand wie der Schweizer Nationalheld dargestellt wird. Ich schliesse daraus, dass der Streifen vielleicht noch lustig sein könnte...

Also wer mal gern gratis ins Kino möchte und Lust auf Comedy mit Axel Schulz, Christian Tramitz und Co. hat, der stellt sich morgen Sonntag den Wecker. Filmstart ist um 11 Uhr im Kino Ideal in Aarau, es hat da auch eine Kaffeemaschine und die Platzzahl ist natürlich beschränkt!

Foto: outnow.ch

21. September 2007

Pop Nachwuchs kommt aus dem Internet

Ich habe gestern auf der Homepage einer Plattenfirma den folgenden Satz entdeckt und hab ihn mir anschliessend Kopf nickend aufgeschrieben:

"Just the most talented singer, songwriter and musician performing on the Internet today!"

Das Internet hat sich tatsächlich in den vergangenen Jahren und Monaten zu einer Bühne für den musikalischen Nachwuchs entwickelt. Immer häufiger hört man Geschichten von Künstlern, die ihre Musik über MySpace oder YouTube (oder auch YouPorn) einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und anschliessend einen Plattenvertrag erhalten haben.

Da wäre zum Beispiel die junge Rapperin Farah Kenza aus dem französischen Marseille. Sie betreibt seit einiger Zeit einen Blog, darauf hat sie immer mal wieder einen eigenen Song veröffentlicht. Lange interessierte sich niemand dafür, bis sie den Titel "Cri de Bosnie" der Gruppe Silence des Mosqueés coverte und ebenfalls ins Netz stellte. In dem Song geht es um ein Massaker an Moslems in Bosnien und damit traf sie den Nerv zahlreicher Muslime in Frankreich. Dem Song im Blog folgte ein selbstgemachtes Video bei YouTube, ein Auftritt beim französischen Fernsehen und inzwischen hat Farah Kenza ihr erstes Album bei einem grossen Label veröffentlicht und mit "Je me bats" nicht nur auf meinem iPod sondern auch in den Topplätzen der Charts gelandet.

Den Blog betreibt sie übrigens immer noch. Bis heute besuchen ihn täglich mehrere hunderttausend Fans und hinterlassen pro Beitrag jeweils weit über 1000 Kommentare. Ihr Blog zählt somit bis heute zu den erfolgreichsten in ganzen französischen Sprachraum.

Ein weiteres Beispiel kommt ursprünglich aus Asien und heisst Tila Tequila (Foto oben rechts). Selber nennt sie sich "the baddest Bitch on the Block", die Medien haben ihr den Titel "Madonna of MySpace" (Time Magazine) gegeben. Tila hat im Netz nämlich erst einmal mit sexy Tanzeinlagen für Aufsehen gesorgt. Sehenswert ihre Performance zu "Like a Virgin". Und auch hier hat es dann nicht mehr lange gedauert bis erste TV-Aufritte und schliesslich ein Plattenvertrag kamen. Tila Tequila wird derzeit tatsächlich als Bitch vermarktet, in ihrem ersten Video hüpft sie in Unterwäsche, bewaffnet mit einer Peitsche durch die Gegend. Das Konzept scheint aber - vorallem in Asien - aufzugehen.

Wesentlich anständiger sind da zwei weitere Sängerinnen, deren Ursprünge im Internet liegen. Beide kommen aus den USA und beide sind derzeit auf dem Sprung in die europäischen Hitparaden. Im Falle von Colbie Caillat (Foto links) hat das sogar geklappt. Wer Radio hört kommt um ihre Single "Bubbly" derzeit nicht herum. Zuvor wurde ihr MySpace-Seite aber rund 10 Millionen mal besucht und ihr Song unzählige Male angehört. Das Label Universal hat am schnellsten reagiert und die Frau aus Malibu unter Vertrag genommen. Inzwischen hat sie das legendäre Rolling Stone-Magazin bereits zur Nachfolgerin von Norah Jones erklärt.

Ebenfalls aus den USA kommt Marié Digby. Die Kalifornierin (Foto rechts) spielt Gitarre und Piano und singt dazu. Angefangen mit diversen Covers hat sie inzwischen auch selber geschriebene Songs ins Netz gestellt, die Zeiten in denen ihre Lieder jedoch gratis waren sind vorbei. Inzwischen hat sich iTunes die Rechte gesichert und vertreibt ihre ersten 4 Lieder exklusiv. Besonders angetan bin ich von Digby's Version von "Umberella", die Version schlägt die uns bekannte von Rihanna um längen. Reinhören lohnt sich, denn in ein paar Wochen dürften auch die Musikredakteure in unseren Breitengraden den Titel kennen.

Dass wir auch üble Sachen wie Schnappi, Crazy Frog, die Grup Tekkan oder der Britney Spears Fan und überdrehte Selbstdarsteller Chris Crocker (wurde über 8 Millionen mal angeschaut!) dem WWW zu verdanken haben, verschweige ich an dieser Stelle einfach mal. Ansonsten kann ich allen Musikfans die Plattform MySpace empfehlen. Ich habe dort ebenfalls mein Account eingerichtet und dadurch schon zahlreiche gute Bands und KünstlerInnen kennengelernt.

