12. September 2008

Hängt ihn höher, den Schwachkopf!

Nein, ich bin definitiv kein Verfechter der Todesstrafe. Ganz im Gegenteil sogar. Aber manchmal kommen in mir auch Gefühle hoch, die irgendwie in die Richtung "schiesst dem Mann wenigstens ins Knie" oder "setzt ihn auf einer einsamen Insel aus" gehen. Meist geht es dabei darum, dass jemand Schwächere quält, dabei spielt es keine Rolle ob es dabei um Kinder, Behinderte, alte Menschen oder Tiere geht. Hauptsache es muss jemand leiden, der sich nicht wehren kann.

Im aktuellen Fall geht mir die Galle hoch, wenn ich das Video des Schwachkopfs ansehe, der in Australien ein Kanguruh KO geschlagen hat. Ja genau, richtig gelesen. Ein wahnsinniger lustiger Zeitgenosse hat in einem Boxkampf ein Kanguruh zu Boden gehauen und ist dabei erst noch richtig stolz. Wie dumm der Typ sein muss beweist die Tatsache, dass er sich dabei hat filmen lassen und dann das Video voller Freude ins Internet gestellt hat. Nun sucht ganz Australien nach dem Idioten und ich hoffe fest, dass er geschnappt und bestraft wird. Auf dass ihm sein bescheuerters Lachen im Halse stecken bleibt.

Hinweis: Meiner Meinung nach sollte das Video nicht unbedingt von Kindern angeschaut werden. Ich finds irgendwie - obwohl man kein Blut oder so sieht - noch recht hart, weil halt ein Tier gequält wird.

11. September 2008

Das Chruut & Rüebli-Posting

Donnerstag, 11. September 2008. Logbuch Monsieur Fischer, Eintrag I: Ruedi Rymann ist tot. Der bekannte Jodler und Komponist vom Schacher Seppli, Ruedi Rymann, ist gestern Abend in Giswil/OW im Kreise seiner Familie an den Folgen seiner schweren Krankheit im 75. Lebensjahr verstorben. Rymans Lied «Dr Schacher Seppli» war vor Jahresfrist noch vom Schweizer Fernsehpublikum zum «grössten Schweizer Hit» gewählt worden. Auch ich habe damals fleissig für den Ruedi angerufen. Rymann, der am 31. Januar 1933 in Sarnen zur Welt kam, galt als eine ehrliche und sehr bescheidene Persönlichkeit. Attribute, die in der heutigen Zeit doch eher selten anzutreffen sind. Er arbeitete zunächst als Knecht und später während fast vier Jahrzehnten als Wildhüter. Rymann war wohl einer der erfolgreichsten Jodler der Schweiz. Seine Karriere führte ihn bis nach Kalifornien und Japan. Good bye, Ruedi!

Donnerstag, 11. September 2008. Logbuch Monsieur Fischer, Eintrag II: Was ist los mit der Schweizer Nati? Meinen die jetzt tatsächlich, wenn auf der Bank der Ottmar Hitzfeld sitzt, sie müssten nicht mehr Fussball spielen, das laufe jetzt alles von selber... Herren, so nicht! Mein internationales Fussballherz schlägt ja bekanntlich eher für die Franzosen - die nach der Schmach gegen Oesterreich seit dem Sieg gestern Abend gegen Serbien wieder im Fahrplan liegen - aber trotzdem lässt mich das Schweizer Schicksal nicht ganz kalt. Erst recht nicht, seit "unser" Ottmar die Verantwortung für die Nati trägt. Nach dem Gezeigten von gestern Abend kann man ja direkt froh sein, dass die Jungs noch kein Schweizer Kreuz auf der Brust getragen haben, wäre ja ne wahre Schande gewesen. Luxemburg ist nun wirklich kein Allerweltsgegner, da wäre zumindest etwas Kampf und Einsatz angesagt gewesen. Aber nein, ein Fehlpass-Festival vom Feinsten und von Wille und ähnlichem war nichts zu sehen. Das nächste Spiel gibts schon im Oktober, bleibt zu hoffen, dass die Spieler bis dahin den Ernst der Lage und vorallem Hitzfelds System kapiert haben! Ansonsten, Tschüss WM.

