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13. Dezember 2016

Mehr als nur Musik



Es gibt Momente im Leben, da sagt ein Lied mehr als tausend Worte. Ja, es gibt sogar ganze Jahre, für welche einem die Worte fehlen. In solchen Momenten hilft, zumindest mir, dann jeweils auch die Musik. So geschehen in diesem Jahr, welches ich ziemlich kleinlaut und nachdenklich zurück lassen werde. Passenderweise hat mich Spotify gestern mit einer Playliste, mit dem Titel "Deine Top Titel 2016", überrascht. Im ersten Moment hab ich noch gedacht, das wäre der gleiche Jahresrückblickmist wie bei Facebook. Am Abend hab ich dann aber doch reingehört und war erstaunt: Jeden, ja JEDEN, dieser verdammten Songs verbinde ich tatsächlich mit einem Moment 2016, einem Menschen, einem Gefühl, einem besonderen Tag, einem Gedanken, einem Ort, einer Erinnerung. Jedes der nachfolgenden Lieder erzählt also auf seine Art rückblickend eine Geschichte...

Und wer hätte es gedacht, 2016 olé, die komplette Liste ist in Moll gehalten und äusserst kopf- bzw. wortlastig. Anhören empfiehlt sich also nicht unbedingt, wenn ihr auf der Suche nach guter Laune seid. Die Reihenfolge der Lieder wiederspiegelt übrigens auch gleich die Anzahl der Plays im Jahr 2016. Sprich, der Titel "Rückenwind Pt. 2" lief bei mir am häufigsten. Der am meisten gespielte Künstler im Fischerschen Musik-Kosmos war in dem Jahr jedoch Faber. Er spielt, Ironie des Schicksals, am kommenden Freitag im KiFF ein Konzert und bildet so dann auch den treffenden Abschluss dieses Jahres. 

Los gehts. Viel "Spass" wünsche ich, bei der Playliste, welche wohl tiefer blicken lässt als jeder mit Worten verfasste Jahresrückblick.

Rückenwind, Pt. 2 von Neufundland 

Geboren um frei zu sein von Sido 

Speeding Cars von Walking On Cars 



When We Were Young von Adele 

Je pense à toi von Amadou & Mariam 






Per I Morti Di Reggio Emilia von Modena City Ramblers 



Fickt-Euch-Allee von Grossstadtgeflüster 




Elle pense quand elle danse von Arno 

Cause von Rodríguez 

Walzer Für Niemand von Sophie Hunger 

Wer nicht schwimmen kann der taucht von Faber 


Durch die schweren Zeiten von Udo Lindenberg 

Swimming Pool von Emmy The Great 

Untouchable Part 1 von Anathema 





Never Have Enough von Carnival Youth 


The Fletcher Memorial Home von Pink Floyd 



4 mots sur un piano von Patrick Fiori 

Tausend Tränen Tief von Blumfeld 


Come To Sin von Bananafishbones 

Geiles Leben von Glasperlenspiel 

The Things I Regret von Brandi Carlile 




Diamond Dave von the bird and the bee 


Ich bin Adolf Hitler von K.I.Z. 

Heaven Knows von The Pretty Reckless 





Das Leben ist schön von Sarah Connor 

Running With The Wolves von Aurora



Die Füllung vom Kissen von Prinz Pi 



A Song For The Lovers von Richard Ashcroft 



Wo bleiben die Beschwerden? von Enno Bunger 

Sketches Of Spain von Buckethead 


Meine beiden Schwestern von Wanda 


Droit Dans Le Soleil von Detroit 

Die Welt ist fertig von Deichkind 

Wildfire (feat. Little Dragon) von SBTRKT 

Barfuß am Klavier von AnnenMayKantereit 

You've Got Time von Regina Spektor 


* Auf halber Strecke - Akustik Version von Elif 


Silent State Optimizer von Leech 























20. April 2012

Es macht Musik an der Tellistrasse

Nun, so langsam haben wir uns eingelegt am neuen Ort. Die Unkenrufe, von wegen das sei doch viel zu laut direkt neben dem KiFF, sind verstummt und wir fühlen uns durchaus wohl. Gerade wegen der Nachbarschaft zur Kulturfabrik. Als Musikfans sind wir seit dieser Woche sogar noch etwas mehr verbunden mit den freundlichen Nachbarn. Als stolze Besitzer einer Jahreskarte ist es uns nun per sofort möglich, jedem Konzert im KiFF zu lauschen. Und sei es noch so schräg. Aber so kommt man vielleicht auch mal an Musik ran, die man sonst verpasst hätte. Ich freu mich zumindest auf ein paar Neuentdeckungen! So war ich gestern Abend spontan bei Syléna Vincent. Noch nie gehört, aber da war ich auch nicht der Einzige. Es haben sich, trotz Song- und Videotaufe, nicht wirklich viele Leute ins Foyer verlaufen. Nun, was soll ich sagen? Das Konzert war nett, aber leider irgendwie ziemlich langweilig. Die Frau hat sicher eine gute Stimme und auch die Songs waren melodiös, aber auf Dauer dann alle auch ziemlich ähnlich. Heute Abend geht es übrigens direkt weiter mit Frauen-Power im KiFF: Nilsa tauft ihre Platte. Die Sängerin mit Wurzeln in Moçcambique wartet mit ein Mix aus Afro, Hip Hop und Pop auf. Und ja, ich werde wiederum ein Ohr reinwerfen. Also, jetzt nicht physisch gemeint... 


Morgen Abend dann einer DER Leckerbissen dieser KiFF-Saison: Züri West geben sich die Ehre. Kuno und seine Mannen haben ja unlängst ihr neues Album präsentiert und stellen das nun auch live vor. So ganz gepackt hat mich die Göteborg-Platte (noch!) nicht, aber es hat ein paar lässige Titel drauf, bei denen ich gespannt bin, auf die live Umsetzung. Und natürlich werden ZW nicht darauf verzichten können, auch ein paar von den alten Gassenhauern zu spielen morgen Abend. Kurz, ich freue mich riesig auf Kuno und Co. und hoffe, dass es nach dem Konzert eventuell noch für ein Bierchen mit dem Kult-Berner reicht. Weiter geht es dann bereits am Montagabend: Dan Mangan! Übrigens, für beide Konzerte haben wir im Vorfeld schon Tickets gehabt, man will ja auf der sicheren Seite sein und das mit dem Saison-Abo ergab sich eher kurzfristig. Dank der tollen Kooperation der KiFF-Leute, das soll an dieser Stelle auch mal gesagt sein. Thanks to Selina & Co. Eben, Dan Mangan. Ich weiss gar nicht so recht wie man den Nachnamen ausspricht, aber er erinnert mich zumindest an ein chemisches Element. Der Kanadier gibt im KiFF sein einziges Schweizer Konzert, man darf einen guten Singer/Songwriter Act erwarten, mit Folk und Country-Einflüssen. Bei mir aufm iPhone läuft sein aktuelles Album und ich muss sagen, ich bin echt gespannt auf das Konzert. Die Stimme ist Hammer! 

Am Donnerstag dann ein Geheimtipp, psssst... Niemandem erzählen: Ewert & The Two Dragons! Aus Estland. Ja, auch da macht man Musik und sogar verdammt gute. Wer nichts geplant hat am kommenden Donnerstag, sollte sich diesen Abend fett in der Agenda eintragen. Noch bevor die Esten (Estländer?) zum Beispiel in Basel spielen, beehren sie Aarau. Und darum hoffe ich fest, dass das auch jemand mitkriegt. Ich erinnere mich an den Superstar Arno aus Belgien, der vor Jahren mal für einen kleinen Eklat gesorgt hat, weil ihm nicht so wirklich viele Leute beim Singen zugehört haben. Und eben, auch gestern Abend, 20 Nasen waren da. Diesbezüglich muss das KiFF eventuell noch etwas dazulernen, offensiver Werbung machen und den Aarauerinnen und Aarauer sagen, dass es in der Telli regelmässig gute Musik gibt. Die scheinen das auch nach 20 Jahre noch nicht ganz kapiert zu haben. Nun gut, zurück zu den Esten. Die sind ne grosse Nummer im Alternative-Bereich. Ich hatte von ihnen schon was in meiner Musik-Sammlung, kannte allerdings mehr den Song, als die Band dahinter. Und siehe da, nächste Woche spielen sie in Aarau. 



Was gibts noch? Apparat aus Deutschland, Lostalone aus England, natürlich steht eine weitere B-Ekspress-Party an - dieses Mal mit Gästen aus Rumänien. Am 4. Mai dann Max Prosa. Wer Gisbert zu Knyphausen oder Tex mag, darf das nicht verpassen. Von mir aus sollten auch Tim Benzko-Fans ruhig mal ins Album reinhören. Der Junge ist echt toll: gute Texte, sehr gute sogar und eingängige Melodien. Der Name Prosa ist kein Zufall! Tags darauf dann das Jubiläumsfestival von Kanal K und Mitte des Monats dann Fiji (Foto). Ja, dieses Fiji, die hier im Blog schon ein paar Mal ein Thema waren. Die Berner haben ein neues Album am Start und ich bin mir sicher, Sängerin Simone hat für die anstehende Tour die eine oder andere Überraschung am Start. Letztes Mal hat sie im KiFF ja das halbe Bühnen-Inventar abgeräumt... Entsprechend polarisieren sie und die Band, aber wer es mag. Bitte sehr. Und ich mag es! 

