4. Februar 2010

So, ich erkläre Deutschland den Krieg!

Einer muss diesen Job ja übernehmen, warum also nicht ich. Immerhin ist mir dadurch ein Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Wer die Diskussionen rund um diese blöde Daten CD in den letzten Tagen verfolgt hat stellt sich sowieso die Frage, warum die Deutschen noch nicht bei uns einmarschiert sind und sich das Schwarzgeld gleich mitgenommen haben. Es gab schon lange kein Medienthema mehr, welches so für Aufruhr und Ärger gesorgt hat wie diese CD. Obwohl eigentlich niemand genau weiss worum es geht, kann jeder mitreden und seinem Unmut Ausdruck geben. Besonderes Fremdschämen ist ja angesagt, wenn sich Schweizer Politiker oder Journalisten in deutschen TV-Shows tummeln. Beste Beispiele dafür der Ulrich Schlüer im ZDF und das Sprachrohr Blochers Roger Köppel in der ARD. 

Der Politiker peinlich aufgrund seiner Ausdrucksweise und dem Bauerntrampel-Charme, der Journalist wie gewohnt rechthaberisch und überheblich. Klar gilt es die Schweiz in diesem Streit zu verteidigen, aber muss man dazu solche Clowns vor die deutschen TV-Kameras schicken? Ich persönlich sähe zum Beispiel einen Jean Ziegler mal gerne in einer solchen Talkshow, seine Meinung zu dieser verflixten CD interessiert mich brennend. Ich kenne ja auch nur die Fakten welche man in den Zeitungen lesen kann. Sofern ich das richtig verstanden habe reden wir also von gestohlenen Daten. Würde es dem Datendieb um die Bestrafung der Steuerbescheisser gehen, dann könnte er diese CD ja einfach öffentlich machen oder von mir aus den Deutschen schenken. Aber nein, er will sich damit bereichern. Also ist es - sofern Merkel und Co. die Daten kaufen - ganz klar Hehlerei. Bankgeheimnis hin oder her machen sich dabei beide Parteien strafbar und die Schweiz schaut in die Röhre. 

Auf den Sack geht mir in dieser Geschichte ja vorallem dieses scheinheilige Getue von allen Beteiligten. Sowohl die Schweiz als auch Deutschland haben Dreck am Stecken wenn es um Gelder geht, die auf irgendwelchen Konten liegen. Irgendwie müssen die aktuellen Rekordzahlen der Deutschen Bank ja auch zustande gekommen sein. Und der Joe Ackermann ist ein Schweizer... Sowohl Deutschland als auch die Schweiz haben ihren Reichtum nicht nur, weil sie über Jahre besonders fair und fleissig gearbeitet haben. Imemr mal wieder haben sich beide Staaten an ärmeren Ländern bereichert. Und nun macht man also in Deutschland ein riesiges Theater um ein paar Steuersünder, die ihre Kohle auf die Seite geschafft haben? Der ehemalige Finanzminister bezeichnete die Schweiz gestern Abend gar als unzivilisiert und drohte man werde die gerechte Strafe schon noch bekommen. Da erinnere ich mich wieder an Steinbrück, der uns die Kavallerie schicken wollte. Drohgebärden an allen Ecken und Enden. Und das aus dem Land, in welchem ja eigentlich noch richtig tolle Menschen wohnen. Zumindest die die ich kenne...

Ha, nun sind wir aber schneller und erklären Deutschland den Krieg. Ich tue das nun hier offiziell. Zieht euch schon mal warm an, wenn wir dann kommen mit unseren Fahrradtruppen und den 30 Jahre alten Tiger-Kampfflugzeugen. Unsere Spezialeiheiten bauen Brücken über den Rhein, die Marine wird den Bodensee zum Sperrgebiet erklären. Okay in Sachen Kommunikation könnten wir ein paar Probleme haben, da die verschiedenen Truppeneinheiten ja verschiedene Computersysteme haben. Aber dafür haben wir ja noch die Brieftauben. Endlich erhält der Begriff  "der grosse Kanton" eine neue Bedeutung. Und all die Deutschen die in den letzten Monaten bei uns in der Schweiz angekommen sind - vermutlich Steuerflüchtlinge - kriegen bald Besuch von 80 Millionen Landsleuten. Mein Tipp an Deutschland: Frau Merkel ergeben sie sich! Sie kriegen dann auch einen Platz im Bundesrat und die Probleme mit den Steuern wären vom Tisch. Schliesslich bleibt das Geld ja dann quasi im eigenen Land.

Schauen wir zum Schluss noch schnell in die Zukunft, dieser Überfall bringt beiden Ländern nur Vorteile. Die Deutschen haben plötzlich leckere Schokolade, teure Uhren und tolle Skigebiete. Ebenso profitieren sie von unserem Steuersystem und die Autobahnvignette für den Italien-Urlaub lohnt sich endlich mal. Die Schweiz hat im Gegenzug endlich ein Meer, am Eurovision Song Contest haben wir dank Stefan Raab (soforn die zauberhafte Lena gewinnt) mal wieder eine Chance und unsere Fussballteams werden in die Bundesliga verpflanzt - Auswärtsfahrten machen dann durchaus Spass. Das kleine Stachelschwein schlägt also gnadenlos zurück und gleich nach der Kapitulation gehören München, Stuttgart, Hamburg, Berlin und Co. zur Eidgenossenschaft. Ihr könnt schon mal üben: "Chochichäschtli".