Abschliessend noch die direkten Links zu den YouTube-Videos der oben erwähnten Acts:

Farah Kenza "Je Me Bats"
Silence de Mosqueés "Cri de Bosnie"
Tila Tequila "I Love U"
Colbie Caillat "Bubble"
Marié Digby "Umbrella"
Chris Crocker "Leave Britney alone"
Grup Tekkan "Wo bist du mein Sonnenlicht?"

Ach ja, soeben lese ich dass Bill Kaulitz von Tokio Hotel angeblich schwul sein soll. Dies behauptet zumindest die französische Zeitschrift "Voici" (ja, sowas lese ich). Warum bloss überrascht mich diese Meldung jetzt nicht?

Tipp: Aarau feiert heute den "Bachfischet"

Auch in diesem Jahr möchte ich allen, die das Fest noch nicht kennen ans Herz legen, mal in der Aargauer Kantonshauptstadt vorbei zu schauen. Informationen zum heutigen Anlass gibt es hier. Der bunte Umzug startet gegen 20.15 Uhr an der Bachstrasse, aber schon beim Eindunkeln säumen die Zuschauer die Strassen der Altstadt. Also unbedingt früh genug da sein! Falls sich ein Blogger oder eine Bloggerin aus der Region nach Aarau verlaufen sollte, lasst es mich wissen. Auf dem Balkon eines Aarauer Restaurant haben wir ein paar gute Plätze (inkl. Bier, Kafi fertig und kalter Platte) reserviert, mit Blick auf die Umzugsroute des Bachfischet.

Und ach ja, es heisst - zum hundersten Mal - der Bachfischet und nicht die Bachfischete. Die Google Suchbegriffe der letzten Tage deuten darauf hin, dass es viele immer noch nicht geschnallt haben. *grins*

20. September 2007

Klage gegen Monsieur Fischers Blog?

Ich hab Post gekriegt, von einer deutschen Anwaltskanzlei. In dem Schreiben wurde ich freundlich aber bestimmt gebeten, umgehend eine Textstelle aus meinem Blog zu entfernen. Natürlich war der Brief in herrlichstem Amtsdeutsch verfasst, so dass ich ihn zwei Mal durchlesen musste, um zu verstehen, was der Herr Anwalt genau von mir wollte. Zum Glück war ein direkter Link zum Post auf meiner Seite erwähnt, was mir das Suchen nach dem "Problem" einfacher machte.

Der betreffende Post liegt schon einige Monate zurück. Das Thema verrate ich an dieser Stelle bewusst nicht, denn ich möchte ja nicht noch unnötig Oel ins Feuer giessen. Der Anwalt liess mich jedenfalls wissen, dass eine ganz bestimmte Textzeile seinen Mandanten, Herr XYZ, in dessen Persönlichkeitsrechten verletzen würde. Die Textstelle wurde im Brief zitiert und ich wurde aufgefordert, sie bis heute Donnerstag um 12 Uhr zu löschen. High Noon also quasi. Ansonsten müsste ich mich rechtlichen Schritten rechnen.

Im ersten Moment musste ich lachen. Erstens, weil der Blogeintrag schon sowas von uralt ist, dass ich mich gefragt habe, warum Herr XYZ sich erst jetzt gestört fühlt. Nach dieser ersten Reaktion hab ich mir das Post mal genauer angesehen und musste feststellen, dass ich die vermeindliche Beleidigung nicht mal selber verfasst hatte, sondern sie stand in einem Kommentar. Geschrieben hatte jemand, der Herr XYZ scheinbar sogar persönlich kennt.

Kurz zusammengefasst wurde in diesem Kommentar behauptet, dass Herr XYZ - ein deutscher D-Promi - eine Vorliebe für Schnee hätte, was aber nicht heissen soll, dass er deswegen gerne Ski fährt. Alles klar? Nun gut, lustigerweise bestreitet auch sein Anwalt im Schreiben an mich nicht, dass sein Mandant mal Dreck am Stecken hatte. Nur darüber Schreiben darf man scheinbar nicht:

"Es ist zwi­schen­zeitlich höch­strich­ter­lich durch den Bundesgerichtshof entschieden, dass über die von Herrn XYZ begangenen Delikte nicht berichtet werden darf."

Wow, ihr habt ja coole Gerichte in Deutschland. Da darf man sich was zu schulden kommen lassen, die Öffentlichkeit darf dann aber anschliessend nicht darüber berichten. Find ich irgendwie noch praktisch. Gibts in der Schweiz ähnliche Entscheide?

Ich hab den Abschnitt inzwischen aus den Kommentaren gelöscht, denn schliesslich bin ich auch für extern zugefügte Inhalte auf meiner Seite verantwortlich. Ein Kopfschütteln konnte ich mir aber während der ganzen Löschaktion nicht verkneifen. Weil irgendwie bin ich der Meinung, dass die Meinungsfreiheit eines der grössten Güter unserer Demokratie ist. Und um Meinungsfreiheit geht es ganz bestimmt, wenn man etwas erwähnt, was faktisch ja eine Tatsache ist - wie der Anwalt ja sogar bestätigt.