Abschliessend noch zwei Worte zum Juni beziehungsweise zur neuen Saison. Kurz vor der Sommerpause spielen Sin Fang aus Island. Bester, nennen wir es mal, Alternative-Folk. Sehr gut gespielt und sehr melodiös. Derzeit sind so Singer/Songwriter Sachen eh total angesagt. Bon Iver und Co. lassen grüssen. Auch bei den Festivals in diesem Sommer wird öfter mal nur ein Mann mit seiner Gitarre auf der Bühne stehen. Eben, die Isländer sind ein Geheimtipp, so wie man es vom KiFF eigentlich kennt. Bands zu booken, welche wenig später gross rauskommen. Weiter so. Schon gross draussen sind Lambchop aus den USA. Auch hier steht das Vermerk "Folk/Songwriter", nun gut. Ich würde sie sogar mit Calexico vergleichen. Obwohl ich Vergleiche in Sachen Musik ja eher doof finde. Aber die Band ist echt gross und ich hab mich gefreut, als ich gelesen habe, dass die Amis gleich in unserem Nachbarhaus ein Konzert geben. Tja, auf gute Nachbarschaft! 

18. April 2012

Das bietet der Festival Sommer 2012

Ja, das Wetter draussen lässt noch nicht vermuten, dass wir schon Frühling haben. Der April macht was er will und lässt uns vor allem eines: frieren! Trotzdem vergeht fast kein Tag, an dem nicht eines der grossen (und kleinen) Festivals in unserem Land sein Programm vorstellt. Ich hab mir einen ersten Überblick verschafft und komme zum Schluss, die guten Acts spielen in der Romandie. Aber der Reihe nach... wobei sich diese Reihe völlig zufällig ergeben hat. 


Winterthurer Musikfestwochen: Sind mir letztes Jahr vor allem durch das tolle Konzert von Young Rebel Set in guter Erinnerung geblieben, bei gefühlten 45 Grad unter dem Zeltdach. Dieses Jahr stechen mir natürlich die legendären Baby Jail ins Auge, ach was bin ich dazu früher gehüpft. Weiter dabei: Kettcar, Franz Ferdinand, Sigur Ros. 

Montreux Jazz: Wie immer spitze, aber auch wie immer sehr teuer - wie ich finde. Trotzdem hat es ein paar gute Acts dabei: Bombay Bicycle Club, Noel Gallagher, Chris Cornell, Bobby McFerrin & Chick Corea, Alanis Morissette, Lana del Rey, Van Morrison, Jane Birkin (hab ich da schon mal live gesehen, ganz toll!), Emeli Sandé, Mark Ronson, Herbert Grönemeyer. 

Open Air St. Gallen: Irgendwie nicht schlecht, aber kein Tag, der mich zu 100 % überzeugen würde. Meine Highlights wären Paul Kalkbrenner, Florence and the Machine, Caligola, Züri West (wobei die häufiger anzutreffen sind diesen Sommer, nächsten Samstag übrigens im KiFF), Noah and the Whale, Casper, Die Toten Hosen, Gossip, Boy, Mumford & Sons, Wolfmother. 

Gurtenfestival: Sicherlich eine der schönsten Open Air Locations der Schweiz. Auf dem Berner Hausberg treffen sich in diesem Jahr jedoch ein paar Acts, die man schon andernorts sehen kann. Noel Gallagher zum Beispiel hat von Montreux keinen weiten Weg nach Bern und auch Lenny Kravitz gibts, analog dem Paléo Festival. Casper, Knackeboul, Züri West... um nur ein paar Beispiele zu nennen. Freude machen dafür Thees Ullmann, Snow Patrol und die Gorillaz! 

Open Air Frauenfeld: Tja, da bin ich wohl einfach zu alt für. Ich hätte sogar die Möglichkeit für gratis Tickets gehabt, aber eben: nicht mein Programm, nicht meine Musik. 50 Cent und seine Freunde werde ohne mich aufspielen. 

Open Air Gampel: Die Walliser... bei Fendant und viel Sonne lassen sie es sich Mitte August drei Tage gut gehen. Ohne mich. Obwohl mit Placebo und Mark Lanegan zwei Topacts am Start sind, die mich echt reizen würden. Aber vom Termin her, hab ich zu der Zeit andere Pläne. 

Heitere: Schade, es war mal mein absolutes Lieblingsfestival. War... Übrig geblieben ist 2012 ein Mix aus allem, man will scheinbar jedes Alter und jedes Publikum ansprechen. Tja und da steh ich nicht drauf. Eine Auswahl gefällig? Jessie J, LMFAO, Die Atzen, Taio Cruz, Ice Cube, Sunrise Avenue... da werden sich Teenies daran erfreuen. Die Musik dürfte zur Hauptsache ab Band kommen. Naja und auch sonst... Züri West, Plüsch, Deichkind, Hurts... Einzig Nneka, Anti-Flag oder Leech könnten mich irgendwie interessieren. Aber das hat man alles auch schon gsehen. Sorry, Heitere: 2012 ohne mich! 

Greenfield: Das mit den Gitarren... Die Ärzte als Headliner am Sonntag! Billy Talent, Sepultura, Limp Bizkit, Donots - wer lange Haare hat, wird seine Freude haben in Interlaken. 

Moon & Stars: Im Tessin scheint immer die Sonne, fast. Egal, auf der Piazza Grande ist es immer schön. Ausser vielleicht wenn sie überfüllt ist von Deutschschweizern, die deutsche Lieder mitjohlen... Das wird so sein wenn Herbert Gröneymeier oder Unheilig im Tessin auftreten. Ah ja, Lenny Kravitz ist auch hier anzutreffen.

Bad Bonn Kilbi: Das alternative Open Air bietet ein paar echt gute Namen wie zum Beispiel Afghan Whigs, Kings Of Convenience, Les Yeux Sans Visage, Dieter Meier (Yello), Get Well Soon.

Paléo: In meinen Augen - einmal mehr - das beste Line Up der Schweiz. Am liebsten würde ich die ganze Woche hinfahren, ausser Freitag, da ist wieder Lenny Kravitz am Start. Aber sonst so: M83, Peter Kernel, Bon Iver, Justice, The Cure, Dyonisos, Stephan Eicher, Sting, Bloc Party, Garbage, The Kooks, Thomas Dutronc, Anna Aaron, David Guetta, Roger Hodgson und dazu viele Franzosen, die hier wenig bekannt, aber darum nicht weniger gut sind. 

Zurich Open Air: Leider auch an einem ganz schlechten Datum für uns... Es findet aber auch alles im August statt in diesem Jahr, man könnte meinen, die Welt geht unter zum Ende des Jahres. Ein sehr gutes Programm wie ich finde, kommt ans Paléo ran. Aber eben, in Zürich... Maximo Park, The Killer, Yann Tiersen, Tocotronic, First Aid Kit, Bloc Party. 

Natürlich gibt es noch weitere rund 100 Festivals in der ganzen Schweiz, viele von ihnen klein aber fein. Viele aber auch mit 08/15 Line Ups. Im Netz gibts ein paar gute Open Air Guides, welche die entsprechenden Programme parat halten. Zum Abschluss noch ein Blick über die Grenze, da würde es sich in diesem Jahr ganz besonders lohnen nach Belford zu fahren. Unweit von Basel. Aber "leider" finden in diesem Sommer so viele Hochzeiten statt, dass auch an diesem Wochenende jemand heiratet und uns freundlicherweise dabei haben möchte... Darum verzichte ich auf die Aufzählung der Acts, ich mach mir doch nicht selber den Mund wässerig. Unter regionalen Aspekten gilt es natürlich noch das Chrutwäje Open Air, sowie Musig i de Altstadt zu erwähnen. Details zu den beiden Events gibts im Laufe des Jahres hier im Blog. 

23. März 2012

Ein Hauch von einem Skandälchen

Gestern Abend wurden in Berlin die Echo's verteilt. Echo? Ja, der deutsche Musikpreis. Der Anlass wurde von der ARD übertragen und weil es bei einem Musikpreis viel Musik gibt, haben wir die Flimmerkiste laufen lassen. Nun, es war zugegebenermassen eine Sendung, die nicht unsere volle Konzentration gefordert hat. Ein paar Highlights gab es dann aber trotzdem. Ja sogar ein, zwei Mini-Skandälchen - sofern man bedenkt, dass die Sendung im Ersten lief. 