3. Februar 2010

So, hier bin ich wieder

Nun ja, eigentlich war ich ja gar nicht weg. Aber wenn man so ein paar Tage seinen Blog nicht mit richtigem Content füllt, dann hat man beinahe ein schlechtes Gewissen seiner Leserschaft gegenüber. Nun ist ja aber dieser Blog nicht das einzige Projekt das täglich um Text bettelt. Also muss man seine Ressourcen halt zwischendurch auch einmal bündeln. Zudem geb ich zu, ich wollte über die Grammys bloggen, aber die waren sowas von langweilig, dass ich mitten drin eingeschlafen bin.  Dann gabs ja viel Schnee, was unseren Abwart dazu motiviert hat regelmässig - zum Beispiel gegen 23 und 5 Uhr früh - Schnee zu schaufeln, nein nicht vno Hand sondern mit so einer Art Schneefräse. Und gestern hat mir die Cablecom über 2 Stunden lang fast den Verstand geraubt und wenn man dann erst am späteren Abend mit der Arbeit fertig wird, dann lässt man den Blog halt auch Blog sein. Nicht zu vergessen meine Bude und der Hund, welche durchaus die meiste Zeit in Anspruch nehmen.

Klar, mit dieser Steuer CD gäbe es im Moment sicher ein tolles Thema um darüber zu texten. Aber seien wir ehrlich, die ultimative Lösung in dieser Geschichte wird es nicht geben. Einerseits ist es eine Schweinerei im grossen Stil den Staat um Steuern zu bescheissen, ebenso ist der Typ nicht ganz sauber, der die Daten klaut und auf eine CD kopiert und schliesslich grenzt es an Hehlerei wenn Deutschland nun diese CD kauft. Das Wichtigste an der Geschichte ist ja aber, dass die Schweizer sich wieder über die Deutschen aufregen können, was besonders in den Reihen der SVP ja inzwischen zu einem Volkssport geworden ist. Dabei müssten ja eigentliche grad rechtsdenkende Politiker eine besondere Freude an unseren nördlichen Nachbarn haben, insbesondere an ihrer Geschichte. 

Ja und sonst? Frankreich ist noch Europameister im Handball geworden, ohne Thierry Henry. Der FC Aarau hat im Schneetreiben auch sein letztes Testspiel verloren und drüfte wohl am Sonntag gegen Bellinzona nur auf ein Wunder hoffen. Fürs iPhone gibt es ein neues Update, das zwar gute 2 Stunden in Anspruch nimmt bis es läuft, aber für uns Mitteleuropäer rein gar  nichts bringt. Heute gibts nochmal U2-Tickets fürs Zusatzkonzert der Band im Letzi und ich wette, das Choas bleibt sich gleich. Am Sonntag hab ich mal wieder nen Tatort gesehen und fand ihn recht gut, obwohl ich in der Regel diese Krimis gar nicht schaue. Cablecom Digital hat neue Sender aufgeschaltet, obwohl ich diese gar nie bestellt habe - aber das wundert mich bei diesem Saftladen überhaupt nicht mehr. Immerhin haben sie es geschafft drei Accounts von drei verschiedenen Familien Fischer, mit drei verschiedenen Vornamen aus drei verschiedenen Wohnorten zu verwechseln. Und das muss man auch erst mal schaffen. 

Schliesslich möchte ich noch auf einen neuen Kunden der Monsieur Fischer Ideen- und Textmanufaktur hinweisen. Der junge Mann nennt sich Faxardo und bietet telefonische Lebensberatungen an. Über sein Wissaen und sein Arbeit gibts hier mehr Informationen. Klar, sollte man ihn nicht mit einem Typen wie Mike Shiva in Verbindung setzen, aber für Leute die nicht wissen was man unter Lebensberatung und Karten legen versteht, ist der Shiva halt immerhin ein Anhaltspunkt. Ich persönlich kann hinter Faxardo jedoch stehen, da sein Hintergrund doch etwas anders ist als der vom TV-Wahrsager, der sein Können durch einen Unfall erlangt hat. eine 20 Kilogramm schwere Boxe ist ihm auf den Kopf gefallen. Also, wer mal jemanden zum Zuhören braucht, mal ausprobieren: Faxardo - Lebensberatung, Medium, Kartenleger, Zuhörer - so nennt er sich selber.

29. Januar 2010

Die Freitagmorgen-Fernwehplatte

Ja, liebe Kinder, früher hat man zu dem runden Dingens mit Musik drauf noch Platte gesagt. Heute in Zeiten von Mp3 ist dieser Ausdruck nicht nur beinahe unbekannt, sondern vorallem auch sinnlos. Denn schliesslich brauchts heute keine Holzkiste mehr mit ein paar schwarzen Vinylscheiben drin, sondern lediglich noch ein iPhone oder einen Laptop um seine Lieblingssongs jederzeit bei sich zu haben. Und so stellt man sich passend für den Anlass seine Songs auch gerne mal selber zusammen. Heute ist der letzte Freitag im Januar, bis Marseille gehts noch ein paar Wochen, draussen liegt Schnee und es ist kalt. Zeit für die Freitagmorgen-Fernwehplatte. Die wird mich heute in der Endlosschlaufe über den Tag retten... Wer sich Zeit nimmt für die Videos, es hat ein paar ganz besondere Schmankerl - inkl. Johnny Depp - mit dabei.

  1. Punition Kolektive - Marseille
  2. Patrick Bruel - J'te dis quand même
  3. