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11. Januar 2012

Intouchables - Ziemlich beste Freunde

Erinnert Ihr euch noch an die Ch'tis? Ich hab den Film inzwischen gegen 10 Mal gesehen, davon einmal auf Deutsch und ich amüsiere mich wohl auch beim 11ten Mal noch. Eine herrliche Komödie aus Frankreich. Und nachdem es seither ein bisschen ruhig war - zumindest hier in der Schweiz - in Sachen lustigen Filmen aus unserem westlichen Nachbarland kommt nächste Woche ein Meisterwerk in die Schweizer Kinos: "Intouchables - Ziemlich beste Freunde" ist mit 16 Millionen Zuschauern in Frankreich der erfolgreichste Film des Jahres 2010. Seit letzter Woche läuft „Ziemlich beste Freunde“ auch in deutschen Kinos und erreichte bereits am ersten Wochenende fast 300 000 Kinozuschauer. Seit dem Start von „Asterix bei den Olympischen Spielen“ im Januar 2008 konnte kein französischer Film mehr im deutschen Kino ein solches Ergebnis reissen.Und ein Muss auch für alle Schweizer Fans von gehaltvollem, französischem Humor. 

Ausgangspunkt für „Ziemlich beste Freunde“ ist eine wahre Geschichte: 2004 haben die Regisseure eine Doku gesehen, welche sie wohl sehr beeindruckt hat. Der Film hiess ‚À la vie, à la mort’ und erzählt von einer äusserst unwahrscheinlichen, aber eben wahren, Begegnung. Philippe Pozzo di Borgo, adelig, reich, erfolgreich, ehemaliger Werbeleiter für die Champagnermarke Pommery, hatte mit 42 einen Segelflug-Unfall erlitten, der ihn querschnittgelähmt zurückliess. Kurze Zeit später starb seine Ehefrau, er blieb allein mit zwei adoptierten Kindern. Abdel, ein Schwarzer nordafrikanischer Herkunft, wurde als Betreuer engagiert. Dieser Mann aus einer ganz anderen Gesellschaftsschicht wurde ihm bald eine nicht mehr wegzudenkende Lebensstütze. Dabei kam Sozialhilfeempfänger Driss nur in Philippes Stadtvilla vorbei, um eine Unterschrift zu holen, die belegt, dass er sich um die Stelle als Pfleger beworben hat. Echtes Interesse hat Driss daran nicht. Rotzfrech will er den Besuch so kurz wie möglich halten. Mitleid für den Rollstuhlfahrer hat der Ex-Häftling keines. Und genau das ist es, was Philippe sucht! Driss bekommt die Stelle, zieht aus dem Armenviertel in die Villa und macht aus dem griesgrämigen Geldsack wieder einen lebensfrohen Menschen ...


Die Filmemacher besuchten Philippe Pozzo di Borgo in seinem heutigen Domizil in Essaouira in Marokko: „Dieses Treffen hat alles entschieden, denn er erzählte uns auch das Ende der Geschichte, das in der Doku nicht vorkam. Seine Bedingung: ‚Ihr müsst einen witzigen Film daraus machen, diese Geschichte kann man nur mit Humor erzählen." Gesagt, getan.  Das Duo fand mit Omar Sy einen genialen Hauptdarsteller, der Mann ist ein Naturereignis. Die Lebensfreude und Freundlichkeit, die er mitbringt, seien unbezahlbar. Und weiter: "Als Gelähmten Philippe wünschten wir uns, um ehrlich zu sein, zunächst Daniel Auteuil. Der konnte nicht, weil er gerade einen Film inszenierte. Zufall, dass Daniel und François Cluzet denselben Agenten haben. Innerhalb von fünf Minuten war alles geklärt. Heute können wir uns den Film ohne François gar nicht vorstellen." 

Die Macher, Eric Toledano und Olivier Nakache, haben sich übrigens einst im Ferienlager kennengelernt. „Wir waren dort Animateure“, erzählte Eric einer französischen Kinozeitschrift, „und haben schnell gemerkt, wie sehr wir beide das Kino lieben. Für mich war es schon als Kind ein Lebenselixier, ein Mittel, meinen Horizont zu erweitern.“ Auch Olivier war seit jeher ein Filmverrückter: „Ich will gar nicht sagen, wie oft ich die Schule geschwänzt habe, um ins Kino zu gehen. Nach regem Gedankenaustausch haben Eric und ich beschlossen, dieses Hobby auszuleben.“.Den fulminanten Erfolg von „Ziemlich beste Freunde“ hatte weder Eric noch Olivier geahnt: „So was kann man nicht ahnen. Nur geniessen. Hätte man derlei Ahnungen, könnte man ja gleich Rezepte erstellen. Was wir wollten, war eine Komödie, deren Inhalt die französische Gesellschaft ein bisschen aufrütteln sollte. Offensichtlich ist uns das gelungen.“

"Intouchables - Ziemlich beste Freunde" kommt am 19. Januar in die Schweizer Kinos - in Aarau hoffentlich mit einer Kopie in Originalsprache. Ah ja, den Soundtrack sollte man sich übrigens auch mal anhören, es lohnt sich! 

14. Juli 2011

Schwarzer oder weisser Schwan?

Wow! Es war ja gestern Abend nicht wirklich das ideale Wetter um dem Openair Kino einen Besuch abzustatten. Aber manchmal müssen Dinge einfach sein und das Wetter passt dann auch wie die Faust aufs Auge zum Film. Gestern so passiert: "Black Swan", begleitet von Blitzen, Wind und Regen. Kurz, der perfektionierte Wahnsinn.

Aber diese Aussage trifft nicht nur auf das Ambiente und den Inhalt des Films zu, nein, so könnte man auch den Regiestil von Darren Aronofsky beschreiben. Ich fand es interessant wie sehr Black Swan mich als Zuschauer an die Hauptfigur Nina bindet. Die Frau ist während 108 Minuten immer präsent und es gibt keine einzige Szene, in der der Fokus auf andere Personen rückt. So spürt man auf einmal selber den Druck, den Ehrgeiz, die Verzweiflung und vorallem ihre Paranoia. Kurz, der Film hat mich total begeistert und ich bin froh, hab ich ihn erst gestern Abend zum ersten Mal ganz und richtig geschaut, denn auf dem iPad befindet er sich schon lange - aber auf grosser Leinwand und mit toller Musikanlage ist die Story rund um die Ballettaufführung von Schwanensee ein einzigartiges Erlebnis.


Der Regisseur schafft es ab der ersten Sekunde den Zuschauer mit furchterregendem Sounddesign und der knallharten Kameraführung den Zuschauer körperlich in die Qualen der Tänzerinnen zu involvieren. Bei jedem Knirschen der Gelenke zuckt man unbewusst zusammen oder chnappt nach Luft, wenn sich die immer nervöser werdende Nina die Fingernägel bis aufs Blut herunterschneidet oder ihren blutig getanzten Zeh betastet. Wenn man sich darauf einlässt - und eben das Ambiente stimmt - dann ist das Kino der psychischen Beklemmung und der körperlichen Grenzerfahrung. Immer wieder hab ich andere Zuschauer beobachtet, die angeekelt den Kopf abgewendet haben...

Zur Handlung. Nina, gespielt von der genialen Natalie Portman ("Leon"), ist eine der Tänzerinnen am Lincoln Center in New York City. Doch sie wird schnell älter, und der Druck, endlich eine, die grosse Rolle zu landen, wächst ins Unermessliche. Als der französische Ballettmeister Thomas (diabolisch Vincent Cassel aus "La Haine") eine Version des Tschaikowsky-Klassikers "Schwanensee" ankündigt, ist es so weit: Nina soll beide Hauptrollen tanzen! Doch es gibt interne Konkurrenz, Lily ist das krasse Gegenteil der zarten und verstörten Nina, eine extrovertierte Tänzerin mit lockeren Umgangsformen und verführerischem Charme. Kommt dazu, dass Nina zu Hause mit ihrer Mutter eine Art Eislaufmama hat, die ihre Tochter an ihre psychischen Grenzen treibt, nur weil sie selber ihre Karriere vergeigt hat. Dass die ganze Wohnung mit Schwänen und anderem Ballettkrempel dekoriert ist, überrascht da dann schon fast nicht mehr. Erinnerungen an den Klassiker "Psycho" wurden bei mir wach. Nina zeigt dem Zuschauer ein fast perfektes Psychogramm einer komplett schizophrenen, jungen Frau - getrieben von schier unmenschlichem Erfolgsdruck auf Egoismus getrimmt. Wie, solche Frauen gibts auch im wahren Leben? Echt, ich kenne keine ;-)

Egal, ab einem gewissen Punkt stellt man sich als Zuschauer nur noch die folgenden Fragen: Was ist noch real, was existiert nur in Ninas Phantasie? Gibt es die konkurrierende Lily wirklich, lässt sich Nina tatsächlich von ihr zu einem feuchtfröhlichen Club-Abend überreden, an dessen Ende die beiden Frauen Sex in Ninas rosa Kinderzimmer haben? Oder ist alles nur Halluzination eines bis zum äussersten gereizten, überforderten Geistes? Das totale Method Acting? Kein Sex, keine Kunst?

 "Black Swan" zeigt diePerfektionsmühle der perfekten Primaballerina als Höllenmaschine, in der junge Frauen, an ihrem Ehrgeiz, ihren ureigenen Komplexen um Körperlichkeit und Sexualität gepackt und um den Verstand gebracht werden, wenn sie nicht stark genug sind. Und seien wir ehrlich, möchte nicht jedes kleine Mädchen einmal entweder Prinzessin oder Ballettänzerin werden? Und wie gross ist der Unterschied zu Castingshows wie DSDS oder GNTM? In meinen Augen minim. Die Kandidatinnen werden so lange herausgefordert, bis sie entweder Höchstleistungen erbringen oder am Druck zerbrechen. Man kann dieses Bild herunterbrechen auf viele andere Bereiche des täglichen Arbeit. Funktioniere, spiele mit oder verpiss dich!

Noch ein Wort zu den DarstellerInnen: Natalie Portman, selbst Balletttänzerin seit Jugendjahren, trainierte monatelang, um die Tanzszenen selbst absolvieren zu können. Auch wenn teilweise auch ein Double im Einsatz war, ist die Leistung von Portman schlicht genial, versprüht subtile Erotik genau so, wie absoluten Wahnsinn und hat darum den Oscar verdient. Vorallem im letzten Drittel lässt man sich total auf Nina ein und wartet gebannt auf die Lösung der zahlreichen Rätsel. Ebenso toll sind die Nebenrollen besetzt, mit Vincent Cassel und der wunderhübschen Mina Kunis. Erst im Abspann hab ich dann übrigens entdeckt, dass bei "Black Swan" auch endlich Winona Ryder mit dabei war. Schon lange nichts mehr gehört von dieser tollen Frau. Okay, ihre Rolle ist nicht riesig, aber prägend - bezeichnenderweise spielt sie eine Ballerina, deren grosse Zeiten passé sind. Fazit: der Film schafft es locker in meine persönliche Top Ten-Liste. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte ihn sich unbedingt anschauen. Am besten mit einer grossen Leinwand und einer tollen Musikanlage - braucht zwar ein paar Nerven, aber mal ehrlich: Schon allein die Musik zu Schwanensee ist eine der schönsten Melodien die je geschrieben wurde.