So gesehen bin ich mal gespannt wie es diesbezüglich in der Blogszene weiter gehen wird. Abmahnungen, Zensuren, Richtigstellungen?? Alles nur noch eine Frage der Zeit. Aber von wegen Frage: Wie hättet Ihr in diesem Fall reagiert? Die betreffenden Zeilen ebenfalls gelöscht oder euch auf einen Rechtsstreit eingelassen??

Ach ja Herr XYZ, falls Sie hier mitlesen wünsche ich Ihnen einen schönen Tag und viel Erfolg bei ihrer weiteren Karriere. Vielleicht hilft Ihnen ja das Löschen der ach so schlimmen Zeilen dabei, dass eben diese Karriere mal wieder etwas an Fahrt gewinnt.

PS: Dieser Beitrag wurde zuvor von meinem Anwalt geprüft und für absolut wasserdicht befunden, da er keine Rückschlüsse auf die Identität von Herrn XYZ und dessen Rechtsvertreter zulässt.

19. September 2007

Noch 31 Tage und knapp 2 Stunden

Am 21. Oktober um diese Zeit hat die Schweiz gewählt, neue Stände- und Nationalräte werden am Feiern sein. Abgewählte Kandidatinnen und Kandidaten haben sich dann wohl in ihre Parteizentralen verkrochen und analysieren ihre Niederlage. Bis dahin werden wir noch mit Propagandamaterial zugeschüttet und sollten uns gleichzeitig unsere Meinung bilden. Das Schweizer Fernsehen hat auf seiner Homepage sehr viel Informationen zusammengestellt, es lohnt sich da mal vorbeizuschauen.

Besonders spannend finde ich die "Wahlhilfe". Wer Zeit und Lust hat beantwortet online ein paar Fragen (Zeitaufwand ab 5 bis zu 15 Minuten) und erhält im Gegenzug die 15 Kandidatinnen und Kandidaten aufgezeigt, welche in seinem Wahlkreis am besten zu ihm/ihr passen. Ich hab den Test gemacht und es scheint, als dürften sich bei den Nationalratswahlen - zumindest wenn es nach dieser Wahlhilfe geht - vorallem die eher liberal eingestellten Parteien über meine Stimme freuen. Was die Ständeratswahl angeht muss sich das System geirrt haben, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich besonders viele Gemeinsamkeiten mit der CVP haben soll.

Ausprobieren? Hier drücken. Ach ja, registrieren muss man sich nicht, sofern man den Test am Schluss nicht speichern will.

Ribéry demoliert die ZDF-Torwand

... und Prinz Poldi freut sich diebisch. Die Szene dürfte in die Geschichte des "aktuellen Sportstudios" des ZDF eingehen. Bayern München Star Franck Ribéry ist zum ersten Mal zu Gast in der Kultsendung und darf natürlich wie alle Gäste auf die Torwand schiessen. Zuerst ein paar Probeschüsse, von denen so gut wie alle direkt rein gehen. Der Rekord von 5 Toren scheint gefährdet. Dann gilts ernst und es folgt der erste offizielle Schuss....

Trendige Titan-Bändel völlig nutzlos!

Das zumindest hat der "Kassensturz" in seiner gestrigen Sendung aufgezeigt, Video und Text gibt es hier. Ich selber habe kein solches Plastikband mit Titanfüllung um den Hals oder den Arm und komme mir inzwischen schon fast vor ein ein Aussätziger. Mir ist nämlich aufgefallen, dass in meinem Umfeld so ziemlich alle ein solches Ding tragen. Egal ob Nachbarn, Verwandte, Freunde, Kollegen, Geschäftspartner.... alle haben sie um den Hals oder den Arm ein solch buntes Plastikbändeli. Angesprochen darauf heisst es dann immer "es lockert Verspannungen", "es beruhigt mich", "es tut mir gut".

Mir haben diese Bändel nie wirklich zugesagt und zudem fand ich die Preise für ein solches Plastikding komplett überrissen (bis fast 200 Franken!). Vorallem wenn man weiss, wie teuer die Artikel im Einkauf sind. Nun gut, jeder soll daran glauben, woran er glauben möchte. Dass ein anderer dann mit diesem Glauben Geld verdient ist ja auch keine neue Erscheinung. Dass aber gleich die halbe Schweiz auf den gleichen Artikel abfährt, spricht immerhin für ein gutes Marketing der Herstellerfirma und des Importeurs.

Ich "glaube" da lieber an mein Lederbändeli, welches ich seit meiner Kindheit um den linken Arm trage. Aus Hygienegründen tausche ich es immer mal wieder aus, Kostenpunkt für ein neue Band: nicht mal ein Franken!

18. September 2007

Allez OM! Nous sommes les Marseillais!