Aber von vorne: Die TV-Show startete mit einem Medley deutscher Hits. "Was für ein schöner Donnerstag", jubelte Moderatorin Barbara Schöneberger, eine Anspielung auf den frisch gewählten Bundespräsidenten Joachim Gauck, der nach seiner Wahl am Sonntag "Was für ein schöner Sonntag!" ausgerufen hatte. Schöneberger und Ina Müller knutschten übrigens glkeich zu Beginn der Show auf der Bühne - wie einst Madonna und Britney Spears. Mit Zunge. Aber eben, alles schon einmal da gewesen. Einzig das überalterte ARD-Publikum dürfte dumm aus der Wäsche geschaut haben. Müller wurde so ganz nebenbei noch als beste Künstlerin national Rock/Pop geehrt und für ihre NDR-Show geehrt. 


Mein persönlicher, emotionaler Höhepunkt kam erst ganz Schluss, beim diesjährigen Echo meldete sich nämlich BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken zurück. Der 60-Jährige bekam einen Preis für sein Lebenswerk und hatte seinen ersten grossen öffentlichen Auftritt nach seinem Schlaganfall im November.  Die Laudatio hielt der gute alte Campino von den Hosen, der Düsseldorfer würdigte das politische Engagement Niedeckens und dass er sich damals für Kölsch als Sprache entschieden habe: "Ein ganzes Land hat ihn dafür geliebt." Dem BAP-Sänger schossen bei der grossartigen Lobesrede die Tränen in den Augen. "Vielen Dank an meine Schutzengel und an meine Nachkommen", sagte er auf der Bühne. Zum Finale sangen die Gäste Niedeckens vielleicht grössten Hit: "Verdamp lang her".


Ansonsten war beim Echo in der Messe Berlin mit seinen vielen Kategorien für jeden was dabei: Marilyn Manson freute sich auf "Rrrrammstein" und liess es musikalisch zusammen mit seiner Lieblingsband auf der Bühne richtig krachen. Einen Skandal erwartete man allerdings vergebens, wenn man davon absieht, dass Manson zwei Mikrofone schrottete. "Unser Star für Baku" Roman Lob kam und sang seinen ESC-Hit, einen Preis gab es dafür aber noch nicht.  Dafür aber räumte der smarte Newcomer Tim Bendzko einen Echo ab, Udo Lindenberg gleich zweimal, ebenso wie die Engländerin Adele, die ja inzwischen überall Preise abholen kann. Vermutlich kam sie deswegen gar nicht erst nach Berlin. In Abwesenheit wurden auch Bruno Mars und Rosenstolz geehrt. Alternativ-Rapper Casper war vierfach im Rennen und nahm einen Preis als bester Hip-Hop-Künstler mit nach Hause.


Leider wurde ich den ganzen Abend über den Eindruck nicht ganz los, dass es beim Echo 2012 mehr zu gucken als zu hören gab. So wie wenn man MTV einschaltet und Doku-Soaps kommen anstatt der gewünschten Musik. Lindenberg & Jan Delay posierten mit Matrosenmädchen, Katy Perry kam in einer Kreuzung aus enger Glitzer-Robe und Gymnastikanzug. Lana Del Rey hielt ihren Schmollmund ans Mikro und hauchte ihren Hit "Video Games" da rein - beste Newcomerin wurde aber nicht sie, sondern die Holländerin Caro Emerald. Kraftklub lieferten einen Auftritt mit viel Pyrotechnik und immer wieder gab es Tambouren. Wobei ich doch der Meinung war, dass dieses Thema seit "Emanuela" gegessen sei. Ich habe mich geirrt. Und da waren noch Bushido und Sido, die ehemaligen Erzfeinde, die für ihr Projekt "23" geehrt wurden. Und da hielt sich doch der böse Sido seinen Preis an die Lende und spielte vor, er würde onanieren... 


Aber unterm Strich hatte die Show eben doch keinen Skandal zu bieten, obwohl man sich echt Mühe gegeben hat mit den geladenen Gästen: Manson, Rammstein, Sido, Bushido, Katy Perry und viele tätowierte Menschen mehr... Dafür war die Promi-Dichte hoch. "Würden wir nicht moderieren, wir würden gucken", flöteten die Gastgeberinnen. Das deutsche TV-Volk folgte ihnen jedoch nicht, im vergangenen Jahr hatte die ARD-Show im Schnitt 3,51 Millionen Zuschauer. In diesem Jahr waren es unter 3 Millionen. Wirklich verpasst hat der Rest nichts. Auch wir sind immer wieder abgeschweift und haben unterm Strich wohl gut die Hälfte der Sendung nur nebenbei mitgekriegt. ei der Vergabe spielt der Verkauf eine große Rolle, es gibt aber auch eine Jury.

14. März 2012

Wie Tag und Nacht

Es gibt manchmal so Anlässe, da geht man hin, ohne eine besonders grosse Erwartung zu haben. Nein, ich meine damit nicht den Montagmorgen im Büro... Vielmehr haben gestern Abend die Beatsteaks aus Berlin im KiFF - also im Nachbarhaus - aufgespielt. Nun, die Band war mir durchaus ein Begriff, es war mir auch klar, dass es fürs KiFF ein Big One im Konzertprogramm 2011/2012 ist. Aber gleichzeitig, hat es die Band geschafft, über all die Jahre ihres Bestehens, sich meinem Interesse zu entziehen. Ich fand den Sänger ziemlich abgehoben und habe hier im Blog vor einigen Jahren schon mal über ihn und seine Band geschrieben, dass es solche Gruppen in England in jedem zweiten Übungskeller gibt. Dazu kam die Tatsache, dass gestern Abend noch der FC Basel, Bayern München und Olympique Marseille im Einsatz waren. Und - letzter Punkt - schliesslich war das Konzert für den vergangenen Herbst geplant, wurde dann aber auf gestern Abend verschoben - und damals hab ich das Ticket gekauft, weniger um die Band zu sehen, sondern in der Hoffnung auf ein Wiedersehen mit der tollsten Frau der Welt ;-) Immerhin dieser Plan hat sich erfüllt und wir waren gestern Abend zusammen im KiFF. 



Aber eben, das Ticket war gekauft und immerhin war der Weg zum Konzert ja nicht wirklich weit. Die erste Viertelstunde von Bayern vs. Basel hat dann auch schon aufgezeigt, dass man da nicht wirklich viel verpassen wird. Das 7:0 liess an dieser Einschätzung dann auch keine Zweifel mehr.. Nach einer kauzigen Vorband haben die Beatsteaks dann losgelegt, die ersten ein, zwei Songs war ich noch skeptisch und spätestens nach dem dritten Lied war meine Anti-Laune vorbei. Die Band ist eine absolute Live Band und ihr Leadsänger, Arnim Teutoburg-Weiss, ist schlicht eine Rampensau. Sein Kontakt zum Publikum war echt faszinierend und entsprechend kann er eine tolle Bühnenpräsenz bieten. Kurz, meine Eindrücke zu ihm haben nicht ganz der Wirklichkeit entsprochen. So dass das gestrige Konzert schlicht und einfach nur toll war. Auch in Sachen Sound und Licht konnte der Abend überzeugen. KiFF as it best! So gut sogar, dass wir nach dem Konzert sogar mit 3 T-Shirts nach Hause gegangen sind... Tja, so kann man sich irren und von (falschen) Vorurteilen leiten lassen. Aber eben, ich geb dann danach auch gerne zu, dass ich mich getäuscht habe. Wer die Möglichkeit hat, die Beatsteaks live zu sehen, sollte sich das nicht entgehen lassen.



Abschliessend aber noch zwei, drei Worte zu anderen Themen. Ja, Basel ist raus und Bayern ist weiter. Schade für den Schweizer Fussball, aber das kommt vielleicht davon, wenn man nach einem 1:0 Sieg zu Hause glaubt, das Rückspiel werde zum Selbstläufer und sich entsprechend aufführt als hätte man schon gewonnen. Besser gemacht hat es Olympique de Marseille. Trotz Niederlage gegen Inter steht man im Viertelfinale, Bravo! So macht eine verkorkste Saison immerhin noch etwas Spass. Und nein, ich habe das Spiel nicht gesehen. Der Totomat musste reichen, aber ob des guten Konzerts hab ich auch den etwas vernachlässigt und das Endresultat erst heute Morgen erfahren. 

A propos Bayern und Basel. Manchmal muss ich mir schon an den Kopf fassen, wie gewisse Eidgenosssen mit Gästen aus dem Ausland umgehen. Da war zum Beispiel am Montag dieses Konzert in der Tuchlaube, mit den zwei Musikerinnen aus dem englischen Brighton. Fiona Sally Miller hat sich - nachdem wir mit ihr im Anschluss an ihr Konzert etwas geplaudert hatten - doch tatsächlich bei uns bedankt, dass wir uns mit ihr unterhalten hätten. Das wäre in der Schweiz eher selten gewesen und der Kontakt zu uns Einheimischen sei sehr schwierig herzustellen. Hallo? Dieser Eindruck wurde gestern bestätigt, als ich die Geschichte hören musste, dass es einem in unserem Land als Ausländer durchaus passieren kann, dass man beschimpft wird, wenn man einen Schweizer für Feuer anfragt. Fremdschämen hoch 7! 

