11. Juli 2009

Der Song zum Wochenende

Heute mal wieder etwas Musik. Ich überlege mir zwar gerade analog den TV-Sendern auch auf Sparflamme zu fahren und einfach alte Blogbeiträge zu wiederholen. Ganz unter dem Motto, die TV-Zuschauer bzw. in meinem Fall die Leserschaft ist eh dumm genug als dass das niemand merkt. Bloss sollte man bei der Programmplanung halt vielleicht doch etwas studieren, beim Schweizer Fernsehen hat man darauf wohl verzichtet und hat letzte Woche die Sendung "5 gegen 5" vom letzten Jahr ausgestrahlt: ein EM-Special mit zahlreichen Hinweisen auf die Fussball-Euro 08 in der Schweiz. Toll diese Vorfreude auf das bevorstehende Ereignis...

Ähnlich doof hat man sich bei RTL angestellt, da ist Reporter Thorsten Sleegers im Mittagsmagazin auf einer Reise durch Europa. Mit nur 100 Euro in der Tasche versucht er von Deutschland möglichst weit in den Süden zu reisen, inklusive Essen und Übernachtungen. Nun, ein tolles Experiment wenn man nur nicht jetzt schon wüsste, wie es ausgeht. Denn schliesslich gab es genau die gleiche Reportage ja schon im letzten Sommer! Aber eben, hoffen wir einfach auf etwas besseres Sommerwetter und angenehmere Temperaturen, dann bleibt auch der Fernseher wieder häufige aus. Und nun zur Musik, einfach weil es gut ist: David Guetta feat. Kelly Rowland "When love takes over".

10. Juli 2009

Kugelsack, Arschwitz, stuppen & Co.

Ich liebe Brüno! Ok, jetzt nicht so wie man das vielleicht vermuten könnte, da der Brüno ja auf Männer steht. Aber ich hab ihn gesehen und bin angetan. Ok, neu ist diese Figur von Sasha Baron Cohen ja überhaupt nicht. Genau wie den Borat hat er den Brüno schon vor Jahren bei einem kleinen TV-Sender in England "erfunden". Nun läuft der schwule Österreicher also im Kino und ich muss sagen, es ist Unterhaltung pur. Sofern man auf diese Art der Unterhaltung steht. Und ich steh drauf!

Ähnlich wie bei Borat bringt Brüno seine Zeitgenossen in äusserst peinliche Situationen, was diese Menschen dann daraus machen lässt sie meist noch viel schlechter aussehen. Schwulenhasser aus den Südstaaten, Menschen die versuchen Homosexuell "umzupolen" und viele weitere Gestalten vergessen während den 85 Minuten, dass da ja noch eine Kamera wäre und entsprechend häufig ist fremdschämen angesagt. Sacha Baron Cohen schreckt vor nichts zurück, vor gar nichts! Da wird die Nahostkrise auf die Schippe genommen, er wird von orthodoxen Juden verfolgt, verwechselt Hamas und Humus, zeigt seine Genitalien in Übergrösse auf der Kinoleinwand, praktiziert während einer Anti-Schwulen-Demo SM-Sex, nagelt ein schwarzes Baby ans Kreuz, outet Arnold Schwarzenegger als homosexuell, bezeichnet Hitler als den grössten Star den Österreich je hatte, meint im Gazastreifen zu einem Führer der Al-Aksa Brigaden: "Euer König Osama braucht dringend ein Makeover. Er sieht aus wie ein betrunkener Weihnachtsmann".... und so weiter!

Sacha Baron Cohen ist Engländer und Jude. Diese Mischung ist was den Humor angeht grundsätzlich schon sehr explosiv, der schwarze Humor von der Insel gemischt mit dem zynischen jüdischen Witz und dazu die Kreativität und vorallem die Intelligenz von Cohen: herrlich! Bedingung für einen ungetrübten Kinospass ist allerdings dass man sich den Film auf Englisch anschaut, weil sonst der Wortwitz komplett verloren gehen würde. Schliesslich ist es immer besonders lustig, wenn Brüno "deutsch" redet. Oder zumindest das, was die Amis im Film dann meinen es sei Deutsch. Worte wie Kugelsack, stuppen, Arschhalle, Arschwitz sind nur ein paar Beispiele. Und zweitens sollte man auf alles gefasst sein, wirklich auf alles. Wer gerade vom katholischen Jugendgottesdienst kommt und sich da geschworen hat, vor der Ehe keinen Sex zu haben, der sollte vielleicht doch lieber nicht ins Kino gehen. Schliesslich sind es einmal mehr solche Gruppierungen die versucht haben, den Film zu verhindern.