13. Juni 2011

Filmtipp: "Hachiko" (Schluchz!)

Wer heute Lust auf Film hat, dem kann ich eine wahre Geschichte aus Japan ans Herz legen. "Hachiko: A Dog's Tale"! Aber vorsicht, tonnenweise Nastücher bereit legen, denn wer bei dem Film keine Träne verdrückt, der hat kein Herz... Zur Story: Hachiko war ein Hund, er wurde am 10. November 1923 in Odate in der Präfektur Akita geboren. 1924 nahm ihn sein Besitzer, der Universitätsprofessor Hidesaburo Ueno, mit nach Tokio. Von da an holte der Hund jeden Tag sein Herrchen vom Bahnhof Shibuya ab. Auch dann noch, als sein Herrchen plötzlich nicht mehr kam. Der Mann verstarb, Hachiko wartete 10 Jahre lang am Bahnhof auf seinen menschlichen Freund - Tag für Tag. 1935 verstarb dann auch der vermutlich treuste Hund der Welt, an seinem Warteplätzchen steht seither ein Denkmal und die Bahnhofshalle wurde nach Hachiko benannt. Schluchz...

26. Februar 2011

And The Oscar Nominees Are....

In der Nacht auf Montag ist es wieder so weit: der Mann aus Gold, mit dem hübschen Namen Oscar, findet 24 Mal einen neuen Besitzer. In genau 24 Kategorien wird nämlich je eine Statue an die jeweiligen Gewinner verteilt. 35 Zentimeter hoch, vier Kilogramm schwer und von Kopf bis Fuss mit Gold überzogen. Bereits seit 1929 werden die Statuen in Hollywood an die grossen der Branche verteilt, zu seinem Namen kam der Academy Award allerdings erst zehn Jahre nach seiner Geburt. Seinen Namen erhielt der Preis angeblich von der Bibliothekarin und späteren Akademie-Direktorin Margaret Herrick. Sie meinte, die Statue sehe ihrem Onkel Oscar ähnlich.

Nun aber Schluss mit den alten Zeiten, ab in die Gegenwart. Die Nacht auf Montag verbringen weltweit wieder Millionen von Filmfans vor der Flimmerkiste, in freudiger Erwartung wer denn die Preise dieses Jahr mit nach Hause nehmen darf. Noch vor einigen Jahren mag ich mich an Live-Übertragungen im Radio erinnern. Bei Argovia war das jeweils die grosse Nacht des Moderatoren-Duos Mani Jetzer und Steffi Bornik, aber eben... tempi passati. Die Radios haben das Feld schon lange den TV-Stationen überlassen. ORF und Pro7 fallen mir spontan ein und auch in Sachen Public Viewing ists in der Schweiz eher mager. Analog Super Bowl oder Grammys muss man sich halt selber organisieren um Spass zu haben.


Nun zur Frage aller Fragen: wer macht in diesem Jahr das Rennen und wer gehört 2011 zu den grossen Favoriten? Mit zwölf Nominierungen führt "The King’s Speech" die Liste an, dahinter folgt überraschend "True Grit" mit zehn Nennungen. "The Social Network" und "Inception" kommen auf jeweils acht Oscar-Chancen, "The Fighter" wurde siebenmal nominiert.

In der Auswahl für den besten Film sind:  "27 Hours", "The Social Network", "The King’s Speech", "The Fighter", "Inception", "True Grit", "Black Swan", "Toy Story 3", "The Kids Are All Right" und "Winter’s Bone" nominiert. Ich tippe auf einen Sieg von "The King's Speech". Könnte aber auch mit "True Grit" leben, da ich sowohl Fan der Coen-Brüder, als auch natürlich vom Dude bin.

Nachfolgend ein kurzer Überblick über die wichtigsten Kategorien, die komplette Liste der Nominierten gibts hier:

Bester männlicher Hauptdarsteller: Neben den Favoriten Colin Firth ("The King’s Speech") und Jesse Eisenberg ("The Social Network") wurden auch Jeff Bridges ("True Grit"), Javier Bardem ("Biutiful") und der Moderator der diesjährigen Oscar-Verleihung, James Franco ("127 Hours"), nominiert. Ich fand Eisenberg im Facebook-Film durchaus stark, warum also nicht. 

Beste Hauptdarstellerin: In dieser Kategorie wurden im Vorfeld viele Namen genannt, einzig mit Natalie Portman ("Black Swan") und Annette Bening ("The Kids Are All Right") wurde fest gerechnet. Beide Schauspielerinnen wurden auch nominiert, ausserdem votierten die Mitglieder der Academy für Nicole Kidman in "Rabbit Hole", Jennifer Lawrence für "Winter’s Bone" und Michelle Williams für "Blue Valentine" auf die Kandidatenliste. Mein Tipp: Natalie Portman!
Bester Nebendarsteller: Mit Christian Bale ("The Fighter") wurde der grosse Favorit nominiert, auch die Nennung von Geoffrey Rush für "The King’s Speech", Mark Ruffalo für "The Kids Are All Right" und Jeremy Renner für "The Town" wurde erwartet. Darüber hinaus wurde aber auch John Hawkes für seine Leistung in "Winter’s Bone" in den Kandidatenkreis einbezogen. Ich würde mir den Oscar für den Aussie Geoffrey Rush wünschen, seit seinem Auftritt in "Shine" hab ich ihn in mein cineastisches Herz geschlossen. 

Besten Nebendarstellerin: Die 14jährige Hailee Steinfeld (Foto unten) wurde für ihre Leistung in „True Grit“ als beste Nebendarstellerin zu nominiert. Ausserdem sind Helena Bonham-Carter für "The King’s Speech", Jackie Weaver für "Animal Kingdom" sowie Melissa Leo und Amy Adams für "The Fighter" im Rennen um das goldige Männchen. Mein Tipp: Hailee Steinfeld. 


Bester fremdsprachiger Film: Nachdem es die deutschsprachigen Beitrag "Die Fremde" und der Cannes-Gewinner "Von Menschen und Göttern" nicht auf die begehrte Shortlist geschafft haben, gab es bei den fünf Kandidaten keine grossen Überraschungen mehr. Nominiert wurden "Biutiful" (Mexiko), "Dogtooth" (Griechenland), "In einer besseren Welt" (Dänemark), "Incendies" (Kanada) und "Outside the law" aus Algerien. Da ich keinen dieser Filme gesehen habe, lasse ich es mit einer Prognose. 

Bestes Originaldrehbuch: Mike Leigh für "Another Year", Scott Silver, Paul Tamasy und Eric Johnson für "The Fighter", Christopher Nolan für "Inception", Lisa Cholodenko und Stuart Blumenberg für "The Kids Are All Right" sowie David Seidler für "The King’s Speech" nominiert. Tipp: "Inception".

Bester Song/Soundtrack: Obwohl zwei Lieder aus „Burlesque“ bei den Golden Globes nominiert waren und Dianne Warrens "You haven’t seen the last of me" auch gewonnen hat, geht aus diesem Film kein Song ins Oscar-Rennen. Stattdessen wurden "Coming Home" aus "Country Song", "I See the Light" aus "Rapunzel", "If I Rise" von "127 Hours" und "We Belong Together" aus "Toy Story 3" benannt. Naja, ich find die Auswahl eher dürftig, am ehesten noch gefällt mir "Coming Home" - gesungen übrigens von Gwyneth Paltrow.

Bester Animationsfilm: Bei dieser Kategorie wurde erwartungsgemäss "Toy Story 3" nominiert, der auch der grosse Favorit in dieser Kategorie ist. Konkurrenz bekommt er von "Drachenzähmen leicht gemacht" und "The Illusionist".

So, das waren die attraktivsten Kategorien. Zu meinem persönlichen Fazit: Joel und Ethan Coen könnten die grossen Gewinner der diesjährigen Oscar-Verleihung im Kodak Theater werden. Sie wurden für ihren Westernfilm "True Grit" wie oben erwähnt, gleich mehrfach nominiert: dazu kommen noch die Möglichkeiten als Produzenten, Regisseure und auch für das beste adaptierte Drehbuch zu gewinnen. Für mich natürlich eine grossartige Perspektive, da ich ein absoluter Fan der Coen-Brothers bin. Ich hab so ziemlich alle ihrer Filme irgendwann schon einmal (oder mehrfach) gesehen. Beispiele gefällig? "Miller's Crossing", "Barton Fink", "Hudsucker", "Fargo", "The Big Lebowski", "The Man Who Wasn't There", "Intolerable Cruelty", "Ladykillers", "Paris, je t'aime", "No Country For Old Men", "Burn After Reading"... Herrlich! In diesem Sinne, Vorfreude ist die schönste Freude - eine unterhaltsame Oscar-Verleihung 2011 allerseits! Inlusive dem Red Carpet natürlich...

2. Februar 2011

Filmtipps für graue Tage, inkl. Hochnebel

Die Sonne gibt sich in diesem Winter eher selten die Ehre in unseren Breitengraden. Beinahe täglich verdeckt uns der Hochnebel den Blick auf gelben Fixstern. Da in der Glotze häufig eh nur Schrott, unterbrochen von viel Werbung, kommt, lohnt es sich durchaus mal wieder einen guten Film zu schauen. Früher ging man dazu noch ins Kino. Aber seit da fast alles nur noch in 3D (mit unbequemer Brille) oder auf Deutsch läuft, kann man sich den Weg leider immer häufiger sparen. Zum Glück gibts Video on Demand oder, für die ganz aktuellen Filme, im Internet Download- und Stream-Plattformen. Da gibts dann Sachen wie "Black Swan", "Burlesque", "The Fighter" oder "Gulliver's Travel" frei Haus. Den einen oder anderen Film hab ich in den letzten Wochen/Monaten geschaut, entsprechend hier ein paar Tipps für die folgenden grauen, vom Hochnebel bestimmten Tage.