Last but not least. Die Sache mit dem Busunglück. Was soll man dazu sagen oder schreiben? Mir fehlen echt die Worte. Mein Papa hat einen Teil seines Lebens in Belgien verbracht, meine Bürokollegin ist Belgierin und hat ihre ganze Familie da, ich selber bin auch mehr als einmal in Brüssel und Umland gewesen... irgendwie ist es unfassbar, erst recht wenn es unschuldige Kinder trifft. Immerhin hat die offizielle Schweiz - ich höre schon den ganzen Morgen DRS3 - sehr gut und der Situation angepasst reagiert. Aber eben, ansonsten fehlen wir die Worte. Mijn medeleven!

2. März 2012

Nun gibts aber was auf die Ohren!

Es mag an der örtlichen Nähe liegen, aber irgendwie vermag das KiFF mich wieder vermehrt in seinen Bann zu ziehen. So kommt es, dass es uns heute Abend zum Nachbar verschlägt: LEECH taufen ihre neue Platte. 


Leech wird 1995 durch Marcel Meyer (Gitarre und Piano), Urs Meyer (Gitarre und Piano) und Serge Olar (Schlagzeug) gegründet. Von Anfang an widmet sich die Band der experimentellen Instrumentalmusik: Rhythmische Gebilde werden aufgebaut und mit schwebenden Melodien verbunden. Das Ganze verschmilzt zu einer epischen Soundlandschaft, in der Zeit keine Rolle mehr spielt. Entsprechend dauern Songs mehrere Minuten und Konzerte Stunden. Im Frühjahr 2011 ging die Band erneut ins Studio, um das neue Album „If we get there one day, would you please open the gates?“ aufzunehmen, welches heute Abend im KiFF offiziell getauft wird. Ich bin gespannt. 


Aber es gibt in nächster Zeit noch mehr auf die Ohren. Die deutschen Beatsteaks kommen (sofern es dieses Mal klappt) zu Besuch zu unseren Nachbarn. Am 23. März dann Pegasus, die derzeit einzige Schweizer Band, mit internationalem Niveau. Klar, Popmusik, aber irgendwie gut gemacht. Am gleichen Abend spielt Reto Tögg Hochstrasser sein geniales Tom Waits-Set im KiFF - man darf gespannt sein wie sich das Publikum darauf reagiert. Sein Konzert auf den späteren Abend zu legen um die Pegasus Groupies noch abzuholen, das wäre mein Plan. 

Im April gibts dann Dan Mangan. Er spielt in Vancouver vor mittlerweile zweieinhalbtausend Menschen. In Europa hat er beim Haldern Festival seinen Fans im ungleich kleineren Spiegelzelt eine Sternstunde der Rockmusik (laut) beschert. Wenige Wochen später beim britischen End of The Road Festival dann eine wahrhaftig ergreifende Krönung aus Folk und Kammermusik (leise) vorgesetzt. Mit "Oh Fortune" liegt sein drittes Album vor, welches er in Aarau vorstellen wird. In der gleichen Woche noch Züri West, da braucht man nicht mehr dazu zu sagen, das wird ein Fest. Kuno und seine Mannen waren und sind die Könige der Schweizer Musik und ihre Auftritte - egal ob im KiFF oder sonst wo - sind immer Höhepunkte! Max Prosa, Apparat oder Movits! sind weitere Namen im März/April in der Futterfabrik.


Aber natürlich geht man in nächster Zeit auch - musikalisch - fremd! Gisbert zu Knyphausen besucht die Schweiz, übernächste Woche und wir sind mit von der Partie. Und auch die Tuchlaube hat sich wieder um gute Musik bemüht: Fiona Sally Miller und Woodpecker Wooliams beehren die Café/Bar in der Metzgergasse. Tja, das wars für den Moment. Hab ich was vergessen? Vermutlich ja. Aber ihr müsst ja auch nicht alles wissen... Schönes Weekend allerseits, mit viel Musik. Und damit meine ich nicht die Swiss Music Awards. 

9. Februar 2012

Spotify - s Beschte wos je hets gits!

Stiftung Warentest bei Monsieur Fischer: Mit grosser medialer Aufmerksamkeit ist Ende 2011 das Musikstreamingportal Spotify auch in der Schweiz gestartet. Die Musikindustrie und die Fans setzen grosse Hoffnungen in den Dienst, der 2008 in Schweden gegründet wurde und bereits über 10 Millionen Nutzer in 13 Staaten hat. Mit der Spotify-Software hat man Zugriff auf über 15 Millionen Songs, die kostenlos gestreamt und gegen Bezahlung auch auf Smartphone, Laptop oder iPod heruntergeladen werden können. Doch wird Spotify wirklich sein ehrgeiziges Ziel erreichen, den Musikmarkt zu revolutionieren? Was kann die Software alles? Der Monsieur Fischer Blog hat das Programm auf Herz und Nieren getestet. Hier das Ergebnis. 



Um den Dienst nutzen zu können, muss man sich zunächst auf der Spotify-Website (Link unten) registrieren. Dafür ist es (leider) zwingend notwendig, seinen Spotify-Account mit dem eigenen Facebook-Profil zu verknüpfen, was nicht nur bei Datenschützern für heftige Kritik sorgte. Allerdings akzeptiert der Dienst auch ein Fake-Account bei Facebook - gell Adi ;-I Nach der Registrierung kann man sich zwischen einer der drei Varianten - Free, Unlimited (Bezahl-Version) oder Premium (Bezahl-Version) - entscheiden. In den ersten sechs Monaten kann man bei allen drei Versionen erst einmal ziemlich unlimitiert Musik streamen. Nach einer ersten Probezeit von 30 Tagen gibt es allerdings erste Einschränkungen, danach gibt es ein Limit, das das Musikstreamen in der kostenlosen Variante auf 10 Stunden pro Monat beschränkt. 

Will man unbegrenzt Musik hören, muss man definitiv auf eine der beiden Bezahl-Versionen umsteigen. Dafür habe ich mich nach dem ersten Monat entschieden und die Premium-Version gewählt: CHF 12.95 pro Monat, jede Musik CD oder jeder iTunes Download ist teurer. Des weiteren sind die Unlimited- und Premiumversion werbefrei, wohingegen in der kostenlosen Version zwischen den Songs und auch auf der Benutzeroberfläche Werbung gespielt wird. Bestimmte Features wie das Musikhören auf Handys und bei getrennter Internetverbindung gibt es nur in der Premiumversion. Hat man sich für eine der Varianten entschieden und die Registrierung beendet, muss man sich die 6,7 Megabyte große Spotify-Software downloaden. Direkt im Browser kann man Spotify nicht verwenden.


Auf den ersten Blick erinnert das Programm stark an iTunes, was ich durchaus sympa finde: In der linken Spalte befinden sich die verschiedenen Funktionen und Musikordner, in der Mitte werden die Musiktitel angezeigt. Doch während bei iTunes die eigene Musik auf viele verschiedene Arten angezeigt und sortiert werden kann, wird bei Spotify die gesamte Musiksammlung alphabetisch geordnet angezeigt. Das Sortieren nach Genre oder der Häufigkeit der Titelaufrufe ist - anders als bei iTunes - nicht möglich. Allerdings habe ich es auch nie vermisst, da man über App's das Programm pimpen kann. 

In der rechten Spalte von Spotify sieht man, welche der eigenen Facebook-Freunde ebenfalls das Programm benutzen. Über diese Funktion kann man die von Freunden erstellten Playlists sehen und anhören. Eine Chatfunktion fehlt, aber dafür besteht die Möglichkeit, eigene Lieder mit anderen zu teilen. Ausserdem kann man eine Funktion, bei der Spotify auf der eigenen Facebookseite postet, was man gerade hört, aktivieren. Auch kann man sein last.fm-Profil mit Spotify verknüpfen - sofern man das will. Nervig finde ich die User, welche ihre FB- und Spotify-Accounts komplett verknüpft haben und einen dann jedes Mal wenn sie Musik hören via Timeline über jeden Titel informieren...

Nun aber zur Hauptfunktion von Spotify, dem Musik-Streamen. Dafür gibt es drei Möglichkeiten: Man kann per Suchfunktion gezielt nach Interpreten oder Titeln suchen, die Neuerscheinungen durchstöbern oder aber die Radiofunktion benutzen, bei der das Programm automatisch eine Songauswahl trifft, die von den eigenen musikalischen Vorlieben abhängig ist. Letztere ist das vermeintliche Glanzstück von Spotify.
Nachdem man aus 27 Musikrichtungen - von Pop über Klassik bis hin zu Trance und Black Metal - jene auswählt, an denen man interessiert ist, erstellt Spotify ein darauf zugeschnittenes Radioprogramm. Anders als bei echten Radiosendern kann man hier aber ein Stück, das nicht gefällt, per Mausklick sofort überspringen. Das ist manchmal ziemlich häufig nötig, denn die Songauswahl lässt je nach Style zu wünschen übrig: Erstens, weil die angebotenen Musikrichtungen immer noch sehr allgemein sind (etwa "Pop" oder "Rock") und sich nicht weiter spezialisieren lassen. Und zweitens, weil beim Künstlerradio immer mal  wieder dieselben Interpreten vorkommen. Allerdings hat man es selber in der Hand, in welche Richtung das Programm geht und in meinen Augen präsentiert die Software oft unbekannte Interpreten und sorgt so für Neuentdeckungen. 