Dass Cohen doch Gefühle - und wie alle guten Komiker vorallem Hirn - hat, bewies er übrigens mit dem Schritt den Film kurz vor dem Release noch zu kürzen. Und zwar um die Stelle in welcher er mit Janet Jackson ein Interview über ihren damals noch lebendigen Bruder Michael fährt. Ein Zeichen von grossem Respekt von einem Typen der in seinem neuesten Film Brüno über 85 Minuten so gut wie gar keinen eben solchen Respekt zeigt. Und damit der Gesellschaft den Spiegel vor die Nase hält. Absolut genial ist die Schlussszene, über die ich an dieser Stelle nicht mehr verraten möchte ausser dass es von weltberühmten Menschen , sprich Superstars, nur so wimmelt und mir echt die Kinnlade runterging... Darum: absolut geschmacklos und äusserst politisch unkorrekt, darum ab ins Kino!

9. Juli 2009

Blog ist wieder erreichbar!

Nachdem Google gestern Abend plötzlich der Meinung war man könnte doch mal diesen Blog von Server A nach Server B verpflanzen war dann natürlich Mattscheibe bei Monsieur Fischer. Nun war ich gestern Abend ja noch unterwegs und danach nicht mehr im Internet, entsprechend hab ich den Ausfall erst heute Morgen bemerkt. Zuerst anhand von ein paar Mails und dann natürlich als ich selber nicht mehr zugreifen konnte. Nun, Google hat sich ja Blogger/Blogspot gekauft und ist derzeit am umorganisieren. So hat man mir eine neue IP-Adresse zugewiesen und meine Umleitung funktionierte natürlich nicht mehr. Dank kräftiger und freundlicher Unterstützung von Blankster und dem Herrn von der Hostpoint-Hotline konnte das Problem aber bis zum Mittag gelöst werden und Monsieur Fischer ist per sofort blogtechnisch erreichbar.

PS: Natürlich habe die Erklärungen wie die nachfolgende komplett verstanden: "Ich würde dir empfehlen deinem Provider mitzuteilen dass du statt einem A-DNS Record einen C-NAME Record nutzen möchtest: Diesen lässt du dann auf monsieurfischer.blogspot.com zeigen. Ein A-Record zeigt auf eine IP-Adresse (die eben jetzt nicht mehr stimmt), ein C-NAME Record auf eine DNS-Adresse (also z.b. monsieurfischer.blogspot.com)." Alles klar, oder?

Ich werde jetzt auch Promi-Experte!

Das muss ja ein ganz toller Job sein, vorallem hatten all diese Experten in den letzten Tagen und Wochen richtig Hochkonjunktur. Michael Jackson sei dank durften sie regelmässig ins Fernsehen und da erzählen dass sie eigentlich gar nichts wissen, dies aber zumindest gut verkaufen. Denn ich wette jetzt einfach mal dass all die Promikennerinnen und -kenner gerade den Michael Jackson nie persönlich kennengelernt haben. Gleiches dürfte für Britney Spears, Paris Hilton oder Tom Cruise gelten, ebenfalls beliebte Jagdopfer. In letzter Zeit sind all diese Promijäger aber geradezu inflationär in der Flimmerkiste und im Radio aufgetaucht.

Ich erinnere mich spontan an eine Vanessa Blumhagen bei RTL. Katastrophal anständig frisiert und Natürlichkeit scheint für diese junge Frau ein Fremdwort zu sein. Gleiches gilt für die blonde Sibylle Weischenberg von SAT1, welche daherkommt wie ein wandelnder Kleiderständer - oder in ihrem Fall vielleicht eher Schuhschrank. Ebenfalls bei SAT1 taucht regelmässig Torgen Schneider auf, mir wird dann immer etwas warm wenn ich den sehe... aber natürlich haben auch die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Experten. Ja sogar beim Schweizer Fernsehen gibts mit dem Glanz&Gloria-Team das entsprechende Personal.

Was ich mich dann immer frage ist, was geben diese Menschen an wenn es um ihren Beruf geht. "Hallo, ich bin Promiexperte!" oder wie muss man sich das sonst vorstellen. Und vorallem wie wird man eigentlich Promiexperte? Bei einem Experten für Atomphysik ist mir der Ablauf ja noch einigermassen klar. Aber Promiexperte? Eines Tages steht man auf und sagt sich "so, jetzt bin ich Promi und High Society-Experte!". Muss man dafür wirklich Prominente kennen oder reicht es wenn man mal von Boris Becker ein Autogramm geholt hat? Woraus besteht die Arbeit bei dem Job, sich auf Cocktailparties zeigen und mal mit nem Prominenten in die Besenkammer verschwinden? Fragen über Fragen.