Soeben erreicht mich dieses Foto von einer Freundin aus Marseille. Sie sitzt im Stade Vélodrôme und schaut sich das Champions-League-Spiel zwischen Olympique de Marseille und FCZ-Killer Besiktas Istanbul an. Gut gemeint von ihr, allerdings steigt mein Fernweh nach der südfranzösischen Metropole wieder ins Unermessliche. Ach ja, ich schau das Spiel gerade im TV. Ob ich sie wohl sehe wenn sie mir winkt?

Nachtrag: Marseille bezwingt Besiktas mit 2 zu 0 Toren!

Sag beim Abschied leise Servus


Jede 4te Säugetier-, jede fünfte Hai- und Rochenart, jede 8e Vogelart sowie ein Drittel aller Amphibien sind weltweit vom Aussterben bedroht. Dazu kommen 70 Prozent der Flora. Total stehen 41'415 Arten auf der Roten Liste der UICN.

Es heisst also langsam Abschied zu nehmen von den folgenden Vertretern aus Fauna und Flora:

- Chinesischer Flussdelphin
- Gorilla
- Sumatra Orang Utan
- Spekei Gazelle
- Wollkopfgeier
- Schmutzgeier
- Mauritiussittich
- Gangesgavial (Krokodil)
- Gambelia Sila (Echse)
- Santa Catalina-Klapperschlange
- Antanosy Gecko
- Fransenzehenleguan
- Banggai Kardinalfisch
- Papageifisch
- Florana Koralle
- Wilde Aprikose
- Eisenia Galapagensis (Seegras)

Die restlichen 41'408 Arten kann ich hier unmöglich aufzählen. Als Moralapostel bin ich denkbar ungeeignet. Trotzdem frage ich mich was uns Delphine, Gorillas und Co. angetan haben, dass wir diese Lebewesen gleich reihenweise umbringen.

Der Ausdruck "umbringen" scheint mir übrigens angesichts der folgenden Focus-Meldung durchaus angebracht:

"In China sind die Preise der Jagdlizenzen sind je nach Tierart gestaffelt: Um einen Wolf erlegen zu dürfen, müssen ausländische Hobbyjäger ca. 150 Euro ausgeben. Für den Abschuss des vom Aussterben bedrohten asiatischen Jak Rindes werden Waidmänner um 31 000 Euro erleichtert".

Über die chinesische Argumentation, das verdiente Geld werde in den Tierschutz und die Artenerhaltung investiert, kann ich nur lachen. Wie schwierig entsprechende Kontrollen im Reich der Mitte sind, liegt auf der Hand. Entsprechend kritisieren europäische Tierschutzorganisationen das chinesische Vorgehen und klagen über mangelnde Transparenz.

Was mich am meisten frustriert im Zusammenhang mit dem Artensterben ist die Tatsache, dass mir niemand sagen kann, wie ich mithelfen könnte, das Töten zu verhindern. Die Sache mit dem Co2 ist mir inzwischen klar. Wenn es aber darum geht, dass Hobbyjäger friedliche Rinder abknallen, gierige Landverkäufer den Affen die Lebensgrundlage entziehen, unachtsame Fischer Delphine mit Strom töten oder Wilderer seltene Echsen erlegen, dann sind unsereins vermutlich tatsächlich die Hände gebunden. Da nützt dann leider wohl auch der in diesen Tagen wieder fällige WWF-Beitrag nichts mehr.

17. September 2007

Hilfe, hier popt es up! Wer weiss Rat?

Chnübli hat mich gestern - merci - darauf aufmerksam gemacht, dass sie auf meinem Blog immer wieder gegen blöde Popup-Fenster ankämpfen müsse. Die erscheinen scheinbar sogar mehrfach, wenn sie innerhalb der Seite umhersurft. Nun, ich habe hier definitiv keine Pop-ups installiert und selber hab ich das Problem auf meinem Blog auch noch nie gehabt. Darum bin ich Chnübli auch dankbar um diesen Hinweis, weil ich das Problem sonst selber wohl nie erkannt hätte.

Zwei Fragen zum Thema an euch:

1. Gibt es noch andere Leserinnen und Leser, die von diesen Pop-ups gestört werden?

2. Weiss jemand von euch schlauen Menschen, wie man sich dem Problem entledigt?

Ich benutze um ins Internet zu gehen Mozilla Firefox und habe da den Pop-up-Blocker aktiviert. Zusätzlich verhindern zwei weitere Programme störenden Werbung. Entsprechend hab ich so gut wie nie das "Vergnügen" mit solch nervigen Fenstern. Da ich aber immer bemüht bin, die Seite so benutzerfreundlich wie möglich zu halten, bin ich für weitere Informationen rund ums Thema dankbar!

Mein erster Gedanke war, ob die Fenster eventuell etwas mit Google Adsense zu tun haben. Da ich aber nie einen entsprechenden Code eingebaut habe - weil mich Pop-ups selber tierisch nerven - könnte ich es mir nicht erklären. Meine zweite Idee war, dass Blogspot die Werbung schaltet, scheidet auch aus, da Chnübli genau das selbe Pop-Up noch beim Blog von Frau Pudel entdeckt hat und die ist bei einem anderen Anbieter als ich. Muss also weiter nach dem Käfer suchen... !