Schade: wird eine Band mehrmals übersprungen, wird sie dennoch wieder und wieder vorgeschlagen, oft sogar dasselbe Lied nochmal. Das ist ungeschickt, denn eigentlich wüsste das Programm dank dem Zugriff auf die eigene mp3-Sammlung sehr genau, welche Musik einem gefällt. Spotify arbeitet aber an diesem Problem, zudem gibt es bereits externe Apps, welche sich darum kümmern. Alle diese Probleme gelten auch bei der "Neuheiten"-Funktion. Hier kann man die Musik leider nicht auf bestimmte Genres einschränken, sondern bekommt eine beliebige Auswahl an neuen Singles und Alben angeboten. Dabei wiederholen sich auch immer wieder dieselben Interpreten, David Guetta zum Beispiel erscheint andauernd.


Hervorragend ist hingegen das Musikangebot insgesamt. Mit EMI, Universal, Warner und Sony sind alle vier Major-Labels bei Spotify vertreten. Laut Eigenangaben stehen bereits über 15 Millionen Songs zur Verfügung, und täglich kommen 20.000 dazu. Bis auf einige wenige Ausnahmen wie die Beatles, die wegen einem Exklusivvertrag mit iTunes verhindert sind, findet man fast alle bekannteren Musikgruppen und Künstler. Pink Floyd fehlt auch, soll aber bald mal kommen. Nicht nur Mainstreamer, sondern auch Liebhaber von Jazz, Klassik, Hörbücher und Metal werden fündig. Auch die Musikqualität ist recht gut. In der kostenlosen Version werden die Titel mit zufriedenstellenden 160 kb/s gestreamt, in der teuersten Premium-Version mit 320 kb/s - das entspricht CD-Qualität. 

Es ist auch möglich, einzelne Titel bzw. ganze Alben herunterzuladen, um darüber frei verfügen zu können, also diese etwa auf CD zu brennen. Die Preise dafür bewegen sich um 1 Euro pro Song. Einen ganzen Longplayer downzuloaden kommt also meist teurer, als eine CD im Geschäft zu kaufen. Für alle Premium-Nutzer besteht aber ohenhin wenig Grund, die Musik zu kaufen: Sie können schliesslich unbegrenzt viel hören, daheim ebenso wie unterwegs auf Smartphone und Ipod. Dabei werden die Songs entweder in die Cloud geladen oder direkt aufs Handy. Eine Internetverbindung braucht es dazu nicht mehr. Revolutionär ist Spotify vielleicht nicht. Durch die Facebook-Vernetzung und dem einfachen Austausch von eigenen Playlists mit Freunden ist es aber auf jeden Fall das sozialste aller Musik-Streamingportale. Ausserdem ist es leicht zu bedienen und auch das riesige Angebot an Musiktiteln überzeugt. Ich selber habe zu Hause sowohl den Laptop als auch das iPhone mit der Musikanlage verbunden, so haben wir eine riesige Jukebox mit 20 Millionen Titeln. Das macht Laune und ermöglicht das Suchen und Finden von neuen Künstlern und tollen Songs. Darum: Spotify - s Beschte wos je hets gits!

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7. Januar 2012

Der Song zum Wochenende

Nun, viel kann ich über den heutigen Künstler auch nicht erzählen. Er ist mir letzte Woche bei Spotify zufällig als Sänger aufgefallen und ich hab mir darauf hin gleich all seine Songs/Alben geholt. Neben Stimme und Musik faszinieren mich ja vor allem die brutal ehrlichen Texte. Genial! Es geht um Tex, so nennt sich der Mann, der im wahren Leben Christoph Drieschner heisst. "Bekannt" war er mir bislang eher als Moderator der Musiksendung "TV Noir", aber nachdem ich Songs wie "Nicht in unserem Leben", "Dein Mond" oder "Wehtun" gehört habe, geht mir seine Stimme nicht mehr aus dem Kopf. Singer/Songwriter der Hamburger Schule, so in etwa würd ich es beschreiben. Dass er Rio Reisers "Stiller Raum" gecovert hat, mach ihn auch nicht unbedingt weniger sympa. Also, liebe KiFF- und Tuchlaube-Booker - einladen! Hier - in meinen Augen bzw. Ohren - Tex' stärkster Song: "Haut".  

5. Januar 2012

Peter Katz kommt nach Aarau

Peter wie? Nix für die Katz, dieser Peter. Da kommt eine fantastische Stimme auf uns zu! Und nicht nur das: Peter Katz aus Toronto ist als Komponist sehr unterschiedlicher Stücke, als technisch versierter Gitarrist und als virtuoser, in verschiedene Rollen schlüpfender Sänger eine echte neue Option für alle Fans aus dem grossen Lager der Singer/Songwriter. Dabei gibt er sich mal als vehementer Bandrocker, dann sehr in sich gekehrt und nachdenklich, oder als wahrer Drama-Poet, der sich in schmachtende Balladen reinwindet und kurz vorm Seelenstrip steht. Ein sehr charismatischer Typ, der nach zwei eher demomässigen Solo-CDs ein erstes "richtiges" Album mit voller Begleitband plus vielen Sessionmusikern (u.a. Luke Doucet, Kevin Breit, div. Bläser und Streichern) veröffentlicht hat. "First of the last to know" heisst das (noch) aktuelle Album. Zwischen den Solostücken befindet sich ein Duett mit Glen Hansard (Swell Season) und ein gemeinsamer Song mit Melissa McClelland. Obwohl er beim besten Willen nicht auf musikalische Unterstützung angewiesen wäre. Denn Peter Katz schreibt beeindruckende Texte, in denen er nicht nur die Tragik sondern auch die Schönheit des Lebens auf den Punkt bringt. Eingebettet in die harmonischsten Kompositionen dieser Zeit, singt er diese dann so hingebungsvoll, wie es nur die Wenigsten können.

Tja und eben dieser Peter Katz kommt nun nach Aarau. Am Montag, 23. Januar tritt er im Rahmen der Singer/Songwriter-Reihe, welche von Thomas Garcia schon 2011 ins Leben gerufen wurde, in der Tuchlaube auf. Kostenlos versteht sich! Wer sich dieses Konzert nicht gönnt, ist schlicht selber schuld. Ein Musiker vom Format eines Peter Katz ist durchaus eine Ausnahme für Aarau und wenn schon, hätte man ihn dann im KiFF erwartet - bestimmt nicht kostenlos!

Wer sich immer noch nichts unter dem Namen vorstellen kann, bitte sehr, hier eine Kostprobe, "Posters": 

29. Oktober 2011

Der Song zum Wochenende und so

Samstag heut, oder? War eine ganz komische Woche. Ist viel gelaufen, sehr viel. Zu viel? Naja, zumindest war viel Veränderung angesagt, schöne Stunden, Schmerzen, manchmal zu viel Zeit, viele Gespräche, wichtige Entscheidungen, Pläne für die Zukunft... und so weiter. Es war also eine Woche, welche noch lang in meiner Erinnerung bleiben wird. Aber eben, ins Detail möcht ich an dieser Stelle gar nicht unbedingt gehen, gewisse Dinge gehören ins reale Leben und nicht ins Internet. 

Heute ist in Aarau ja die Einweihung der neu gestalteten Altstadt. Auf dem Rückweg aus Basel, vom Bahnhof kommend, haben wir einen Blick auf dieses Fest geworfen. Naja, der Begriff "Fest" ist vielleicht etwas übertrieben. Leider haben sich nur sehr wenige Ladengeschäfter an diesem Feiertag beteiligt, so merkt man dann mit Ausnahme von etwas Musik, dem Umzug oder dem Fassrollen nicht wirklich viel, dass hier heute mehr laufen sollte als an jedem anderen sonnigen Samstag. Schade, eine grosse Chance vertan, die Menschen nach Aarau zu locken. Gut gelungen ist die Fotoausstellung des Vereins der Aarauer Altstadtbewohner. Allerdings stört mich das Gejammer, von wegen Müll, Lärm und Co. Wem es in der Altstadt zu laut ist, der soll aufs Land ziehen - ansonsten verkommt Aarau noch mehr zur Schlafstadt. 

So und nun zur Musik. Passend zu meiner aufregenden Woche und der eher einschläfernden Party rund um die Eröffnung der neuen Altstadtgassen ein ruhiges Lied. Ruhig, aber sehr schön. "Kiss The Rain" von Yiruma. Der Südkoreaner schreibt seine eigenen Songs und interpretiert sie auf dem Piano. Ich finds wunderschön und sehr beruhigend. In diesem Sinne, ein schönes Wochenende allerseits. Man liest sich.