Donnerstag, 11. September 2008, Logbuch Monsieur Fischer. Eintrag III: In Peking finden derzeit die Paralympics statt. Während die deutschen TV-Sender auch diesen Anlass täglich live übertragen, scheinen die Behindertensportler dem Schweizer Fernsehen keine Sendezeit wert zu sein. Sind deren Leistungen weniger wert? Aber vielleicht liest hier ja jemand mit, der sich mit der Materie besser auskennt als ich und kann mir auch gleich ne Frage beantworten. Es gibt ja verschiedene Schadensklassen - ja so heisst das, hab ich nicht erfunden - aber wie kommt es dann, dass zum Beispiel im Schwimmen ein Sportler ohne Beine gegen einen anderen mit Beinen und Armen antreten muss? Der kann ja gar keine Chance haben. Oder im Bahnradfahren einer mit nur einem Arm gegen einen anderen Fahrer mit zwei Armen? So beeindruckend die Leistungen der Männer und Frauen in Peking auch sind, das hab ich nicht so ganz kapiert.

Donnerstag, 11. September 2008, Logbuch Monsieur Fischer. Eintrag IV: Sieben Jahre ist es inzwischen her, seit den Anschlägen von New York. Noch immer halten sich diverse Verschwörungstheorien hartnäckig in den Köpfen der Menschen, ebenso werden wir wohl nie die Bilder dieses Tages vergessen. Im November wählt das US-amerikanische Volk einen neuen Präsidenten und es wäre schön, wenn Obama den Sprung ins Weisse Haus schaffen würde. Typen wie McCain und vorallem sein weiblicher Pitbull-Terrier Sarah Palin machen mir Angst und lassen mich befürchten, dass mit diesem erzkonservativen Duo weitere Kriege auf dieser Welt vorprogrammiert sein dürften.

10. September 2008

Hurra, die Welt geht unter

Heisst es. Sogar das seriöse ZDF hat sich diesem Thema gewidmet und nicht ausgeschlossen, dass das Experiment am Cern in Genf auch durchaus in die Hose gehen kann und wir dann alle vom grossen, schwarzen Loch verschluckt werden. Da hab ich mir doch schocn mal den Soundtrack zum Weltuntergang parat gelegt, inkl. dem äusserst passenden Video. "Black Hole Sun" von Soundgarden! Ja, so sieht das dann in etwa aus, wenn wir alle reingezogen werden. Gute Nacht schon mal.

Und jetzt noch ne ernst gemeinte Bemerkung zum Schluss: müssen Wissenschaftler eigentlich wirklich alles erforschen? Kann man gewisse Sachen nicht einfach so stehen lassen wie sie sind? Und wer trägt bei einem solch gewaltigen Experiment eigentlich die Verantwortung? Wer live zuschauen möchte beim Experiment, der kann das hier übers Internet tun. Wenn die Herren da nervös werden, fang ich dann glaub langsam an meinen Rucksack zu packen und den Flug auf den Mond zu buchen.... Und nun Musik!


9. September 2008

Update: Mezziogiorno eingeschläfert!

Bereits gestern hab ich ja über den schrecklichen Vorfall - am eigentlich wunderschönen Rennsonntag - im Aarauer Schachen berichtet. Inzwischen liegt eine offizielle Bestätigung vom Vertreter der Besitzergesellschaft des Stalls Amazonas, Herr Willy Bär, vor. Er hat mir am Telefon bestätigt, dass Mezzogiorno (Foto aus dem Rennen) beim Unfall den Rücken gebrochen hat und darum gestern eingeschläfert werden musste. Man habe das Tier vorher untersucht, weil man dem Champion gerne das Leben geschenkt hätte, aber bei einem Rückenbruch bliebt den Besitzern nichts mehr anderes übrig, als das Tier von seinen Schmerzen zu erlösen. Der Bruch ereignte sich, als das darauf folgende Pferd, Strong, Enough Mezziogiorno auf den Rücken trampelte. Laut inzwischen ebenfalls bestätigten Meldungen soll auch das zweite Pferd inzwischen nicht mehr am Leben sein.