16. September 2007

Ein Sonntag ganz ohne Zeitung!

Sonntagsblick und AZ, wo seid ihr heute geblieben?? Die Sonntagsausgabe der Aargauer Zeitung hätte heute zum ersten Mal in meinem Briefkasten liegen sollen. Fehlanzeige! Der Sonntagsblick ist eigentlich abonniert und wird im Normalfall so gegen 5 Uhr in der Früh geliefert. Fehlanzeige!

Die AZ liess im Laufe des Tages verlauten, dass nach technischen Problemen inzwischen alle Abonnenten beliefert worden seien. Vom SoBli hab ich nichts gehört, ausser von anderen Abonnenten in der Region Aarau, dass sie auch vergeblich am warten seien. So verging der heutige Sonntag also ohne dass ich eine Zeitung gelesen hätte. War glaub ich eine Premiere. Die neue Sonntags-AZ konnte man übrigens per Mail heute nicht erreichen: "Es ist ein Fehler aufgetreten! Wir arbeiten daran, das Problem zu beheben."

Fakt ist, bis zum jetzigen Zeitpunkt ist mein Briefkasten immer noch gähnend leer.... aber jetzt will ich eh nicht mehr lesen. Gute Nacht!

Arktis bereits im Jahr 2040 eisfrei?

Ja, es gibt sie, die Meldungen die mir irgendwie Angst machen. Gestern Abend hat die ARD Tagesschau mit einer solchen Meldung die Sendung eröffnet. Von einer "Rekord-Eisschmelze in der Arktis" war da zu hören. Zum ersten Mal seit der fotografischen Satelliten-Erfassung dieser Gegend vor 30 Jahren sei Nordwestpassage durchgehend schiffbar. Es waren dann Bilder zu sehen und Experten zu hören. Fazit, bereits im Jahre 2040 - also in 33 Jahren - könnte die Arktis grösstenteils eisfrei sein. Für mich eine Aussage die irgendwie unglaublich oder besser gesagt, unvorstellbar klingt. Eine Arktis ohne Schnee und Eis? Eine Million Quadratkilometer sind bereits verschwunden. Und anstatt besorgt zu reagieren, streiten sich Russland, Dänemark, Kanada und die USA lieber um Landansprüche. Logo, unterhalb vom "ewigen" Eis wird Öl und Gas vermutet.


Bei soviel Dummheit kommt mir spontan der Songtext von Robert Longs Titel "Feste Jungs" in den Sinn. Dieses Lied beziehungsweise, der Künstler war hier im Weblog schon mal Thema. Inzwischen hab ich die CD erhalten und den Text aus dem Booklet abgeschrieben:

Feste Jungs, macht nur weiter so,
ihr bekommt schon alles kaputt.
Leitet alles Gift ins Meer,
Dreck und Scheiße hinterher.
Macht den Ozean zum Klo.
Öl schwimmt da schon sowieso
Gehn die Fische dabei drauf,
Was liegt schon viel daran.

Haut' noch die letzte Wälder klein.
Autobahnen müssen sein.
Setzt auf das letzte Wiesenstück
'Ne stinkende Chemiefabrik.
Und werden auch paar Leute krank
Es wird Profit gemacht.
Ja der Mensch hat's weit gebracht

Schafft Bomben Euch und Panzer an,
Die Menschheit braucht sie irgendwann.
Will einer nicht Dein Bruder sein,
Dann schlag ihm gleich den Schädel ein.
Wenn er nicht Deiner Meinung ist,
dann mach ihn lieber tot, am besten für den lieben Gott.

Ja der Mensch ist so hilfreich, edel und gut,
fließt dabei auch Blut, fließt dabei auch Blut.

Feste Jungs, macht nur weiter so,
ihr bekommt schon alles kaputt.
Buckelt vor der Obrigkeit.
Provoziert bloß keinen Streit.
Die da oben richtens schon,
Denn die verstehen mehr davon.
Sicherheit und Ordnung sind des Bürgers erste Pflicht.
Protestieren lohnt sich nicht.

Feste Jungs, macht nur weiter so,
ihr bekommt schon alles kaputt.
Gib die Schuld dem Lauf der Welt
Oder dem, der Fragen stellt.
Laatsch wie eine dumme Kuh
Nur auf den eigenen Metzger zu.
Oder steck wie Vogel Strauß den Kopf nur in den Sand.
Denn es tut sich allerhand.

Feste Jungs, macht nur weiter so
Und ein bißchen Blut
Kann man nicht vermeiden
Man muß sich entscheiden
Die darunter leiden
Sind uns alle scheißegal.

Text: Robert Long/Michael Kunze
Musik: Rober Long

Weiterführende Links zum Thema Klima-Kollaps: 1, 2, 3.