23. Oktober 2011

11. Oktober 2011

The Good, The Bad & The Ugly

Stell dir vor, du fährst mit dem Zug von Aarau nach Zürich. Steigst am Zielort aus und befindest dich auf einmal auf einem anderen Planeten. Auf einem, auf welchem die Männer noch Jeanshemden, Bärte und Schnäuze oder Mützen mit Traktorwerbung drauf tragen. Dazu sind 90 Prozent dieser Männer schwerstens tätowiert. Was tust du? Ich hab zuerst einmal geschaut, ob ich wirklich im richtigen Zug war und das tatsächlich Zürich ist  - oder eventuell doch irgendeine Kleinstadt in Texas oder Iowa. Nein, es war Zürich. Sonntagabend, Treffpunkt Jugendhaus Dynamo. Direkt neben dem Marriott Hotel übrigens, da laufen die Menschen in der Regel eher so rum, wie man es sich für Zu-reich vorstellt. Nun gut, mein Raumschiff war gelandet und ich hab mich auf Anhieb sehr wohl gefühlt. Nach kurzer Zeit sass dann auch die halbe Band - ja es geht bei diesem Bericht um ein Konzert - bei uns am Nebentisch. "The Revival Tour" war das Motto des Abends, Musiker wie Chuck Ragan, Dan Andriano, Brian Fallon oder Franz Nicolay standen mit einem halben Dutzend weiteren Freunden auf der Bühne und feierten eine Art Klassentreffen. Es wurde viel getrunken, gejohlt, gesungen, geklatscht, gefeiert. Man gab Geschichten aus der Teenagerzeit zum Besten, genau so waren Witze zu hören. Kurz, Spass war angesagt und als Zuschauer hatte man während den 3 Stunden jederzeit das Gefühl, dass man bei diesem Klassentreffen dazugehört. Selber mal einen Eindruck machen? Bitte sehr.


Ich weiss zwar bis heute nicht, in welche Schublade ich dieses Konzert stecken soll. Aber inzwischen bin ich der Meinung, dass auch nicht jeder Musikstyle seine Schublade braucht. Es war kein Country, dafür gabs zu viele Punkattitüden. Blue Grass vielleicht? Nein, dafür waren die Gitarren zu hart. Rock? Nein, dazu hat ein Schlagzeug gefehlt. Egal, es war toll. Fazit: auch wenn ich zu Beginn des Abends nicht genau wusste, worauf ich mich da eingelassen hatte, war ich nach den ersten 5 Minuten bereits so begeistert, dass ich diesen Abend - auch dank TShirts und CDs - in bester Erinnerung behalten werde. Gute Musiker haben gute Musik dargeboten, was will man mehr. Danke an meine zauberhafte Tippgeberin, ohne die ich dieses Konzert wohl voll verhängt hätte.


Weniger Lob als für die Revival Tour kann ich dem Luka Bloom geben. Leider. Er war am Freitag im KiFF zu Gast. Ich hab den Iren bestimmt schon 3 Mal gesehen, mindestens. Aber das Konzert in Aarau war das Schlechteste von allen. Der Mann wirkte schon beim Auftritt auf die Bühne irgendwie unmotiviert, im Saal standen Stühle rum, Stehen wurde nicht gerne gesehen, der Barbetrieb wurde auf Wunsch von Bloom reduziert und als es einem dann auch noch verboten wurde zu Reden, wurde es mir dann irgendwie zu viel mit dem divenhaften Getue. Ich hab Luka Bloom zum ersten Mal Anfang der 90er Jahre gesehen, da hat er in einem Zelt beim beim Openair Leysin gespielt, nach ihm ein gewisser Lenny Kravitz. Beide Musiker haben sich vor und nach ihrem Aufritt unters Publikum gemischt und an der Zeltbar noch ein Bierchen genommen. Und glaubt mir, damals haben nicht einmal die Hälfte der johlenden Openair-Gäste sein Konzert mitgekriegt. Das muss wohl beim guten, alten Luka irgendein Trauma hinterlassen haben. Klar, musikalisch ist er immer noch Spitze. Sein Gitarrenspiel lädt zum Träumen ein und auch die Stimme passt. Diesbezüglich ist er wie Wein, mit dem Alter immer besser. Leider wurde der Abend wirklich durch sein - in meinen Augen - zu zickenhaftes Benehmen getrübt. Entsprechend hab ich ihn auch schon gesprächiger und witziger erlebt. Auf die wenigen Rufe aus dem Publikum ist er entweder gar nicht oder dann mit dämlichen Sprüchen eingegangen. Vielleicht hätte er anstatt seinem Ingwertee vielleicht besser einen guten Wein getrunken, der hilft nicht nur dem Hals, sondern auch der Seele. Was einem alternden Folksänger, der in einem halbleeren Saal in einer Stadt auftritt die er nicht kennt, vermutlich gut getan hätte... 

Als Entschädigung gabs dann aber quasi auf dem Heimweg noch etwas Glamrock. Im Foyer des KiFF traten nach dem - scheinbar enttäuschenden - Fussballspiel zwischen Wales und der Schweiz "The Blood Hand" auf. Ein bisschen The Darkness, gemischt mit einem Hauch Placebo oder Manic Street Preachers. Ja, von allen halt ein bisschen. Klar, die Band und die Musik waren austauschbar, trotzdem hat es nach dem leicht depressiven Abend mit Luka direkt gut getan, unverbrauchte und leicht verrückte Menschen zu sehen. "Thank you for being part of my show," begrüsste der durchgeknallte Sänger fast jeden Gast persönlich per Handschlag. Das nenn ich mal eine Bindung zum Publikum ;-)

Zum Abschluss noch zwei, drei Tipps in Sachen Musik: Donnerstag "Goose" im KiFF Aarau, Freitag Soprano in der Roten Fabrik Zürich und am Samstag Fiji und Stereo Total in der Je t'aime Bar Industriestrasse Aarau. 

26. September 2011

Der Glen und die Karawane

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen der Musik. Guter Musik. Zwei Mal Gästeliste, zwei Mal toller Sound und schlicht geniale Stimmung(en). Angefangen hat das musikalische Weekend am Freitag, Ziel war das Parterre in Basel. Da trat der Frontmann der irischen Band The Frames, Glen Hansard, auf. Solo und unplugged. Die Band hab ich vor ein paar Jahren (2007?) schon einmal in St. Gallen gesehen. Aber das ist kein Vergleich. Wer das Parterre kennt, der weiss, dass diese Lokalität nicht wirklich gross ist. Entsprechend kamen wir uns ein bisschen vor, als würde der Glen Hansard direkt bei uns im Wohnzimmer aufspielen. Vermutlich nicht einmal 100 Gäste und Fans fanden Platz im Basler Club, die Stimmung wurde durch Kerzen und guten Wein - in meinem Fall Caipi - zusätzlich gehoben. Zum Konzert kann man nicht wirklich viel sagen, es war eines der Besten das ich je gesehen habe. Dieser Mann hat eine schier unglaubliche Ausstrahlung, spielt Gitarre wie in rothaariger Gott, mit seinen stahlblauen Augen weiss er zu faszinieren und sein irischer Humor weiss zu gefallen. Kommt dazu, dass das Konzert weit über 2 Stunden gedauert hat, er mit Oliver Cole einen tollen Support dabei hatte und am Schluss - dank irischen Folksongs ("The Auld Triangle") - eine Art Volksfeststimmung aufkam. Kurz, wer nicht dabei sein konnte, der hat wirklich was verpasst. Und ich sag das, obwohl ich beim besten Willen schon extrem viele Konzerte erleben durfte. Aber die Intensität, diese Spielfreude, die Virtuosität und natürlich meine einzigartig zauberhafte Begleitung haben den Abend zu einem unvergesslichen Moment gemacht.


Ach ja, seit langem war ich mal in der Brötlibar am Barfi an Basel. Ich kann dieses Lokal auch im Jahr 2011 noch ohne ein schlechtes Gewissen weiterempfehlen. Wer "Schnittchen" oder eben Canapés mag, der kommt im Stadthof auf seine Rechnung. Etwas verwirrend vielleicht der Umstand, dass es auf DEM Basler Platz Luzerner Eichhof-Bier gibt...

Am Samstagabend ging es dann gleich weiter mit Musik. Anderer Musik. La Caravane Passe aus Paris standen im KiFF auf der Bühne. Auf der vom Foyer, weil oben der Nino seine Platte getauft hat. Ein kurzer Blick in den Saal hat mir dann aber gezeigt, warum der Entscheid zu den Franzosen zu gehen weiser war, als dem Local Hero zuzuhören. Gähn. Nun, die durchaus durchgeknallten Musiker der Karawane wussten zu begeistern. Kein Vergleich zu Glen Hansard: es war laut, bunt, schnell und crazy. Ihre Balkan- und Russenbeats wussten aber auch zu begeistern, ja es waren ekstatische Gefühle zu verspüren im altehrwürdigen KiFF als die Herren mit technoiden Beats und Strobo Gas gegeben haben. Zum Teil dauerten die Song gute 15 Minuten. Ein wahrer Trip! Zum Schluss gabs dann aber auch hier noch Set ohne Strom aus der Steckdose, angeblich weil der Onkel die Rechnung nicht bezahlt hat. Mit Trompeten, Posaunen und anderen Blasinstrumenten haben sich die 4 Franzosen Mitten unters tanzwütige Publikum gemischt und da für eine Stimmung gesorgt, wie man sie vermutlich nur an einer Balkan-Hochzeit erlebt. Fazit: ein sehr unterhaltsamer Abend, mit überraschend guter Musik, viel Schweiss und Gelächter.