"Easy A": Auf den ersten Blick eine Teeniekomödie, auf den zweiten Blick ein Film über Teenies - aber in der Art von "Juno". Erzählt wird die ganze Story aus der Sicht eines Webcam-Chats mit viel Tempo, noch mehr Witz und null Kitsch. Der Film zitiert auf ironische Weise den Ehebruchsklas­siker "Der scharlachrote Buchstabe". Die umwerfende Emma Stone in ihrer ersten Hauptrolle machen "Easy A" zu einer genialen Teenagersatire über die verklemmte Sexualmoral der Amis. Unbedingt ansehen!

"The Social Network": Facebook ist überall, auch im Kino. Der Film mit Jesse Eisenberg als Zuckerberg ist unterhaltsam, aber kein Hit. Entsprechend war ich auch überrascht, wieviele Golden Globes der Streifen abgeholt hat und bei den Oscars könnte es ja ähnlich sein. Zur Handlung: Soziopathischer Studi-Hacker programmiert Websites, um bei den Uni-Babes seiner Träume zu landen. Auf dem Weg zum heutigen Milliardenimperium zerbrechen dann zwangsläufig noch ein paar Männerfreundschaften. Musik vom NiN-Mann Treznor und Regie von David Fincher ("Seven", "Fight Club", "Benjamin Button"). Durchaus sehenswert.

"Megamind": Ein neuer DreamWorks Pixelfilm mit sehr simpler Handlung - Megamind, der geniale, aber auch dusselige Schurke, auf der einen, und Metroman, ein Traum von Superheld, auf der anderen Seite. Und während Megamind zusammen mit seinem Handlanger Minion nach der Herrschaft über Metro City strebt, beschützt Metroman deren Einwohner. Doch schließlich besiegt der Schurke den Helden. Trotz der Hauptstimme von Bastian Pastewka konnte mich der Film nie fesseln, nach der Hälfte hab ich weggezappt.

"Despicable Me": Gleich noch einmal ein Animationsfilm, aber dieses Mal ein echt guter. Gru ist ein Bösewicht wie er im Buch steht. Sein neuester hinterhältiger Plan soll ihm endlich zur lang ersehnten Weltherrschaft verhelfen. Gru plant den Mond zu klauen. Als ob dies nicht schon schwer genug für einen gestandenen Fiesling wäre, muss er noch drei Waisenkinder in seine Obhut aufnehmen. Unter der Regie von Pierre Coffin und Chris Renaud ist dieser Animationsfilm entstanden. Er sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene schlicht knuffig und mit fiesen Witzen ausgestattet. Lohnt sich!

"Inception": Vermutlich einer der besseren Filme der letzten Zeit, aber auch einer der verrücktesten. Hat mich irgendwie an "Angel Heart" (mit De Niro und Rourke) erinnert. Da hab ich auch erst ein paar Tage gebraucht um den Film wirklich zu verstehen und mir klar zu werden, ob ich ihn mag oder nicht. Entsprechend gibts noch keine endgültige Wertung, aber es schaut gut aus... Vorallem da ich Di Caprio echt gerne sehe!

"Little Fockers": Teil Drei der Focker-Serie. Wiederum mit grossartigen Schauspielern - De Niro,Hoffman, Stiller, Streisand, Alba und O. Wilson! Aber, es ist halt der dritte Teil. Manche Szenen wurden lieblos zusammengeschnitten, die Handlung lässt zu wünschen übrig. Klar, es gibt sehr witzige Szenen. Aber mehr ist da nicht. Schade um die Zeit und ums Geld - sofern man dafür bezahlt hat. Zudem frage ich mich, ob die Pointen in der deutschen Synchronisation überhaupt funktioniert haben...

"Dinner for Schmucks": Bei uns lief der Film im Kino unter dem Titel "Dinner für Spinner". Hatten wir doch schon mal, oder? Klar, 1998 gabs den Film schon aus Frankreich. Erfolgreiche Unternehmer treffen sich zum Essen und holen sich Idioten zur persönlichen Unterhaltung. In der US-Version spielt ein Schweizer Ehepaar eine grosse Rolle, die Hauptrolle wird von Steve Carell gespielt. Alles in allem unterhaltsam, kommt aber niemals an das Original heran. Erwähnenswert: Stephanie Szostak als Julie *Hach*

"Cass":  Cass, ein jamaikanisches Waisenkind, wächst im London der 50er Jahre auf. Jeden Tag wird er wegen seiner Herkunft und Hautfarbe von seinen Mitschülern und Lehrern verprügelt und diskriminiert. Mit Gewalt und Hass verschafft er sich den Respekt. als Fan von West Ham United steigt er schnell zum Anführer einer Hooligan-Bande auf. Bis eines Tages die Gewalt eskaliert.... Wer Green Street Hooligans gemocht hat, der wird Cass lieben. Nichts für zartbesaitete Filmfans!

"Harry Potter und die Heiligtümer des Todes": Der erste verfilmte Teil des angeblich letzten Harry Potter Buchs. Auf Hogwarts nichts Neues, aber warum auch das bewährte Muster ändern? Wiederum gibt es im Film ein paar Szenen, bei denen jedes normale Kind erschrecken wird. Mir hats gefallen, das lag natürlich auch am Auftritt von Emma Watson als Hermine! Wem die Harry Potter-Filme/Bücher gefallen, der wird auch diesen Teil mögen. 

"Zweiohrküken": Nicht mehr ganz so aktuell, und auch schon auf DVD erhältlich. Aber ich hab ihn irgendwie immer auf die lange Bank geschoben. Ja, auch der zweite Teil der Liebesgeschichte zwischen Ludo und Anna ist zuckersüss und witzig. Natürlich spielt - in meinen Augen - Nora Tschirner alle anderen Mitstreiter an die Wand, auch wenn die Nacktszene eher lustig, denn erotisch ist. Ich hab mich 90 Minuten lang köstlich amüsiert, erwähnen sollte man dabei auch die gute Musikauswahl.

"Vincent will Meer": Drei junge Psychiatrie-Patienten brechen aus der Klinik aus und starten eine abenteuerliche Reise ins wirkliche Leben. Ein bisschen "Rain Man", zugegeben. Der Film respektiert die Figuren, ohne auf ihre Kosten Lacher einzufahren, die Ausreisser sind liebenswerte Verrückte: Florian David Fitz - weit weg vom Macho Dr. Marc Meier in der Arzt-Serie "Doctor's Diary" - zeigt sich sensibel und verletzbar. Karoline Herfurth überzeugt als junge Frau mit Magersucht flüchtet und Johannes Allmayer läuft als nerviger Zwangsneurotiker zu Hochform auf. Tragikkomödie mit Tiefgang - und viel Meer!

30. November 2010

Jennifer Aniston und andere Härtefälle

Ja, heute gibts ein gaaaanz belangloses Thema, eines fürs Gemüt und für die Augen. Für einmal ganz ohne politischen Hintergrund, lassen wir die Ausschaffungs-Initiative hinter und und schauen nach vorne. Und auch nichts über Fussball, denn das FC Aarau-Schiff gleicht nach der gestrigen erneuten Niederlage eh der Titanic und sinkt weiter, die WikileaksSache geht mir am Allerwertesten vorbei, Leslie Nielsen ist nicht mehr und ab morgen Mittwoch gibts hier im Blog sowieso den täglichen AdventsBlogKalender mit zahlreichen Gastautoren und es wird - zumindest teilweise - seeeehr besinnlich. Darum hauen wir heute noch einmal so richtig auf den Putz. Viel Haut, Tratsch und wenig Inhalte. Immerhin verkaufen sich dank diesem System zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen seit Jahren, aber auch TV-Sendungen ("Supertalent", "Bause sucht Frau") locken mit wenig Hirnfutter Zuschauer vor die Flimmerkiste. A propos, das Magazin FHM gibts bald nicht mehr, es wird demnächst eingestellt. Wieder eine Plattform weniger wo sich die C-Promi-Frauen von ihrer Schokoladenseite zeigen können. Ob es jemand vermissen wird? Kaum. Mein letztes FHM-Heft liegt irgendwie anderthalb Jahre zurück, damals gabs die GNTM-Tessa in Hochglanz. 

Aber nun zu den wirklich unwichtigen Themen des Lebens. Ein paar Schlagzeilen von gestern gefällig? Und ich hab sie nicht selber erfunden, es gab sie wirklich so zu lesen. Alle beziehen sich auf die im Titel erwähnte US-amerikanische Schauspielerin:
  • Frisch verliebt? Jennifer Aniston mit mysteriösem Mann in der Sonne!
  • Aniston: Scharf wie Chilli am Strand
  • Brandheiss: Jennifers Po in Mexiko
  • Wer ist ihr heisser Urlaubsflirt?
Ja, so gehts wenn man prominent ist oder anders gesagt, so gehts wenn Frau der weltweit begehrteste Hollywood-Single ist. Seit ihrer Trennung von Brad Pitt sorgt Jennifer Aniston - vermutlich eher unbewusst - in regelmässigen Abständen für solche Schlagzeilen. Egal ob sie mit nem Kumpel irgendwo Essen geht oder einen Filmpartner knutscht. Die Aniston ist ein dankbares Opfer für die Journis, obwohl sie im Gegensatz zu anderen Sirenen kaum Skandale vorzuweisen hat. Aber das ist vermutlich der Reiz. 

Okay, ich gebs zu, ich find diese Frau tierisch sexy und ich mag sie auch als Schauspielerin - obwohl ihre Filme Hirn und Verstand eher selten fordern. Muss ja aber auch nicht immer. Aber für ihr Alter hat sie eine Hammerfigur, soll angeblich absolut beziehungsgestört sein und wirkt sie auf den Fotos häufig so wie das freundliche Mädchen von Nebenan. Mit der man(n) auch mal gerne zum Billard oder auf ein Bier gehen würde. Fazit: passt! Aber das hier soll keine Lobhudelei auf die Aniston werden, vielmehr will ich zum Ende des Jahres kurz den Promi-Singlemarkt abklappern, denn laut der Yellow Press sollen aktuell spektakuläre Damen auf der Suche sein. Darum nachfolgend meine Top 5 der Hollywood-Singles, die - wenn ich nicht selber vergeben wäre und sie vermutlich def. nicht an mir interessiert sind - durchaus ins Monsieur Fischersches Beuteschema passen würden. Durchaus ein Blogposting ohne tieferen Sinn - immerhin wurden die Zeitungen mit den doofen Aniston Schlagzeilen aber auch tausendfach verkauft. Und hey, "Vanity Fair" ist in diesen Tagen mit dem folgenden Titel am Start: "Top 5 Celebrity Cellulite Bodies"... da ist meine Liste direkt noch harmlos.