15. September 2007

Der Song zum Wochenende

Nachdem ich diese Woche schon eine kulinarische Reise in der Vergangenheit unternommen habe (danke allen Stöckchen-Aufnehmern!), gibts jetzt noch was von früher auf die Ohren. Wir gehen in die Adventszeit 1979, das ZDF zeigte zum ersten Mal eine sogenannte "Weihnachtsserie". Es wird die Geschichte von Timm Thaler gezeigt. In den Hauptrollen Tommi Orner und Horst Frank. Die Serie handelt davon Timm sein Lächeln an einen bösen Baron verkauft. Während allen Folgen darf sich das ZDF über grossartige Einschaltquoten freuen.

In den Jahren danach gab es dann in der Vorweihnachtszeit unter anderem Serien wie "Jack Holborn" (Patrick Bach), "Anna" (mit Silvia Seidel), "Patrik Paccard" (Hendrik Martz) oder natürlich "Silas". Wo ja bis heute noch immer Kinder mit diesem Namen zur Welt kommen, geprägt von der Rolle von Patrick Bach. Zurück zu Timm Thaler und zum Song. Ich habe die Titelmelodie damals geliebt, sie dann aber natürlich aus den Ohren verloren. Umso mehr hab ich mich gefreut, als ich die Melodie von Christian Bruhn vor einiger Zeit wieder mal gehört habe. Im Youtube-Video gibts die Schlussszene der Serie und im Abspann (ab ca. 3 Minuten) dann die tolle Musik.

Ach ja, schade eigentlich dass das ZDF 1995 mit der Tradition der Weihnachtsserie aufgehört hat. Es wird ja im TV so viel Mist wiederholt, ich denke gegen ne Wiederholung von Silas, Anna, Timm Thaler und Co. hätte wohl niemand etwas einzuwenden, oder?

14. September 2007

Kulinarische Kindheitserinnerungen

Gestern war mal wieder einer dieser Tage, wo bei mir das Essen irgendwie zu kurz kam. Am späteren Abend war dann natürlich plötzlich der Hunger zu Besuch und der Magen hat lautstark rebelliert. Um noch etwas zu Kochen war ich um diese Zeit aber zu müde und so ging ich halt mit Hunger zu Bett. Ein Fehler wie sich herausstellen sollte...

Bis ich endlich einschlafen konnte kamen mir andauernd Rezepte und Speisen in den Sinn, die ich früher als Kind immer geliebt habe und in der heutigen Zeit beim Einkaufen leider gar nicht mehr daran denke, dass man sie ja mal wieder kochen könnte. Da wären zum Beispiel die "Fotzelschnitten". Anders als der Ausdruck erahnen lässt, handelt es sich dabei um ein anständiges Gericht, das sehr einfach zu kochen ist. Eier verquirlen, etwas Salz, Milch in ne Schale und dann das Brot in den beiden Zutaten tunken. Das feuchte Brot wird dann kurz gebraten und anschliessend mit Zimt und Zucker bestäubt. Dazu reicht man nen Milchkaffee (noch bevor er Latte Macchiato hiess) und Früchtekompott.

Von wegen Kompott. Das hab ich eh immer geliebt. Aprikosen, Pfirsich, Zwetschgen (à propos Zwetschgen)... dieser süss-saure Geschmack sagt mir noch heute zu. Zum Kompott hat meine Mutter (früher auch die Grossmutter) dann oft Milchreis (Foto unten) oder "Griesbappe" (in Ei gebratener Griesbrei) gemacht. Das war günstig, schnell gemacht, gesund und hat trotzdem geschmeckt. Und dazu jeweils eine heisse Ovi.

Gesund war auch der Spinat. Während ihn angeblich viele Kinder nicht mögen, habe ich ihn eigentlich immer geliebt. Am besten war der Spinat wenn es Spiegeleier und Bratkartoffeln dazu gab. Wahlweise haben auch Fischstäbchen dazu geschmeckt.

Aus meiner frühesten Kindheit mag ich mich noch an Speisen wie "Schnitz ond drunder" oder "Vogelheu" erinnern. Beides Eintöpfe, der erste mit gedörrten Äpfeln, Birnen, Speck, Kartoffeln und caramelisiertem Zucker. Das "Vogelheu" ist ebenfalls ein urchiges Gericht mit sehr bescheidenen Zutaten: in Milch eingeweichtes Brot, Eier, Salz, Pfeffer, Butter, Käse. Alles zusammen in einer Bratpfanne anbraten und fertig.

Ich könnte hier noch endlos schreiben, mein Magen hat letzte Nacht so laut genkurrt, dass sogar der Hund aufgeschaut hat. So sind mir bis zum Einschlafen noch dutzende feiner Speisen durch den Kopf - leider nicht durch den Magen - gegangen. Früchte-, Gemüse- und Käsewähen, Birchermüesli, "Chuttle", Riz Casimir, selbstgemachte Cordon bleu (Foto oben) mit Erbs und Rüebli, "Paschtetli mit Fleischchügeli" oder "Suuri Läberli"...