Und jetzt kommt mir die Totenstille auf der Tribüne und die weinenden Menschen irgendwie noch viel schräger rein. Ich hab das Pferd ja irgendwie nicht wirklich persönlich gekannt oder so (klingt jetzt komisch, ich weiss), aber trotzdem tuts mir weh, wenn ich an den Moment des Unfalls zurück denke. Tja...

Foto: Christian Mettler

8. September 2008

Wenn in Aarau die Pferde rennen

Gestern war es mal wieder so weit: im Aarauer Schachen waren die Rennpferde im Einsatz. Bei herrlichem Wetter trafen sich gegen 6000 Menschen im herrlichen Reiterstadion, einem der schönsten der Schweiz - wenn man den Experten glauben darf. Nach den Rennen im Frühling, die ich leider souverän verpasst habe, hab ich mich darum gestern erst recht auf den ersten Herbstrenntag gefreut. Erst recht, weil die Meteoprognosen ja alles andere als gut waren und Petrus dann schliesslich doch noch ein Einsehen hatte und uns regentechnisch gesehen verschont hat.

Zudem kam dazu, dass wir ne VIP-Einladung hatten für diesen Anlass. Sonst bin ich ja eigentlich noch gerne mit ein paar Kumpels zusammen an diesen Rennen und verschwende ein bisschen Geld fürs Wetten und für ein gutes Glas Wein. Aber gestern war alles anders und irgendwie gar nicht mal sooo übel. Es gab ne Einladung zum Essen und Trinken in einem schön gestalteten Zelt, danach dann eine Führung zu den Startboxen - was äusserst eindrücklich war und schiesslich Tribünenplätze während den einzelnen Rennen. Und das war ja der Hammer, endlich hat man mal was gesehen von diesen Rennen. Also so richtig meine ich.

Wobei ich zugeben muss, dass ich vorallem im letzten Rennen - dem Cross-Country - lieber nicht so viel gesehen hätte. Es kam zu einem grässlichen Sturz. Der Favorit, ein Pferd mit dem Namen Mezzogiorno, stürzte beim Steinwall äusserst unglücklich. Von unserem Standpunkt aus, machte es den Anschein, als dass das Tier bei diesem Zwischenfall alle 4 Beine gebrochen hat. Eine wirkliche Entwarnung konnte dann gestern weder der Besitzer, noch die zuständigen Ärzte geben. Und auch eine Nachfrage heute beim Aargauischen Rennverein brachte keine Neuigkeiten an den Tag, ob das Tier noch lebt oder nicht. So bleiben derzeit in meinen Erinnerungen einzig die grausamen Eindrücke vom Sturz und eine weinenden Betreuerin zurück.

Beeindruckend war, dass das Rennen natürlich trotz diesem Zwischenfall - bei dem auch ein zweites Pferd verunfallt ist - weitergeführt wurde. Die Stimmung auf der Tribüne schlug aber um. Viele Zuschauer beachteten das eigentliche Rennen gar nicht mehr, sondern konzentrierten sich darauf, ob Mezzogiorno noch einmal austeht oder nicht. Das Pferd blieb dann aber sehr lange liegen und zuckte nur noch. Erst später konnte es sich mit Hilfe der Betreuer und Ärzte erheben und wurde in einen Anhänger transportiert.

Tja, was soll man sagen, der Pferdesport birgt halt seine Risiken. Etwas traurig fand ich, dass sich der Jockey (ein Profi aus Frankreich) nicht um das Pferd gekümmert hat, sondern laut fluchend den Innenraum verliess. Aber auch das ist vermutlich der Rennsport der Neuzeit. Alles in allem war es aber ein sehr gelungener Nachmittag und ich kann nur jedem empfehlen, der noch nie an einem Renntag war, unbedingt mal hinzugehen. Unser gestern eher bescheiden ausgefallener Wettgewinn von 7 Franken 50 dürfte auch für Laien durchaus schlagbar sein.