Platz 1: Jennifer Aniston

Platz 2: Abbie Cornish

Platz 3: Kate Hudson

Platz 4: Sandra Bullock

Platz 5: Lindsay Lohan

Klar, die Liste liesse sich endlos verlängern, bei all den On-/Off-Beziehungen verliert man aber schnell einmal den Überblick. Unlängst wurde Pink als Single vermeldet und nun ist sie schwanger. Aktuell ohne festen Partner sollen unter anderem die folgenden Damen sein: Halle Berry, Lady Gaga, Renée Zellweger, Jessica Simpson (die hatte ich mal im Interview und hab danach die Schlagzeile über sie gelesen: "Sie ist sexuelles Napalm" und dabei war die sowas von laaaaaaaaaangweilig... im Gespräch), Cameron Diaz. Für alle Leserinnen von Interesse: Laut Vanity Fair sollen auch George Clooney, Daniel Radcliff, Hugh Grant oder Owen Wilson wieder zu haben sein. 

Aber wieso faszinieren eigentlich bekannte Singles und füllen Tag für Tag die Klatschspalten? Zumindest wenn man selbst auf der Suche nach einer Partnerschaft ist, interessiert es viele Menschen, wie es den Hollywood Singles ergeht. Ist George Clooney wirklich noch allein? Die Promis kommen vielen Menschen durch ihren Single-Status (gefühlt) näher und sie erhalten einen erreichbareren Charakter. Teilweise kann man sich mit den Stars identifizieren, wenn man selbst solo ist. Und man kann sich zusätzlich damit trösten, dass es offensichtlich nicht mit dem Kontostand oder dem Aussehen zu tun haben kann, wenn man keinen Partner an seiner Seite hat.

In diesem Sinne, meine Damen und Herrn: Hallali, die Jagd ist eröffnet und ab morgen gibts hier den AdventsBlogKalender, Hände über die Decke 24 Tage lang!

18. November 2010

Liebe, Hass, Verrat, Rache und Vergebung

Und alle diese Gefühle gibts in einer einzigen Geschichte vereint: "Der Graf von Monte Christo" and I'm lovin it! Ich bin ja nicht unbedingt der Leser von Fiktion, lieber habe ich wahre Geschichten oder Biografien. Ein Wunder darum, dass es mir der Roman von Alexandre Dumas so sehr angetan hat, dass ich sowohl das Buch, als auch das Hörbuch und natürlich die zahlreichen Filme verschlingt habe. Gut, das mag sicher daran liegen, dass Marseille in der Geschichte eine tragende Rolle spielt. Aber vielmehr finde ich, kenne ich keine andere Geschichte aus dieser Zeit, welche so knallhart aufzeigt, wie falsch Menschen sein können! Kurz zum Inhalt... 


Der junge Seemann Edmond Dantès kommt 1815 zurück nach Marseille und wird vom Reeder Morrel zum Kapitän befördert. Gerade als er sich mit dessen Tochter Mercédès verloben will, wird Edmond verhaftet. Durch einen Komplott, an dem mehrere im bestens bekannte Personen und sein bester Freund Fernand Mondego beteiligt sind, wird er als Napoleon-Sympathisant in den Kerker der Festungsinsel Château d'If verbannt. Dort wird er mit dem scheinbar verrückten Mithäftling Abbé Faria bekannt und verbringt 14 qualvolle Jahre im Kerker. Der Tod Farias ermöglicht Dantès' Flucht. Ausserdem wird er Farias Erbe: ein riesiges Vermögen, das auf der kleinen Mittelmeerinsel Monte Christo versteckt ist, erwartet ihn. In verschiedenen Masken führt er sich dank seines ungeheuren Reichtums in die Pariser Gesellschaft ein. Die meisten seiner Todfeinde haben einen sagenhaften Aufstieg hinter sich und sind dort wohl etabliert. Als Graf von Monte Christo beginnt er seinen Rachefeldzug...

Der Graf ist im Roman stark typologisiert, er sieht sich als Racheengel und wirkt darum auf viele LeserInnen oft arrogant und penetrant. Ich verstehe jede seiner Aktionen, überlegt man, dass Dantès innert kurzer Zeit sein ganzes Leben verloren hat - nur weil er seinen besten Freunden vertraut hat! Immer wieder tauchen neue Gestalten auf, bei denen man nie genau weiss, ob sie für oder gegen den Grafen sind: Caderousse, der Schneider, Albert de Morcerf, Andrea Cavalcanti oder Monsieur de Villefort. Monte Christo selber wird im zweiten Teil der Geschichte zu einem exzentrischen Reichen, mit orientalischen Accessoires wie Haschischträumen oder einer eingekauften Königstochter mit Namen Haidée. Der frischgeborene Graf fesselte die Gesellschaft, erhielt Aufmerksamkeit überall, wo er erschien. Zitat aus dem Buch:

"Es war nicht seine schwarze Kleidung, natürlich von tadellosem Schnitt, aber schlicht und schmucklos. Es war nicht seine weiße, unbestickte Weste, es war nicht seine Hose, die ein Bein der zartesten Form umspannte, was die Aufmerksamkeit fesselte, sondern es war sein ruhiges und reines Antlitz, es war sein durchdringender und melancholischer Blick, es war schließlich sein mit wundersamer Feinheit gezeichneter Mund, der so leicht den Ausdruck einer stolzen Verach tung annahm, was bewirkte, daß alle Augen auf ihn gerichtet waren. Es konnte schönere Männer geben, aber gewiß nicht bedeutungsvol lere, man gestatte uns diesen Ausdruck. Alles am Grafen wollte etwas aussagen und hatte seine Bedeutung. Denn die Gewohnheit nützlichen Denkens verlieh seinen Zügen, dem Ausdruck seines Gesichts und der geringfügigsten seiner Gebärden eine unvergleichliche Geschmeidigkeit und Festigkeit."

Was mich als Frankreich-Fan natürlich besonders fasziniert, der Roman ist nicht ohne gesellschaftskritische Brisanz. Schon der Hintergrundfaden, der durch die wechselnden Kaiser und Könige in Frankreich und die sich bieder anpassenden Oberschicht erzählt wird, enthält Nachdenkenswertes. Oder wie sagt man so schön, wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Womit wir dann schnurstracks bei den von mir - auch im Jahr 2010 immer noch genau so aktuellen - Windfahnen wären. Ein Beispiel gefällig, dass sich in 200 Jahren nicht wirklich etwas verändert hat?

"[Graf:] "Vielleicht wird Ihnen das, was ich Ihnen gleich sage, sonderbar scheinen, meine Herren Sozialisten, Progressisten, Humanisten, aber ich kümmere mich niemals um meinen Nächsten, ich versuche niemals, die Gesellschaft zu beschützen, die mich nicht beschützt, und, ich möchte sogar behaupten, die sich mit mir im allgemeinen nur beschäftigt, um mir zu schaden." [Villefort:] "Es ist bei uns nicht Sitte, sagte ich, daß die durch Reichtümer Bevorzugten ihre Zeit mit sozialen Gedankenspielereien verlieren, mit philosophischen Träumen, die höchstens dafür geschaffen sind, diejenigen zu trösten, denen das Schicksal die Güter der Erde versagt hat."

Klingt ein bisschen wie das Programm einiger Parteien oder Politiker. Aber zurück zur Geschichte: Der Graf tritt seinen mehr als berechtigten Rachefeldzug an. Die Frage, die sich stellt ist, wie soll und darf er Vergeltung nehmen? Seine Ex-Geliebte, die als Marquis de Moncerf verheiratete Mercédès stellt dem Grafen dazu ein paar Fragen.

"Und warum setzen Sie sich an die Stelle der Vorsehung?" rief Mercédès aus. "Warum erinnern Sie sich, wenn sie vergißt? Welchen Schaden fügte Ihnen Fernand Mondego zu?" Etwas später antwortet der Graf : "Was ich nach Ihnen am meisten liebte, Mercédès, war ich selbst, das heißt: meine Würde, das heißt: jene Kraft, die mich anderen Männern überlegen machte. Diese Kraft war mein Leben. Erst ab heute weiß ich es gewiß, daß ich der von Gott Gesandte bin!"

Wie zu Beginn erwähnt habe ich eine französische und eine deutsche Buchausgabe zu Hause, dazu zwei, oder drei DVD-Versionen des Films und ein Hörbuch. Dumas' Graf erschien 1845/46 und entwickelte sich zu einem der Klassiker der Abenteuerliteratur. Die Handlung basiert auf Jacques Peuchet (1758 – 1830), einem Archivar der Pariser Polizeipräfektur: "Le Diamant de la vengeance" und "Mémoires tirés des Archives de la Police de Paris und Collection des lois, ordonnances et réglements de police 1818 – 1819". Nach dem Buch kam die Geschichte auf die Bühne, mit einer Uraufführung in vier Teilen in verschiedenen Pariser Theatern um 1848. Frankreich darf sich rühmen, den genialsten Kolportageschriftsteller hervorgebracht zu haben: Alexander Dumas. Sein „Graf von Montechristo“ hat nicht nur tausend Nachahmer in allen Sprachen gefunden, er ist auch der direkte Vorläufer sämtlicher Abenteurerfilme, die heute laufen und in denen der Beschützer des Guten und Rächer des Bösen doch immer nur ein verkappter Graf von Montechristo ist. Wer die Geschichte um Liebe, Hass, Verrat, Rache und Vergebung nicht kennt, dem empfehle - aus zahlreichen Möglichkeiten - die folgenden Verfilmungen:

1953, mit Jean Marais in der Hauptrolle (F)
1961, mit Louis Jourdan in der Hauptrolle (F/I)
1974, mit Richard Chamberlain und Tony Curtis in den Hauptrollen (GB)
1998, (Fernsehfilm, 4-teilig), mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle (F)
2002, mit James Caviezel, Guy Pearce und Richard Harris in den Hauptrolle (USA)

16. September 2010

Mörder auf Amrum - mehr davon

Es war ja wirklich ein Zufall, aber immerhin hat sich dieser Zufall ausbezahlt - kulturell gesehen. Ich wollte eigentlich auf ZDFneo nen Film aufnehmen, hab mich dann aber im Tag vertan und bin zufällig beim TV-Film "Mörder auf Amrum" gelandet. Ein genialer deutscher Film, mit sehr viel Schweizer Beteiligung... darum meine Hoffnung an dieser Stelle, dass sich SF eventuell nen Ruck gibt und den Film einem breiten Publikum vorstellt. 