Die Erkenntnis am heutigen Morgen danach, es ist irgendwie schade, dass all diese alten Rezepte langsam aber sicher verloren gehen. Mit jeder Generation gehen wieder feine Sachen verloren, Sachen die wir früher bei den Grosseltern gegessen haben sind vielleicht schon vergessen. Es gibt - zumindest für den Aargau - zwar das eine oder andere Kochbuch, das sich mit solch herrlichen Rezepten befasst, nur denkt man im Alltag leider viel zu wenig daran, mal wieder sowas Vertrautes zu kochen.

In letzter Zeit hört und liest man immer wieder vom neuen Trend der Molekularküche. Also Kochen mit Stickstoff, Lachgas, Kalziumlösung oder Aminosäure. Das alles schaut zwar sehr lustig aus und ich würde es auch gerne mal probieren, wenn es allerdings ums "richtige" Essen geht, ziehe ich die oben erwähnten Rezepte vor! Falls jemand auch noch "vergessene" Rezepte weiss, bitte in die Kommentare schreiben. Ich freu mich drüber.

PS: Da kommt mir spontan ein Mini-Stöckchen in den Sinn. Ich möchte gerne von Znuk, Raceface, Kafka und She wissen, welche 3 Speisen und welche 2 Getränke sie automatisch mit ihrer Kindheit/Jugend verbinden.

13. September 2007

TV-Tipp: "Polylux" mit Katrin Bauerfeind

Die Sommerpause ist endlich vorbei, Moderatorin Tita von Hardenberg im Mutterschaftsurlaub und darum gilt: ARD 23 Uhr 30, unbedingt einschalten! Moderiert wird Polylux heute Abend erstmals von der bezaubernden Katrin Bauerfeind. Wer sich jetzt fragt, was der Ausdruck "bezaubernd" in diesem Zusammenhang soll, dem empfehle ich diesen Artikel.

Seis drum, die Feuilletons schwärmen, Harald Schmidt vor der Sommerpause und erst gestern Stefan Raab sind dem Charme von Katrin erlegen, zuvor hat sie während anderthalb Jahren die Internetgemeinde mit ihrer täglichen Portion "Ehrensenf" begeistert. Dass sie zu höhrem als Internetfernsehen berufen ist, das war ja schon lange klar und heute Abend kann sie es einer grossen Öffentlichkeit beweisen. Bis zur eigenen Show - der Vertrag mit der ARD gilt nur während der Babypause von Frau von Hardenberg - dürfte es danach kein grosser Schritt mehr sein.

Smoooooke on the Water

Dies ist ein von trigami vermittelter Auftrag
Hinweis:
Dies ist ein von trigami vermittelter Auftrag.


Eigentlich hätte ein Songtitel von Bob Marley ja besser zum Thema gepasst, aber wenn es sich ums Thema Rauch dreht, bieten sich Deep Purple natürlich schon auch an. Und rauchig geht es im Internetshopt des St. Galler Breakshops warhaftig zu. Es gibt Wasserpfeifen, Räucherstäbchen, Blunts, Bongs, Tabak, Vaporizer... und vieles mehr. Wer jetzt erschreckt zusammenzuckt und schreit "Das ist doch illegales Zeugs!", dem sei gesagt: Falsch, alle Artikel die im Breakshop angeboten werden sind vollkommen legal. Im Gegensatz zu anderen Shops werden hier nicht nur Artikel aus oder im Zusammenhang mit Hanf angeboten, sondern auch Sachen die zum Bespiel aus dem esoterischen Bereich kommen.

Ich selber habe den Shop besucht um mir Räucherstäbchen (Zimt, Orange), eine Seife aus Hanf sowie einen Lollie zu bestellen. Dafür dass ich zum ersten Mal in diesem Internetshop war, fand ich mich auf Anhieb zurecht. Der Shop ist vielleicht was die Grafik und die Navigation angeht eher einfach gestaltet, dafür sehr übersichtlich. In Sachen die Räucherstäbchen und Seife hatte ich bereits Erfahrungen von früheren Einkäufen an Märkten, kannte also die Preise. Und ich muss sagen, dass der Headshop die Artikel zu sehr fairen Konditionen anbietet. Zudem werden zum Beispiel Räucherstäbchen von verschiedenen Herstellern verkauft, was die Auswahl sehr vielfältig macht.

Das Bestellen ging also einfach. Mehr Mühe hatte ich dann bei der Bezahlung. Da stehen dem Kunden die Vorauszahlung, eine Postüberweisung oder die Nachnahme zur Verfügung. Nachnahme scheidet für mich aus, 15 Franken Gebühren (zuzüglich Porto) sind zu viel, Postkonto hab ich nicht, also blieb nur noch die - von mir ungeliebte - Vorauszahlung. Die Möglichkeit per Kreditkarte oder Paypal zu bezahlen würden den Shop also durchaus noch attraktiver machen.

Die Höchstnote gibt es dafür für die Lieferfrist. 24 Stunden nach meiner Bestellung hatte ich die Artikel bereits im Briefkasten. Alles sauber verpackt und in ganzen Stücken. Davon könnte sich so mancher Lieferant eine Scheibe abschneiden. Ein wichtiger Aspekt wenn meine original ägyptische Shisha mal wieder dringend ein Ersatzteil oder Tabak (Foto) brauchen sollte.