Abgerundet wurde das zauberhafte Weekend von einem - nach einem Sonntag in der Sonne - DVD-Abend, welcher ebenfalls durch eindrückliche Musik geprägt wurde: "Le Grand Bleu - Director's Cut". Die besonders lange Version des Klassikers von Luc Besson sorgt bei mir auch beim x-ten Mal noch für Gänsehaut. Jacques Mayol und Enzo, dazu die Musik von Eric Serra... ein Traum.

Hey, Danke ;-)

22. September 2011

Balkan meets Paris meets KiFF

Noch keine Pläne fürs kommende Weekend? Na dann los, auf ins KiFF. Am Samstag, 24. September hat die Futterfabrik im Rahmen der legenädren B-Ekspress-Parties hohen Besuch aus Frankreich. Okay, zwar nicht aus Marseille, aber wir wollen mal gnädig sein und auch Paris eine Chance geben. Es kommt eine Band nach Aarau, die ich seit ein paar Jahren äusserst amüsiert verfolge - La Caravane Passe! Die Jungs sind durchgehend ein bisschen verrückt, machen aber gute Musik und sind live schlicht ein Erlebnis.



Seit ihren ersten Konzerten im deutschsprachigen Raum vor etwa drei Jahren, erfreut sich die Band einer treuen Fangemeinde ausserhalb Frankreichs. Inzwischen haben sich die fünf Verrückten aus dem Pariser Untergrund, die seit 1999 die Tanzbretter zwischen Lissabon und Istanbul aufheizen, in die erste Reihe der europäischen Balkanbeat Acts gespielt. In den Gehörgängen des Publikums – egal ob auf grossen Festivals, keinen Varietés oder Nachtclubs – schlagen La Caravane Passe mit viel Brimborium ihre musikalischen Zelte auf: Wortfetzen aus Französisch, Serbisch, Deutsch, Spanisch, Jiddisch und Englisch. Es gibt Gypsy Roots aus dem Balkan und dem Mediterranen Raum vermischen sich mit Ska und Chanson, dazu etwas Punk-Attitüde, Roadmovie-Gitarren und Electro-Disco-Rock: fertig ist der musikalische Eintopf! Aber auch die Augen werden bedient, die fünf Musiker sehen ziemlich abenteuerlich aus, ein bisschen wie die Leningrad Cowboys des Balkans, erinnern an Russkaja und wirken dabei wie Argonauten, die auf einem neonfarbenen Kamel im All herumsegeln, wie eine Horde russischer Elvis-Klone, wie Gypsies, die man für einen Bond-Film als Bad Guys gecastet hat.

Noch Fragen? Im Anschluss legt DJ No Sikiriki seine heissesten Balkan-Beat-Platten auf und bringt das Foyer endgültig zum Kochen. Also, auf ins KiFF. Hajde! 

B-EKSPRESS: LA CARAVANE PASSE (FR) - BALKAN LATE NIGHT PARTY
Datum: Samstag, 24.09.2011
Doors: 21:00 Uhr
Show: 22:00 Uhr
Ort: Saal
Eintritt: 27.- / 10.- Balkan Late Night Party ab 23:30 Uhr mit DJ No Sikiriki



20. September 2011

Annakin und die Männerherzen

Das letzte Weekend gehört zwar schon längst der Vergangenheit an, trotzdem an dieser Stelle noch ein, zwei Bemerkungen dazu: denn es war durchaus musisch angehaucht. Da war am Freitag das Konzert von Reto Hochstrasser in der Waage, er spielte noch einmal sein Tom Waits-Set. Aber wie erwartet war das Waage-Publikum für diesen Auftritt nicht das Richtige. Leider. Die Kneipengäste waren zu laut, zu betrunken und es kam keine Stimmung auf. Entsprechend hatte auch der Musiker irgendwie keine richtige Lust, kurz: das Konzert vor ein paar Wochen im Frosch war um Längen besser und es bleibt zu hoffen, dass Reto mit seinen Locations in Zukunft mehr Glück hat. Spannend war am Freitag das Gewitter, das hat ja sowas von geblitzt und geknallt. Richtig beeindruckend wars!

Am Samstag gabs dann - bedingt durch eine spontane Programmänderung - Annakin im KiFF. Leider einmal mehr vor einer sehr bescheidenen Kulisse, die Frau aus Baden hätte durchaus mehr Publikum verdient gehabt. Leider ging das Konzert mit einer Stunde Verspätung los - technische Probleme! Und da der Buss- und Bettag vor der Türe stand, war es dann nach etwas mehr als einer Stunde auch schon wieder vorbei. Der Sound war, nicht zuletzt dank Adi Weyermann an der Gitarre, tiptop. Ich find die Musik von Annakin auf CD durchaus ansprechend, live vermochte sie mich jetzt zu 100 Prozent überzeugen. Aber das lag vielleicht auch daran, dass ich irgendwie den Eindruck nicht los wurde, dass alle Songs ähnlich arrangiert waren. Und wenn ich schon grad am meckern bin, die Videoeinspielung vom 11. September zum Lied "Line Of Fire" fand ich irgendwie unpassend... Aber eben, Annakin und ihre Jungs verstehen ihr Handwerk, es war einfach nicht so meins an diesem Abend. Fotos folgen.

Schliesslich der Sonntag, da gabs gleich nochmal etwas "Kultur". Nun, doch Kino ist durchaus auch als solche zu bezeichnen. Vor allem dann, wenn die Filme in Originalsprache laufen, was bei einem deutschen Film dann in Aarau sehr oft vorkommt. "Männerherzen 2" stand auf dem Programm. Ja, da mögen jetzt die einen die Nasen rümpfen - aber wir haben uns köstlich amüsiert. Wer Teil 1 gesehen hat, der findet auch Gefallen am Sequel. Besonders toll fand ich übrigens Maxim Mehmet in der Rolle Rolle von Philipp toll. Aber auch Jana Pallaske, Til Schweiger, Wotan Wilke Möhring, Florian David Fitz ("Doctor's Diary") und natürlich der einzigartige Christian Ulmen. Kurz, der Film bietet viel Witz aber hat auch durchaus gefühlvolle Tiefen zu bieten. Mir hat er gefallen und wer auf filmische Unterhaltung auf Deutschland steht, sollte rein gehen. 

Und sonst? Viel um die Ohren, wenig Zeit für den Blog. Aber es macht Spass. Sehr sogar. In holder Vorfreude auf Glen Hansard, Steph Eicher, Luka Bloom, Chuck Ragan, La Caravane Passe und die verspäteten Beatsteaks. Der Herbst kann kommen!

17. September 2011

Der Song zum Wochenende

Swandive (feat. Anakin, welche heut Abend im KiFF auftritt) mit "Is anyone in the air?".

11. September 2011

Der Song zum Wochenende

Passend zum 11. September. Bloss, dieses Lied wurde vor über 20 Jahren geschrieben, hat aber auch im Jahr 2011 auch noch nicht an Aktualität verloren. Die Bilder dazu, ich meine vom 11. September 2001, werden in diesen Tagen mehr als genug wiederholt. Man höre sich aber mal den Text von diesem Song an, gar nicht so unpassend wie ich finde. Schönen Sonntag allerseits. 

9. September 2011

Selber schuld

Ja, wirklich selber schuld. Wer gestern Abend nicht im KiFF war, der hat was verpasst. Und leider haben sehr viele etwas verpasst. Aber eben, selber schuld. SCHERBE kontra BASS waren zu Besuch. Marius del Mestre von den legendären Ton Steine Scherben und sein Kumpel Akki Schulz spielten über 2 Stunden lang Songs von Rio Reiser und eben den Scherben. Und es waren verdammt gute zwei Stunden. Egal ob "Junimond", "Menschenfressermenschen", "Keine Macht für Niemand" oder "Der Traum ist Aus" - alle grossen Hits gabs live. Gesungen von Marius, begleitet durch Gitarre und Kontrabass. Ein einmaliges Erlebnis. Vor allem für mich, als riesigen Fan von Rio und seinen Scherben gabs gleich mehrere Male Gänsehaut an diesem Abend. Und das lag nicht nur an meiner zauberhaften Begleitung...

Wie, Du kennst Rio und die Scherben nicht? Für eine Gruppe wie Ton Steine Scherben wurde der Begriff Kultband erfunden. Sänger Rio Reiser, obwohl leider in den 90er Jahren zu früh an Aids verstorben, hat bis heute Fans, die gerade mal 20 sind. Hits wie "Alles Lüge" oder "König von Deutschland" sprechen Generationen aus der Seele. Marius del Mestre kam als Gitarrist 1980 mit gerade mal 19 Jahren zu Ton Steine Scherben und er zog noch im gleichen Jahr mit den Berlinern auf einen Bauernhof in die Kommune in Fresenhagen nach Nordfriesland. 2005 schloss sich del Mestre der Nachfolge-Band Ton Steine Scherben Family an, mit Kontrabassist Akki Schulz fand er vor einem Jahr den geeigneten Partner für das Duo SCHERBE Kontra BASS. Das Duo macht wie gesagt ziemlich Gänsehaut, bringt zum Lachen und pflegt den Scherben-Mythos, ohne einfach belanglos nachzuträllern oder zu posieren. 