Ich würde "Mörder auf Amrum" mal ganz plump als makaberen Nordsee-Western mit Coen-Einflüssen bezeichnen. Kein Plan obs sowas gibt, aber daran hat mich der Film erinnert, einen guten Spaghetti-Western aus früheren Tagen. Hinter dem Projekt steht unter anderem der Schweizer Filmemacher Markus Imboden (u.a. "Katzendiebe" oder "Komiker" mit Beat Schlatter), zusammen mit seinem Kumpel Holger Karten Schmidt ist es schon die vierte Zusammenarbeit der beiden. Kino.de schreibt über den Film:

So makaber wie diesmal haben sie es in den gemeinsamen Werken allerdings noch nie getrieben. Derart grimmiger Humor ist ziemlich selten im deutschen Fernsehen. Flapsig kontert der Polizist das Ultimatum des Geiselgangsters mit den Worten, er habe die gefangene Postbotin ohnehin noch nie leiden können. Als der Killer die Frau ohne großes Federlesen tatsächlich umbringt, stellt der Beamte später trocken fest, jetzt sei wenigstens das Briefgeheimnis wiederhergestellt. 

Dabei ist Polizist Helge Vogt alles andere als ein cooler Hund, der kaltblütig über Leichen geht. Eigentlich ist er sogar ein ziemlich unscheinbarer Held, ein einfacher Polizist auf der Nordseeinsel Amrum. Zur Story: Die russische Mafia will eine junge Moldawierin töten, die im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms auf der Insel untergetaucht ist. Die Killer kennen keine Gnade; zwei BKA-Beamte und Helges Chef haben sie schon auf dem Gewissen. Jetzt ist der junge Mann völlig auf sich allein gestellt: Einzig der Bestatter steht Helge zur Seite; gemeinsam nehmen sie den ungleichen und vorallem sehr blutigen Kampf auf. 

Das klingt ein bisschen nach einem normalen Krimi oder eben Western. Klar, bloss es kommt ein Faktor dazu, der den Film von anderen Streifen abhebt - nebem dem ziemlich schwarzen Humor. Auf der trostlosen Insel gibt es kein Entkommen, es kommt eine bedrohliche Enge auf. Um so skurriler mutet ein Dialog zwischen dem Chefkiller (Roeland Wiesnekker, ein Schweizer!) und dem Provinzpolizisten an, als der Gangster Amrum als "armselig" bezeichnet und sich Helge trotz grösster Bedrängnis erst einmal über die Beleidigung seiner Heimat aufregt und vom Killer eine Entschuldigung fordert. Die Figuren sind sowieso allesamt eher skurril und gut gespielt, neben Wiesnekker sind Leute wie Hinnerk Schönemann oder Barbara Rudnik an Bord. Eine besondere Erwähnung verdient dabei noch Irina Potapenko. Nicht nur weil sie wunderhübsch aussieht, sondern weil man ihr die Rolle der ängstlichen Flüchtlingsfrau auf Anhieb abkauft. Leider gibts von ihr bislang noch nicht allzu viele Filme zu sehen, eher kleine Produktionen, aber ich hoffe, dass sich das in Zukunft ändert. Bei mir bleibt sie zumindest auf dem Radar.

Fazit: wer auf subtilen Humor, zünftige Schiessereien und interessante Landschaftbilder steht sollte sich "Mörder auf Amrum" unbedingt im Hinterkopf behalten. Die verschiedenen Ballereien hat der Schweizer Markus Imboden angemessen packend inszeniert, so dass sich zwischen spannendem Thriller und bitterschwarzer Komödie ein zusätzliches Spannungsverhältnis ergibt, nicht nur wegen der Parallelen zu "High Noon" und Co. Kurz, ein überaus reizvoller Nordsee-Western mit einem verblüffenden - naja nennen wir es mal so - Happy End.

16. Juli 2010

Openair-Kino für zu Hause

Derzeit gibts  ja in jeder Ecke ein Openair-Kino, welches die Gäste zum Film schauen einlädt. Ich finds auch lässig, tolle Streifen unter freiem Himmel anzuschauen. Letztes Jahr war ich glaub zwei oder dreimal in der Pferderennbahn hinten. Erst ein leckeres zNacht, danach einen Drink holen und ab auf den Fatboy. Ich hoffe, dass es auch in diesem Sommer einmal reicht, allerdings ist der Terminkalender irgendwie ziemlich voll die nächsten Wochen. Darum kommt es vor, dass ich mir vom Balkon her am späteren Abend gerne einmal einen Film gönne. Dank diesen grossen Fernsehgeräten ist dies ja in der heutigen Zeit ohne Probleme möglich. Darum an dieser Stelle ein paar Empfehlungen für laue Sommernächte, begleitet von unterhaltsamen Schauspielern.

Das Jahr der ersten Küsse

Tristan ist 15 und die Welt für ihn nicht mehr in Ordnung. Seine Eltern lassen sich gerade scheiden. Weil er deshalb in eine andere Stadt ziehen muss, versucht er, die letzten Wochen im Kreise seiner Clique in vollen Zügen zu genießen. Dazu zählen tiefgründige Gespräche ebenso wie rauschende Geburtstagsfeten, platonische Freundschaften wie erste Kontakte zum anderen Geschlecht. Kumpel Kerstin heißt das Objekt seiner Begierde - doch Tristan bringt es einfach nicht auf die Reihe, ihr seine Liebe zu gestehen. Es ist eine sogenannte Coming-of-Age Komödie, die in den 80er Jahren spielt und mit süssem Witz und toller Musik zu überzeugen vermag. In den Hauptrollen unter anderem Oliver Korittke oder Diane Siemons-Willems.


Barfuss bis zum Hals

Der 17-jährige Jakob findet seine Eltern peinlich, denn die leiten ein Nudistendorf. Für Sabine und Helmut ist Nacktsein das Natürlichste der Welt. Gemeinsam mit Tochter Rosa leben sie im tiefsten Brandenburg, auf dem Gelände des "Sportvereins zur Freiheit". Dieses von allen Kleidern befreite Leben wird von einem Tag auf den anderen bedroht: Der Textilunternehmer Dieter Lohe hat das Grundstück gekauft... Und wer jetzt denkt, ein doofer Sat1-Film: falsch! Eine intelligente Komödie über Vater-Sohn/Tochter-Beziehungen und Vorurteile Ost/West im Jahre 2010. In den Hauptrollen der schlicht geniale Martin Brambach, Christoph M. Orth, Sarah Kim Gries und wiederum Diane Siemons-Willems.


Gegen die Wand

Gegen die Wand ist der vierte Spielfilm des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akın. Der Film schildert die Liebesgeschichte einer jungen in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Türkin, die eine Scheinehe mit einem älteren, alkoholkranken und drogensüchtigen Landsmann eingeht, um den Moralvorstellungen ihrer Eltern zu entkommen. Die weibliche Hauptrolle spielt Sibel Kekilli. 

In Marseille wartet der Tod

Pitou (Vincent Cassel) kehrt aus dem Knast zurück. Weil seine Freundin (Cassels Frau Monica Bellucci) inzwischen mit Pitous Bruder liiert ist und der beste Freund schmutzige Geschäfte macht, gibt's Ärger. Ein sehr harter Gangsterfilm, der ausnahmslos in Marseille spielt und bei dem die Ultras von OM eine kleine Hauptrolle spielen. 

Le Serpent
Einst hatte Vincent (Yvan Attal) großes Glück, als er mit Hélène (Minna Haapkylä) nicht nur eine wunderschöne Frau, sondern auch die Tochter eines der reichsten Männer Europas geheiratet hat. Die Ehe mit Hélène ist mittlerweile ein Scherbenhaufen und dann beschuldigt ihn das Model Sofia (Olga Kurylenko) auch noch zu unrecht, sie vergewaltigt zu haben. Als Sofia bei einer Aussprache ums Leben kommt, hilft ihm sein alter Schulfreund Plender (Clovis Cornillac), den er erst am Abend zuvor zufällig wiedergetroffen hat, unaufgefordert um die Entsorgung der Leiche. Spannend bis zur letzten Sekunde!

18. Januar 2010

Meine Nacht mit Drew, Chloë und Jennifer

Wow, war das eine Nacht. Nicht nur die oben erwähnten Damen - welche mit Nachnamen übrigens Barrymore, Sevigny und Aniston heissen - haben mir mit die Nacht verbracht, nein es waren noch gaaanz viele andere Damen und Herren dabei. Mit mir im Bett quasi. Der Grund dafür hiess: Golden Globes 2010! Ja, es gibt nicht viele TV-Events für welche ich extra mitten in der Nacht den Wecker stelle. Super Bowl, ein grossartiger Boxkampf, die Oscars, vielleicht mal die MTV-Awards oder eben die Golden Globes gehören da - je nach Müdigkeitsfaktor und Programm am anderen Tag - dazu. Okay, die Show letzte Nacht war bestimmt nicht die Beste, aber sie hat unterhalten. Dazu hat aber auch Twitter beigetragen!

Nun, wer in welcher Kategorie gewonnen hat kann man zum Beispiel hier nachlesen. Das hat für mich auch nicht unbedingt eine grosse Rolle gespielt. Viel spannender finde ich jeweils die Reaktionen der Gewinner und der Verlierer. Ebenso die Dankesreden und vor der offiziellen Übergabe natürlich die Laudatio. Nicht zuletzt interessiert natürlich noch, wer trägt was und wer tritt wie betrunken auf die Bühne. Gewinner in dieser Kategorie vermutlich einmal mehr Mickey Rourke, dicht gefolgt vom Dude Jeff Bridges. Obwohl, so richtig peinlich war letzte Nacht eigentlich niemand, nicht einmal Mike Tyson der mit dem Cast von Hangover einen Globe abholen durfte. Besonders politisch wars in diesem Jahr auch nicht, das Stichwort Haiti wurde zum Beispiel genau einmal erwähnt, genau so hat man nur einmal Gott oder Obama gedankt. Besonders berührt haben die Auftritte von Meryl Streep, welche eine eine bewegende Dankesrede gehalten hat, der vom Krebs gezeichnete Dexter-Hauptdarsteller Michael C. Hall sowie natürlich Regisseur Martin Scorsese, der verdientermassen für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde!

Nun, aber witzig wars in diesem Jahr. Das lag zur Hauptsache am Moderator, dem Engländer Ricky Gervais. Ein Komiker wie er im Buche steht, der gleich zu Beginn klar machte, dass er Vollgas geben werde weil man ihm diese Moderation wohl eh kaum ein zweites Mal anvertrauen werde. So gabs Sprüche über all die operierten Nasen, Brüste und Lippen im Publikum, aber auch über den Alkoholkonsum von Mel Gibson. Dabei gab Gervais aber auch gleich offen zu, dass er selber auch schon ein paar Drinks intus hatte. Von den Preisträgern war Robert Downey Jr. witzig, der meinte, er wolle eigentlich überhaupt niemandem danken. Tja und dann noch zu den Damen der Schöpfung: das von mir gleich zu Beginn erwähnte Trio fand ich besonders bezaubernd. Aber natürlich gab es auch den einen oder anderen besonders tiefen Ausschnitt, Mariah Carey oder Halle Berry seien da speziell erwähnt.