Was mich aber wirklich nervt an all diesen Gestalten ist die Tatsache, dass sie so tun als wüssten sie wovon sie reden, als wären George Clooney und Amy Winehouse ihre besten Freunde mit denen sie täglich telefonieren. Dabei werd ich den Eindruck nicht los, dass eben genau diese vermeindlichen Experten in den meisten Fällen so gar keinen Plan haben was in den Celebs wirklich vorgeht. Da liest man ein bisschen Bunte, InStyle und Co. wärmt das auf, fügt ein paar eigene Fantasien hinzu und erzählt das dann brühwarm dem - meist - unwissenden TV-Publikum. Das ja bekanntlich nach Informationen aus dem Privatleben der Prominenten nur so lechzt, egal ob auch kein Funken Wahrheit an den News dran ist. Mister X ist mal wieder besoffen, Frau Y hat wieder einen neuen Freund und Herr K kommt einfach nicht von den Drogen los. Woher diese Experten das wissen? Keine Ahnung, aber das spielt ja auch keine Rolle. Denn schliesslich gibt es Geschichten- und Märchenerzähler schon seit Urzeiten und genau diesen Part übernehmen ja Frau Blumhagen, Herr Schneider, Frau Weischenberg und Co.

8. Juli 2009

Ja, ich habe es auch geschaut

Und ja, ich fand es war ein würdiger Abschied und nochmal ja, ich musste kurzzeitig auch weinen. Na und? Ich weiss dass es derzeit wahnsinnig "cool" und "lässig" ist den Michael Jackson Scheisse zu finden, aber das ist mir eigentlich egal. Genau so egal wie die Diskussionen rund um den Auftritt seiner Tocher Paris. Wer sagt uns denn, dass die Kleine diese Worte nicht von sich aus an die Welt richten wollte? Dahinter jetzt Programm zu vermuten find ich ehrlich gesagt etwas gar übertrieben moralisch. Aber eben Heuchlerei, Doppelmoral und Scheinheiligkeit sind in der heutigen Zeit ja weit verbreitete und geduldete Laster. So gesehen wundert es mich nicht, dass jetzt alle Welt aufschreit, weil ein 11jähriges Kind auf der Bühne ein paar Worte über ihren verstorbenen Vater verliert; im Gegenzug schreit man dann aber vermutlich "Jöö wie herzig!" wenn im Zirkus Knie der kleinste Spross der Familie auf einem Elefanten reitet oder bei "Wetten dass..." Gottschalk mit der Kinderwette die Kids zu Affen macht. Darum zitiere ich gerne an dieser Stelle Paris Michael Katherine Patricia Jackson:

"Seitdem ich geboren wurde, war er der beste Vater,
den man sich vorstellen kann. Ich will sagen, ich liebe ihn."

Michael Jackson ist tot. Ein Verlust für die Musik- und Showwelt. Er hat Brücken gebaut zwischen Schwarz und Weiss, war belegbar ein Wegbereiter für Menschen wie Barack Obama, Beyoncé Knowles oder Eddie Murphy. Aussagen wie "We are the World", "Black or White" oder "Heal the World" werden uns auf ewig begleiten. Und dass er einen an der Waffel hatte ist unbestritten, aber macht ihn das zu einem schlechten Menschen? Ok, wir leben auf dem Planeten Erde und Querdenker haben es hier nicht immer einfach. Ich vergass...

Und genau dieser schräge Vogel, Spinner und Andersdenker wurde nun posthum vom US-Repräsentantenhaus geehrt und mit der Resolution Nummer 600 als "Nationale Legende" verewigt. Mutig, du konservatives Amerika! Die texanische Kongressabgeordnete Sheila Jackson Lee erklärte den Beschluss an der Trauerfeier mit den folgenden - treffenden - Worten:

"It claims Michael Jackson as an American Legend and musical icon, a world humanitarian and someone whowill be honoured forever and forever and forever and forever and forever. We are the world and we are better because Michael Joseph Jackson lived... Michael Jackson, I salute you."

Es war ein würdiger und bewegender Abschied gestern Abend im Staples Center in LA. Das ist meine Meinung und die muss auch niemand mit mir teilen. Ich habe mich bei vielen Songs in meine Jugend zurück versetzt gefühlt, habe mich ans Konzert 1988 in Basel erinnert und mich darum bei "Will you be there?", "Heal the World" und Paris' Auftritt meiner Tränen nicht geschämt. Und nun zum letzten Mal R.I.P. Michael Jackson. Auf dass du da oben deinen Frieden findest und man dich endlich in Ruhe lässt, wie du es dir im Video "Leave me alone" im Jahre 1987 schon gewünscht hast. Bye!