Alles in allem eine gute Seite, mit einem extrem grossen Sortiment. Wer demnächst also einen gemütlichen Abend - egal ob mit Deep Purple oder Bob Marley - plant, sollte vielleicht mal im Breakshop vorbeischauen.

Sophie Marceau in der Vogue France

Ein Gespräch von Ende letzter Woche über La Boum (Details hier) hat mich darauf gebracht, mal wieder zu schauen was Sophie Marceau gerade so treibt. Und ja, ich gebe zu, nach der gestrigen Niederlage der Franzosen brauche ich auch grad etwas positive Ablenkung. Darum die Sophie. Madame Marceaus letzter Film "Anthony Zimmer" ist auch schon fast wieder 2 Jahre alt. Die DVD steht bei mir im Regal und die Sammlung wartet dringend darauf ergänzt zu werden.

Wie mir das Internet verraten hat, ist im Mai in Frankreich der Film "La Disparue de Deauville" (mit Christopher Lambert) in die Kinos gekommen. In den Lichtspielhäusern der Deutschschweiz wartet man aber vergeblich auf diesen Film. Es heisst also abwarten. Derzeit laufen die Produktionen für zwei weitere Filme: "Les Femmes de l'ombre" (mit Moritz Bleibtreu) und "Ne te retourne pas" (mit Monica Bellucci), welche im nächsten Jahr released werden.

Bis dahin versüsst uns - ich hoffe jetzt mal nicht der einzige Marceau Bewunderer zu sein - die französische Vogue (Mai Ausgabe) das lange Warten. Für dieses Hochglanzmagazin hat sich die 41jährige in mutigen Posen ablichten lassen. Wer jedoch immer noch nicht genug hat von Sophie "LaBelle" Marceau, der sollte sich mal am "Kiosk Sophie" umschauen. Da hat ein fleissiger Fan unzählige Zeitungs- und Heftchenartikel seit den 80er Jahren gesammelt, eingescannt und nun bietet er sie zum anschauen und lesen an. Ach ja, Fussball wird in der heutigen Zeit komplett überschätzt...

Scan: Vogue.fr

Ich glaube, es gibt keinen Fussballgott...

... und falls es ihn doch geben sollte, dann ist er entweder Schotte oder Italiener. Als bekennender (und fanatischer) Supporter der französischen Nationalmannschaft war gestern einer jener Abende, an denen man am liebsten die Flimmerkiste aus dem Fenster geschmissen hätte. Da rennen die Franzosen fast während 90 Minuten gegen das Tor der Schotten an, erspielen sich zahlreiche Chancen und kriegen einfach keinen rein. Aus schierer Verzweiflung kickt der schottische Torwart in der 64sten Minute den Ball möglichst weit weg von seinem Tor, trifft dabei zufällig seinen Mitspieler McFadden, welcher die Kugel humorlos ins Netz donnert. Ich dachte eigentlich bisher, dass hauptsächlich die Italiener den Catenaccio pflegen, seit gestern weiss ich aber, dass auch Schotten Beton-Fussball spielen. Geiz-Fussball!

Von wegen Italiener. Parallel zum Spiel auf TF1 lief bei der RAI das Spiel der Azzurri gegen die Ukraine. Die Italos - unter Druck - auch nicht gerade überzeugend und trotz kaum vorhandenen Torchancen holen sie sich die 3 Punkte. Effizienz nennt man das dann wohl. Bei den Franzosen werden all die fussballerischen Banausen von Unvermögen reden. Alle keine Ahnung, ich vermute Verschwörungstheorien der übelsten Sorte hinter dieser Niederlage! Nur ein kleiner Trost ist es dann auch, dass all die TV-Experten (C. Gross, G. Netzer, P. Breitner und Konsorten) von "starken Franzosen" und "alles richtig gemacht" geredet haben. Fakt ist, die Punkte gingen nach Schottland und mein TV-Sport-Abend war für die Katz. Frankreich ist zu allem Übel nach dem gestrigen Spieltag in der Tabelle von Rang 1 auf Rang 3 abgefallen.

Jaja liebe Scotsmen, das ist also euer Dank, dass die Franzosen im Mittelalter Schottland im Kampf um die Unabhängkeit von England unterstützt haben. Die Braveheart-DVD hab ich gleich zum Tausch frei gegeben und die schottischen Whiskyflaschen dem Nachbarn geschenkt. Einem Italiener...

12. September 2007

Ein gutes Foto lebt vom Detail

Endlich Klassentreffen. Katja und Petra haben sich nach Jahren mal wieder gesehen. Da musste natürlich ein Foto gemacht werden, zur Erinnerung an diesen herrlichen Tag! Nur Gustav - schon früher der Klassenrowdie und im Hintergrund zu sehen - hat scheinbar nicht bemerkt, dass da gerade Fotos gemacht wurden....