Besonders witzig war die Nacht aber dank Twitter. Erstens haben auch in unserer Gegend viele Leute - unter anderem Chris und Vinjii aus meiner Blogroll - das Spektakel angschaut. Zweitens haben haben auch die Stars selber fleissig über iPhone ihre Eindrücke live rausgehauen. Demi Moore und Ashton Kutcher waren dabei besonders fleissig. Den Vogel abgeschossen hat aber eindeutig Amanda Palmer, die Frontfrau der Dresden Dolls. Sie sass besonders weit vorne und keine Location war vor ihrer iPhone-Cam sicher. So hat sie sich dann mal eben auf dem roten Teppich ermorden lassen oder auch ungeniert in der Frauentoilette (Foto links) abgedrückt, wo sich die "Reichen und Schönen" gerade frisch gemacht haben. Herrlich!

So und zum Schluss einfach noch zwei Sachen die mich mitten in der Nacht zum Gröhlen gebracht haben. Da wäre der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der den Film Avatar ausgezeichnen durfte und gemeint hat, dass er mit Regisseur James Cameron den Deal habe, dass die Hälfte der Einnahmen dazu benutzt würden um die Staatsfinanzen auszugleichen. Das war aber nur halb so lustig wie Noldis Aussprache von Avatar: "Avadaar... Abadaahh!" Hammer... hier das Video. Und dann noch der bitterböseSpruch des Abends, der nach dem Sieg von Christoph Waltz (er spielt in Inglourious Basterds einen SS-Offizier!) über Twitter die Runde gemacht hat... "It makes sense that Christoph Waltz ends up in Hollywood. That's where all the Jews are hiding from the Nazis".



20. Dezember 2009

RIP Brittany Murphy


Die junge Schauspielerin Brittany Murphy starb heute in Los Angeles – an einem Herzstillstand! Laut dem Internetportal TMZ wurde am Sonntagmorgen um 8 Uhr der Notfallwagen gerufen. Doch jede Hilfe kam zu spät. Die 32-jährige starb bereits auf dem Weg vom Haus ihres Mannes Simon Monjack zum Spital.

Ihren Durchbruch in Hollywood hatte Brittany Murphy im Film «Clueless». Später machte sich die Jungschauspielerin ein Namen mit Rollen in «Don´t Say A Word», an der Seite von Eminem in «8 Mile» oder «Sin City». US-Medien spekulieren derzeit über eine Tablettensucht Murphys, analog Michael Jackson. A propos Jackson, Promi-Blogger Perez Hilton soll unlängst in einem Radio-Talk den Tod des King of Pop mit dem möglichen Ableben von Brittany Murphy verglichen haben, sehr schräg! Die Schauspielerin selber hat in einem Interview vor einiger Zeit zugegeben, dass sie Essstörungen hat und aus Frust durchaus auch mal Kokain konsumiert... Seis drum 32 ist zu jung zum Sterben und Fakt ist 2009 war kein gutes Jahr für das Showbiz - mehr dazu bald hier im traditionellen Jahresrückblick.

Update: Laut Angaben der Polizei war Brittany Murphy in den letzten Tagen krank. Sehr starke Grippe und Erbrechen. Man fand scheinbar inzwischen zahlreiche rezeptpflichtige Medikamente im Haus, ebenso soll sie laut ihrer Mutter unter Diabetes gelitten haben. Natürlich bleibt im den USA auch die Schweinegrippe-Theorie nicht unerwähnt. Eine Autopsie - welche ihr Mann erst noch verhindern wollte - bringt in den nächsten 48 Stunden Licht ins Dunkel.

30. Juli 2009

Kino ist Kino ist Kino...

Ich hab da mal ein paar Filme gesehen die Tage: Ice Age 3, Hangover, Selbst ist die Braut, Big Stan & De l'autre côte du lit. Da derzeit alle diese Filme noch im Kino laufen wage ich mich an ein paar Kritiken ran. Und bevor jetzt alle die Frage stellen, ob ich denn jeden Abend im Kino sei und bemerken, dass der neue Sandra Bullock Film doch erst ab heute abend im Kino laufe... jaaa, natürlich gibts noch andere Möglichkeiten sich solche Film anzuschauen. Darauf möchte ich an dieser Stelle jetzt aber gar nicht näher eingehen. Oder anders gesagt, auch auf der Insel Tonga gibts Kinos.

Zuerst zu Ace Age 3. Naja, ich fand ja schon den zweiten Teil nicht mehr so toll. Im Dritten gibts jetzt zwar durchaus auch wieder witzige Szenen und vorallem der von Otto gesprochene Sid hat oft gute Sprüche drauf. Die Handlung ist dann aber schon recht gesucht und so hatte ich den Eindruck, dass dieses Mal Gags wie der von Scrad und seiner Haselnuss zu oft herhalten mussten um Lacher zu erzeugen. Klar, der Film ist wiederum sehr schön und sehr gut gemacht, da gibt es keine Zweifel. Aber alles in allem war mir das zu wenig. Vorallem sind aber ab einem gewissen Moment Handlung und Witze absehbar. Für Fans und Kinder ist der Film natürlich durchaus sehenswert, aber für normale Trickfilm-Freunde wie ich einer bin bietet er zu wenig.

Film Nummer 2 ist Hangover. Da komm ich dafür jetzt ins Schwärmen. Ich hab von den Film ja nicht wirklich etwas erwartet. Kannte so gut wie keinen Darsteller und hab im Vorfeld auch nur wenig darüber gehört. Vielleicht hat er mich genau darum positiv überrascht! Die Handlung ist total witzig, nimmt immer mal wieder unerwartete Wendungen, karrikiert andere Filme (Oceans 11, Rain Man), die Schauspieler beherrschen ihr Handwerk, Schnitt und Musik sind modern und schnell... Die Handlung auf den Punkt gebracht: Junggesellenabschied in Las Vegas, die 4 Jungs geben sich die Kante und am Tag danach gilt es dann wieder alles auf die Reihe zu kriegen. Schliesslich steht in 24 Stunden die Hochzeit an. Wer jetzt meint es komme dann sowas wie American Pie heraus, dem sei gesagt, dass sich Hangover an ein etwas älteres Kinopublikum wendet. Die Witze sind nicht pubertär, sondern erinnern teilweise eher an Brüno, Stromberg oder so. Egal, ich will nicht zuviel verraten und sage einfach, wer ablachen will der sollte diesen Film echt nicht verpassen. Idealerweise auf englisch, so kommen die Sprüche noch besser rüber!

Weiter mit dem neuen Film von Sandra Bullock: Selbst ist die Braut oder The Proposal. Als erste Erkenntnis bleibt sicher, dass die Frau Bullock in ihrer ersten Nacktszene überhaupt eine sehr gute Figur macht. Erkenntnis Nummer 2 ist, dass romantische Komödien - heissen ja neuerdings RomCom - seit "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" immer etwa gleich daher kommen was die Handlung angeht und man nach der ersten Minute schon weiss wer am Schluss mit wem. Das ist auch in diesem Film nicht anders, allerdings wird die ganze Story hübsch angerichtet und Sandra Bullock zeigt einmal mehr, dass sie durchaus komödiantisches Talent hat. Wer also nicht viel studieren und nen amüsanten Abend erleben möchte, dem sei dieser Film empfohlen. Zweifellos werden alle die ins Kino rennen, die bei Bridget Jones und Co. ihren Spass hatten. Und das sind ja viele... Frauen.

Zu guter Letzt noch ein Abstecher nach Frankreich. Während bei uns derzeit in den Openair Kinos die Ch'tis rekordverdächtige Besucherzahlen verzeichnen dürfen, läuft schon ein neuer Film von Dany Boon in den Kinos: de l'autre côté du lit. In Frankreich war der Film eher ein Flop, bei uns läuft er entsprechend auch nicht an jeder Ecke. Die weibliche Hauptrolle übernimmt übrigens meine All-Time-Traumfrau Sophie Marceau. Aber irgendwie kann auch sie dieses Mal nicht helfen. Kurz gesagt, wer den Trailer gesehen hat, der kennt den Film. Alle lustigen Szenen tauchen bereits in der Vorschau auf, ergänzt werden sie noch durch ein paar amüsante Dialoge, süssen Kindern und den - vorhersehbaren - Schluss. Aber ok, ich will den Film jetzt nicht einfach nur schlecht reden. Er ist durchaus witzig, die Darsteller geben sich Mühe und auch das Thema an sich ist recht originell. Es gilt in etwa die gleiche Aussage wie beim Bullock-Film, lockerer Ausklang eines lauen Sommerabends ohne viel überlegen zu müssen und dabei hier und da Schmunzeln.

Und da wäre schliesslich noch Big Stan: Immobilienmakler Stan muss wegen Betruges ins Gefängnis. Aus Angst vor einer Vergewaltigung seines geliebten Anus trainiert er bei "Der Meister" - gespielt vom eben erst verstorbenen Kung Fu-Darsteller David Carradine - eine Mischung aus allen Kampfkünsten. Der Film ist bereits zwei Jahre alt und wurde wohl zu Ehren von Carradine nun noch übersetzt und bei uns in die Kinos gebracht. Die Witze sind massiv unter der Gürtellinie, der Spruch über - Zitat - "harte schwarze Negerschwänze" in Bezug auf eine grauhaarige Oma gehört dabei noch zu den harmloseren seiner Sorte. Wie dem auch sei, wer wissen will, wie es sich anfühlt von einer unendlich langsamen und niveaulosen Filmdampfwalze überfahren zu werden, dem wünsche ich viel Spass im Kino.

Wer in dieser Aufzählung noch fehlt ist der aktuelle Harry Potter, der steht dann beim nächsten Regen an. Wobei ich die ersten paar Minuten schon gesehen habe und hoffe, dass diese Art und Weise sich nicht durch den ganzen Streifen zieht. Schliesslich dauert das Ding 150 Minuten, da muss dann schon noch etwas passieren. Erste Küsse von Harry, eine süsse Hermine und der tolpatschige Rothaarige reichen da nicht zur guten Abendunterhaltung.

9. Juni 2009

ARD findet Hitler nicht witzig... !

Ok, ich kannte den Film "Eurotrip" bislang auch nicht. Man muss den auch nicht kennen und wäre ich nicht zufällig vor der Flimmerkiste hängen geblieben würde auch ich nichts von diesem filmischen "Meisterwerk" wissen. Nun, Eurotrip ist eine US-Komödie im Stil von "Amercian Pie", nichts ist zu peinlich und kein Witz zu flach. Trotzdem kann man während dem Film viel lachen, weil die Vorurteile der Amis gegenüber uns Europäern zementiert werden ohne dass ein Klischee ausgelassen wird. Engländer sind Hooligans, Osteuropäer verarmt, Franzosen untreu, Italiener homosexuell und so weiter... Und natürlich kommen in dieser Liste auch die Deutschen vor. Klischee? Klar, Hitler!