Zum Konzert gestern Abend im Foyer vom KiFF. Beide sangen abwechselnd und haben den rotzigen Rio-Reiser-Ton wunderbar getroffen, ohne dabei ihre eigene Persönlichkeit zu verleugnen, und sie spielten dazu äusserst virtuos ihre Instrumente. Gerade der Kontrabass gab den Stücken einen ganz eigenen Reiz. Akki und Marius fielen sich gegenseitig ins Wort, tanzten, trieben sich bei Soli den Schweiss auf die Stirn und überraschten mit zahlreichen Zugaben. Nach dem Konzert ergab sich die Möglichkeit, mit Marius über die Jahre bei den Scherben zu plaudern, er erzählte so manche (zum Teil sehr persönliche) Begebenheit - welche an dieser Stelle aber nicht wiederholt werden. Wer einmal die Chance haben sollte, die beiden Herren live zu sehen, der sollte das unbedingt tun. Es ist eine musikalische Reise in die revolutionäre Zeit der Rockmusik. Rio lebt! Und das ist gut so. 

Und wenn wir schon bei deutschem Kult sind, passend zum Krautrock-Abend hab ich noch leckere Geschenke aus der ehemaligen DDR erhalten. Ostalgie pur!

30. August 2011

Tom Waits in Aarau!

Richtig gelesen, Tom Waits besucht Aarau. Zumindest im Geiste. Denn am kommenden Freitag präsentiert der Aarauer Musiker Reto Hochstrasser live Songs vom grossen Meister. "Frank’s Wild Years" basiert auf einem Theaterstück von Tom Waits aus dem Jahre 1985. Das Stück handelt von einem gescheiterten Akkordeonspieler. Angelehnt an seinen Vater und unverbesserlicher Trunkenbold Jesse Frank Waits. Als der US Talkmaster David Letterman ihn in einer Sendung einmal fragte, worum es in diesem Stück geht, sagte er in seiner selbstironischer Weise "Es ist ein Mischung aus einem Liebesroman und dem neuen Testament." Aber eben, es geht um die Musik, "Frank’s Wild Years" ist darum auch der Titel des gleichnamigen Albums und ebenso ein Track auf dieser Platte. Die erste Textzeile, heisst übersetzt in etwa...: 

„Frank hat sich jetzt im Tal niedergelassen.
Seine wilden Jahre hat er an den Nagel gehängt.
Und zwar an den, den er seiner Frau in den Schädel geschlagen hatte.“

Erinnert schwer an die kaputte Fantasie eines Charles Bukowski. Gut, oder? Reto Hochstrasser faszinieren die Geschichten von Tom Waits, die immer nah am Abgrund aber in einem realen Leben stattfinden. Geschichten, die jeder schon einmal selbst erlebt oder gehört hat. Seine Inszenierungen, die auch zum Teil an Brecht/Weil erinnern lassen inspirieren den Aarauer Pianisten und Waits' Piano ist einfach zum Kotzen schön. Er sagt zu seinem Projekt: 

"Der Titel des Projekts „Frank’s Wild Years“ hat für mich gut geklungen und es ist mir schliesslich auch nichts besseres eingefallen. Unter dem Namen „Frank’s Wild Years“ interpretiere ich Tom Waits Songs vom frühsten Anfang bis zu seinen neusten Alben."

Ein Abend zum vergessen, zu trinken und zu lieben…oder so. Wer dabei sein möchte, der reserviert sich den kommenden Freitagabend, 2. September und kommt in den "Frosch" nach Aarau - gleich neben der Stadtkirche. Los gehts gegen 20 Uhr! 


29. August 2011

Musig i de Altstadt 2011 - es war toll!

Ja, leider ist es schon wieder vorbei: das Festival "Musig i de Altstadt". Die Ausgabe 2011 gehört der Vergangenheit an. Schade, denn es war ein grossartiger Anlass, der in guter Erinnerung bleiben wird. Ein paar persönliche Highlights gefällig? Da war der Apéro zum Start in der Markthalle, das OK und seine Präsidentin Rosi Finocchiaro begrüssten Sponsoren und Gäste mit gutem Wein und leckeren Häppchen. Danke übrigens an dieser Stelle für die netten Worte... 

Kurz danach ging es los mit Craven, ein paar Rocker aus Aarau welche zwar noch seeeehr jung sind, aber ihre Instrumente durchaus im Griff haben. Und wenn dann der Leadsänger noch den Stimmbruch kriegt, dann klappt das auch mit dem gutturalen Gesang ;-) 



Weiter ging es dann am Freitagabend mit Bands wie Unique oder Ringo. Wir haben uns - trotz Regen und zuvor angekündigtem Weltuntergang - auf Rappel konzentriert. Mein Ex Lehrer Beat Rossi und seine Kumpels wussten einmal mehr zu überzeugen und sorgten in der Crêperie für südfranzösisches Flair. Schade übrigens, dass es da kein Fischer-Bier mehr gibt. Angefangen hat das Konzert übrigens drinnen, aber Petrus hatte ein Einsehen und der zweite Teil fand dann in der Pelzgasse statt. 


Eines der Highlights vom Freitag war klar Adrian Weyermann. Der Ex-Frontmann von Crank wusste solo auf der Bühne der Tuchlaube zu überzeugen. Seine Stimme ist echt stark, das Songmaterial hat internationales Format. Kurz, ein grossartiger Auftritt vom Zürcher. Im Camino ist dann am späteren Abend noch Elvis aus dem Reich der Toten auferstanden, im  Jojo gabs Ricky Harsh, im Butchers Punkrock - der war zwar gut, aber für die Location viel zu laut. 


Der Samstag startete - zumindest an der Milchgasse - mit einem leckeren Zmorge, ganz nach dem musikalischen Motto "Sektfrühstück bei Real Madrid". Später dann ein paar Takte Ländlermusik in der Markthalle, kurzer Zwischenstop zum Wow-Apéro in der Tuchlaube und dann in die Markthalle: Hi Grip! Die Helden meiner Jugend, unser Band-Stolz der 80er Jahre. Ja, wir haben die Jungs, welche inzwischen zu älteren Herren mutiert sind, damals durch die halbe Schweiz begleitet. Gut sind sie immer noch, wenn auch etwas ruhiger als früher. Abgelöst wurden sie von Snöff, in Aarau ebenfalls gut verwurzelt und bestens bekannt. Ihre Hits wussten das Publikum zu begeistern und der erste Erdbeer-Caipi vom Boiler Team konnte bestellt werden. 


Den vermutlich speziellstesn Event des ganzen Festivals gabs dann gegen 21 Uhr in der Stadtkirche. Da trat der Pariser Musiker Hampus Lindwall auf, er bespielte die grosse Orgel der reformierten Kirche und auf einer Leinwand gabs dazu den Stummfilm "Faust" aus dem Jahr 1926. Das Ganze war sehr eindrücklich und durchaus mit Gänsehaut verbunden, dass man dazu in der Kirche noch Bier trinken durfte, machte den Event noch schräger. Leider war der Film viel zu lange, nach ca. 45 Minuten ging ich darum dann weiter. 


Next Stop: James Gruntz. Die Tuchlaube war proppenvoll, so stand ich draussen auf einem Stuhl und lauschte der speziellen Stimme des jungen Sängers. Mir persönlich klangen die Songs - alle akustisch - dann auf Dauer etwas zu ähnlich, sodass ich in die Markthalle zu Sina gewechselt habe. 


Was es da gab, war hochprofessionell. Super abgemischt, gutes Licht und Sina in bester Laune. Leider hab ichs nicht sooooo mit der Walliserin. Trotzdem, der Auftritt war solide und die Fans begeistert. 


Gegen 22 Uhr war die Altstadt so richtig am rocken. Aus allen Beizen kam Musik, egal ob HipHop, Rock oder afrikanische Beats - wie zum Beispiel in der Waage. Die Kneipen waren ausnahmslos gut gefüllt, die Stimmung war genial und auch auf der Gasse war viel los. Nur die Busse haben mal wieder gestört, aber das ist ein anderes Thema. 


Meinen persönlichen Abschluss fand ich dann im 3. Stock. Da hat Alex Crivero mal wieder gezeigt, dass er zu den besseren DJs in der Region gehört. Es gab viel HipHop, genial abgemischt und die Stimmung war entsprechend auf dem Siedepunkt, was dann schliesslich einen letzten Caipi - gut gemixt von Barman Reto - durchaus gerechtfertigt hat. Fazit: trotz Wetterpech und kühlen Temperaturen war "Musig i de Altstadt" auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Die Leute haben bemerkt, dass es viel gute Musik und tolle Stimmung gibt - ohne dass man dafür Eintritt bezahlen müsste. So gesehen freue ich mich schon auf die Ausgabe 2012, die ersten Namen sind ja bereits im Umlauf. Lasst euch überraschen!