Nur, in der ARD hat eine Szene gefehlt. Über alle Länder wurden also locker geschmacklose Witze gemacht, der Teil als es um Deutschland ging hat man diskret weggelassen. Zensur bei der ARD? Es passiert nach 65 Minuten: Als Scott mit Miekes Vater an der Tür spricht und erfährt, dass Mieke in Rom sei. In der US-Fassung nimmt man sich für die Vermittlung dieser Information noch etwas mehr Zeit und zeigt alle im Wohnzimmer des Vaters beim Kaffeetrinken. Im Hintergrund ist Miekes kleiner Bruder Heinrich zu sehen, der sich mit einem Filzstift ein Bärtchen aufmalt und dann im Stechschritt und mit Hitlergruss durchs Zimmer läuft. Cooper ist der einzige, der dieses Schauspiel bemerkt und versucht Scott dazu zu bewegen, dass Haus zu verlassen, während der sich weiter mit Miekes Vater unterhält. So schreibt es der Internetdienst "Schnittbericht" und liefert dazu diese Bilder:

Naja, laut Foren fehlt dem Film somit die sarkastischste Szene. Ich finds einfach etwas schade, dass das deutsche Fernsehen zwar die Verarschung der anderen europäischen Länder zeigt, aber einen Schnitt macht wenn es darum geht, dass Deutschland auf die Schippe genommen wird. Erst recht wenn man bedenkt wie oft Harald Schmidt und Oliver Pocher in ählnichen Rollen geglänzt haben. Egal. Ich habe in den lezten Tagen auch noch einen wirklich guten Film gesehen, "Sag es niemandem - Kein Sterbenswort!" Ein französischer Krimi der Extraklasse bei dem erst nach gut 2 Stunden wirklich klar wurde, wer was warum gemacht hat. Hammer! Zudem war die Filmmusik vom französischen Sänger "M" so toll, dass ich mir gleich die Platte holen musste. Prädikat Film und Musik: ein Muss!

Und da wäre ja dann noch das neue iPhone 3G S, welches ab dem 19. Juni bei uns in den Läden stehen soll. Was Apple gestern Abend angekündigt hat macht wirklich Freude, nur leider läuft mein Abo noch ein paar Monate, sodass ich mich wohl oder übel gedulden muss. Aber immerhin gibts für uns iPhone-Besitzer ja ab dem 17. Juni die OS3-Software fürs Gerät und die verspricht mit MMS, Copy&Paste und so weiter ja auch ganz nett zu werden. Ok, die Kamera ist immer noch schlecht und Videos kann man auch weiterhin keine machen. Aber eben, ich will ja nicht meckern schliesslich bin ich unter dem Strich äusserst zufrieden mit dem Gerät. Auch wenn es durch einen Sturz inzwischen etwas gar mitgenommen aussieht. Schnüff.

24. März 2009

Dadns eventuell mit mia vögeln?

Hab ich vor kurzem mal wieder geschaut und mich zum x-ten Mal köstlich amüsiert. Die bayrische Komödie "Wer früher stirbt ist länger tot". Wer den Film noch nicht kennt, hier der Trailer und dann ab in die Videothek.



Nachtrag: Peer Steinbrück und ich haben übrigens kein Problem. Oder umgekehrt, ich hab - wie dieser Filmtipp beweist - immer noch kein Problem mit den Deutschen. Lustig find ich es aber trotzdem dass wenn man bei Google Schweiz den Begriff "Currywurst" eingibt als allererstes mein Blog erscheint...

22. Februar 2009

And the Oscar goes to...

... heute Nacht ist es wieder soweit und die Welt schaut nach Hollywood. Denn dort werden "The Oscars" verteilt. Viele Stars werden über den roten Teppich flanieren und im Kodak-Theater gibts dann die begehrten Goldmännchen für die Siegerinnen und Sieger. Für mich seit Jahren ein gewaltiges Spektakel, welches ich wann immer möglich live anschaue. In der modernen Zeit besteht ja sogar die Möglichkeit auf die Sieger zu wetten und darum hier eine kleine Vorschau auf die ganz persönlichen Oscar-Favoriten 2009 des Monsieur Fischer. Wer übrigens ebenfalls tippen möchte, der kann das natürlich in den Kommentaren machen oder aber - was noch viel lustiger ist - auf der offiziellen Oscar-Homepage, da gibts sogar eine live Challenge.

Dass meine GewinnerInnen natürlich rein subjektiv ausgewählt sind, versteht sich von selber. Ich habe zwar ein paar der nominierten Filme bereits gesehen, bei den meisten Tipps siegt bei mir allerdings nicht der Verstand sondern das Herz. Also, wem würde ich den Oscar von Herzen gönnen. Allein durch die Nomination durch die Academy kann man nämlich davon ausgehen, dass die Filme toll und die Darsteller einen guten Job gemacht haben. Sonst hätten sie es - im Gegensatz zu "Musicstar" - nicht so weit gebracht.

  • Bester männlicher Hauptdarsteller: Mickey Rourke - The Wrestler
  • Bester männliche Nebendarsteller: Heath Ledger - The Dark Knight
  • Beste weibliche Hauptdarstellerin: Kate Winslet - The Reader
  • Beste weibliche Nebendarstellerin: Marisa Tomei - The Wrestler
  • Bester Animationsfilm: Bolt
  • Beste Regie: Slumdog Millionaire - Danny Boyle
  • Bester Dokumentarfilm: Encounters at the End of the World
  • Bester fremdsprachiger Film: Der Baader Meinhof Komplex
  • Bester Soundtrack: Slumdog Millionaire
  • Bester Song: Slumdog Millionaire - "Jai Ho"
  • Bester Kurzfilm: "Auf der Strecke"
  • Bester Original Drehbuch: "In Bruges"
  • Bester Film: Slumdog Millionaire

Die Veranstaltung gibts übrigens live bei Pro7 und - ohne Werbung - bei ORF. Los geht es mit diversen Vorberichten und dem Red Carpet gegen Mitternacht. Gespannt darf man wie immer auf die Dankesreden sein, die ja zeitlich begrenzt sind. Jetzt wo Bush weg ist, dürften politische Statements weniger werden. Allerdings sind Typen wie Mickey Rourke oder Danny Boyle immer mal wieder für einen Ueberraschung gut. So gesehen, Chips und ein Bierchen stehen schon mal parat und es könnte eigentlich los gehen.

Alle Oscar-Preisträger auf einen Blick

Bester Film:
«Slumdog Millionaire»

Beste Regie:
Danny Boyle für «Slumdog Millionaire»

Beste Hauptdarstellerin:
Kate Winslet in «The Reader»

Bester Hauptdarsteller:
Sean Penn in «Milk»

Beste Nebendarstellerin:
Penélope Cruz in «Vicky Cristina Barcelona»

Bester Nebendarsteller:
Heath Ledger in «The Dark Knight»

Bester fremdsprachiger Film:
«Departures»

Bester Animationsfilm:
«Wall-E»

Bester Kurzspielfilm:
«Spielzeugland»

Bester Kurzanimationsfilm:
«La Maison en Petits Cubes»

Bester Kurz-Dokumentarfilm:
«Smile Pinki»

Bester Dokumentarfilm:
«Man on Wire»

Bestes Originaldrehbuch:
«Milk»

Bestes adaptiertes Drehbuch:
«Slumdog Millionaire»

Beste Kamera:
«Slumdog Millionaire»

Bester Schnitt:
«Slumdog Millionaire»

Bestes Szenebild (ArtDirection):
«The Curious Case of Benjamin Button»

Beste visuelle Effekte:
«The Curious Case of Benjamin Button»

Bester Ton:
«Slumdog Millionaire»

Bester Tonschnitt:
«The Dark Knight»

Beste Filmmusik:
«Slumdog Millionaire»

Bester Song:
«Jai Ho» aus «Slumdog Millionaire»

Bestes Kostümbild:
«The Duchess»

Bestes Make-Up:
«The Curious Case of Benjamin Button»

12. Januar 2009

Gut gemacht, Herr Spielberg

Vergangene Nacht wurden in Los Angeles die Golden Globes verteilt, so etwas wie die kleinen Oscars. Abgeräumt haben Kate Winslet und der Film Slumdog Millionaire. Am meisten gefreut hat mich allerdings die Tatsache, dass Steven Spielberg einen Ehren-Globe für sein Lebenswerk erhalten hat. Schliesslich ist Spielberg einer, der mit seinen Filmen meine Liebe fürs Kino geprägt hat. Und als aufgezählt wurde, für welche Streifen den der Herr Spielberg so alles verantwortlich war/ist musste ich den Hut ziehen (ja, sogar mitten in der Nacht trage ich Hüte).

Hier eine kleine Auswahl der Filme, die von ihm sind und die mir bis heute in bester Erinnerung geblieben sind. Wobei die Betonung wohl auf "kleine Auswahl" liegen dürfte, der Blogpost würde ansonsten wohl den Rahmen sprengen.
  • E.T.: Eine meiner frühesten Erinnerungen ans Kino, ich hatte den kleinen Kerl sogar noch als silbrigen Anhänger am Hals.
  • Indiana Jones: Nach diesem Abenteuerspektakel 1984 haben wir in der Schule ebenfalls einen ähnlichen Film gedreht, ich durfte "Indie" spielen.
  • Jurassic Park: Spielberg und sein Team glänzten mit äusserst realen Dinosauriern und lösten damit eine Dino-Mania aus.
  • Schindler's List: Was soll man zu diesem Film sagen ausser, Taschentuch-Alarm!
  • Saving Private Ryan: Fährt besonders ein, wenn man die Originalschauplätze in der Normandie gesehen hat. Ein Meisterwerk!
  • A.I.: Verblüffender Blick in die Zukunft, der einen nachdenklich stimmt.
  • Catch me if you can: Für mich eine der herrlichsten Komödien aller Zeiten mit einem tollen Leo di Caprio in der Hauptrolle.
  • Terminal: Aus der Komödie wird ein Drama das an die Sans Papiers erinnert, Tom Hanks (Klar, Blood) in Bestform.
Das ist wie gesagt nur eine Kleinstauswahl von Filmen, die mir spontan und ohne gross nachzudenken in den Sinn gekommen sind. Die Liste liesse sich problemlos verlängern, schier endlos. Sachen wie "Duel", "Unheimliche Begegnung der dritten Art" oder "Goonies" gehören vermutlich ebenso dazu wie Geschichten aus dem Fernsehen wie "Colombo" oder "Amazing Stories".

Was mir an Spielberg aber gefällt ist die Tatsache, dass er auch häufiger für einen politischen Film verantwortlich ist, daraus aber nur selten ein Medientheater macht. Er lässt Filme sprechen und das ist auch gut so. In seiner Dankesrede gestern zum Golden Globe hat Spielberg allersdings gesprochen und erzählt, wie er zu seiner Liebe für den Film kam. Angefangen hat es im Jahre 1952 mit dem Film "The Greatest Show on Earth" von Cecil B. DeMille, da hat gibt es eine Szene mit einem Zug und die hat Spielberg als kleiner Junge dann versucht mit seiner elektrischen Eisenbahn nachzuspielen. Und irgendwann hat er sie dann auch gefilmt und der erste Spielbergfilm war Tatsache. In diesem Sinne hoffe ich, dass der Grossmeister des Hollywoodkino noch viele Inspirationen findet und uns noch mit vielen Filmen überrascht.

1. Januar 2009

Filme für den ersten Tag im neuen Jahr

Ja, heute ist doch genau einer dieser Tage an denen man das Bett am liebsten gar nie verlässt. Zumindest bei mir ist das so. Die Gründe müssen nicht einmal übermässiges Essen oder exzessiver Alkoholgenuss sein, vielmehr vielleicht einfach die Tatsache, dass das Jahr jetzt wieder von vorne losgeht und wir wiederum ein paar turbulente Tage vor uns haben bis zum nächsten neuen Jahr. Und quasi erschlagen von dieser Tatsache bleibe in an diesem Tag eben schon noch gerne unter der kuscheligen Decke.

Darum hier die ultimativen Filmtipps für den Neujahrstag, denn es muss ja nicht immer das Skispringen sein, oder? Und ja, die Filme sind vielleicht etwas speziell. Aber schliesslich ist heute ja auch ein spezieller Dank und US-iTunes sei dank muss ich nicht mal zur Videothek rennen, sondern ich leih mir - zumindest die fehlenden 2 - mal schnell übers Internet aus. Also, los.

Slums of Beverly Hills

Murray Samuel Abromowitz ist ein erfolgloser Autohändler jüdischer Abstammung. Er und seine Kinder wohnen in heruntergekommenen Immobilien in Beverly Hills, die Familie zieht häufig um. Murrays Tochter Vivian verliebt sich in einen Jungen aus der Nachbarschaft. Die schwangere Nichte von Murray Rita zieht ein. Ritas vermögender Vater Mickey ist bereit, die Mietkosten zu übernehmen wenn sein Bruder die Fürsorge für Rita übernehmen würde. Rita soll eine Lehre als Krankenschwester absolvieren. Als Mickey und seine Frau ihre Verwandte besuchen, beleidigt Mickey seinen Bruder als Taugenichts. Vivian rammt daraufhin ihrem Onkel eine Gabel in sein Bein. In diesem Augenblick offenbart Rita ihren Eltern, dass sie schwanger ist.

Ein Film der im familiären Chaos versinkt. Herrlich gespielt von Marisa Tomei, Alan Arkin und vorallem von der süssen Natasha Lyonne. Die inzwischen ja privat mehr Probleme hat, als sie in diesem Film je hatte. Hier der Trailer.

The Royal Tenenbaums

Royal Tenenbaum (Gene Hackman) verliess einst seine Frau Etheline (Anjelica Huston) und die Kinder. Als er nach Jahren zurückkehrt, kämpfen seine talentierten Kinder, die vor Jahren scheinbar vor sportlichen oder literarischen Karrieren standen, mit zahlreichen Schwierigkeiten: Die Adoptivtochter Margot (Gwyneth Paltrow) und der älteste Sohn Richie (Luke Wilson) leiden unter ihren mehr als geschwisterlichen Gefühlen füreinander, und der zweite Sohn Chas (Ben Stiller), der den Tod seiner Frau noch nicht überwunden hat, versucht krankhaft seine Söhne vor jeder Gefahr zu schützen. Royal täuscht eine Krebskrankheit vor und bittet die Familie um Vergebung und Versöhnung. Richie begeht derweil einen Suizidversuch, um die Aufmerksamkeit von Margot auf sich zu ziehen. Margots Ehemann St. Clair (Bill Murray) beauftragt einen Privatdetektiv, um Margots frühere Liebhaber und eine Geliebte zu ermitteln.

Chaos zum Zweiten, dieses Mal mit einem riesigen Staraufgebot. Der Film ist sowas von bitterböse, dass einem oft das Lachen im Hals stecken bleibt. Trotzdem behaupte ich, dass die Handlung gar nicht mal so weit hergeholt ist. Hinter dem Film steckt der geniale Regisseur Wes Anderson, der mit "Darjeeling Express" und "Die Tiefseetaucher" schon mein Herz erobert hat. Filmtrailer.

The Virgin Suicides

Die Familie Lisbon lebt in den siebziger Jahren in einem kleinen Vorstadthaus mit ihren fünf streng behüteten Töchtern: Die blasse, lammfromme Cecilia (13), die Draufgängerin Lux (14), die asketische Bonnie (15), die pingelige Mary (16) und die gescheite Therese (17). Als es Cecilia mit ihrem zweiten Suizidversuch gelingt, ihrem Leben ein Ende zu bereiten, beginnt das „Jahr der Selbstmorde“, das alle Beteiligten und Beobachter für immer verändern wird. Nach dem Verlust Cecilias verstärken die strenggläubigen Eltern die Regeln im Haus drastisch. Eines Abends eskaliert die Situation dennoch.

Bei diesem Film ist dann definitiv Schluss mit lustig. Eigentlich weiss man von Anfang an, wie diese Geschichte enden muss und trotzdem hat man immer wieder Hoffnung, dass es anders kommt. Wie es ausgeht, verrate ich natürlich an dieser Stelle nicht, dafür gebe ich zu, dass ich Kirsten Dunst direkt aus dem Film heraus gerne adoptiert hätte. Den Trailer gibts hier.

Little Miss Sunshine

Sheryl und Richard Hoover leben zusammen mit ihrer Tochter Olive, Sheryls Sohn Dwayne und Richards Vater in Albuquerque im Süden der Vereinigten Staaten. Nachdem Olive erfährt, dass ihr nachträglich der Sieg bei der Wahl zur Little Miss Sunshine des Bundesstaates New Mexico zugesprochen wurde, will sie nun zur bundesweiten Entscheidung nach Los Angeles reisen und den Wettbewerb gewinnen. Gemeinsam mit dem schweigsamen, fünfzehnjährigen Bruder Dwayne, der erst wieder sprechen will, wenn sich sein Wunsch, Testpilot bei der Air Force zu werden, erfüllt hat, dem unkonventionellen Großvater, der gleichzeitig Trainer von Olive ist, dem suizidgefährdeten, homosexuellen Onkel Frank und ihren Eltern macht sich das pummelige Mädchen auf den Weg nach Kalifornien. Die Reise mit einem gelben VW Bus ist von Streitereien und technischen Schwierigkeiten geprägt, bringt die unterschiedlichen Akteure einander aber auch näher.

Und noch einmal eine bitterböse Familientragödie, die aber regelmässig zum Schmunzeln auffordert. Wiederum mit Alan Arkin in einer Hauptrolle, muss man diesen Film wohl nicht näher vorstellen. Immerhin hat er Oscars abgeholt und das im prüden Amerika. Hier gibts mehr davon.

The Cement Garden

In einer englischen Vorortsiedlung lebt eine sechsköpfige Familie mit vier minderjährigen Kindern: den Teenagern Julie, Jack und Sue, sowie dem Nachzügler Tom. Als kurz nacheinander die Eltern sterben und die Kinder als Waisen zurücklassen, beschließen diese, die Situation zu verheimlichen, was aufgrund der sozialen Isolation der Familie leicht gelingt. Die tote Mutter wird im Keller in einer Kiste einzementiert, Julie und Jack übernehmen die Pflichten der Eltern. Erst als sich Julie mit Derek befreundet,wird die Situation kritisch. Derek, der Zugang zum Haus hat, lüftet bald das Geheimnis der Kinder, schweigt aber dazu, bis Julie sich von ihm ab- und auch sexuell ihrem Bruder Jack zuwendet. Es kommt schließlich zum Inzest zwischen beiden Geschwistern.

Zum Abschluss des DVD-Marathons noch einmal Dramatik pur, in der Hauptrolle dieses Films die junge Charlotte Gainsbourg. Der eher unbekannte Film soll sogar zu Madonnas Lieblingen gehören, immerhin zitiert sie in ihrem Song "What it feels like for a Girl" Auszüge aus dem Buch. Ich liebe an diesem - doch recht kranken - Film vorallem seine Traurigkeit, die in steten Grautönen dargestellt wird. Leider kann man den Film nirgends mehr kaufen, dafür gibt es ihn komplett auf YouTube zu sehen.

11. November 2008

Und der Bond ist doch schlecht!

Ok, ich hab den neuen Bond inzwischen gesehen. Auf DVD, angeblich importiert aus Indien. Und ich bin froh, dass ich für diesen Film dem Kino kein Geld gebracht habe. Er ist in meinen Augen einfach nur schlecht. Meine Vorurteile wurden leider voll und ganz bestätigt, ja sogar noch übertroffen. Besonders peinlich find ich inzwischen, dass der neue Bondfilm im Vorfeld ja grossartig als "der Schweizer Film" abgefeiert wurde. Überall war von diesem Taubmann zu lesen und vielen weiteren eidgenössischen Nebendarstellern. Naja, den Taubmann hab ich gerade ja noch entdeckt. Obwohl das bei der Kürze seines Auftritts auch nicht selbstverständlich war... Aber die restlichen Schweizer, wo sind die?

Eine Recherche im Internt hat mir dann weitergeholfen und dank dem Sonntagsblick wurde ich aufgeklärt, dass alle nationalen Darsteller zusammen auf gerade mal knapp 5 Minuten Filmzeit kommen. Wow. Kein Wunder hat Hauptdarsteller Daniel Craig gerade letzte Woche die Grippe erreicht, bei der Premiere in Emmebrücke. Emmenbrücke... tssss... arbeitet eigentlich der Typ, der die Idee gehabt hat, die Schweizer Premiere in der Luzerner Provinz durchzuführen noch bei der organisierenden Eventagentur?

Aber zurück zum Film. Ich fand ihn nur langweilig. Viele Verfolgungen und viele kaputte Autos. So gut wie kein Wortwitz und keine Überraschungen vom Script her. Dazu wie eingangs erwähnt fehlen viele Bond-typische Details und Personen. Kurz, der Film ist - meine Meinung - nicht mehr als ein gewöhnlicher Actionfilm, mit wenig Handlung.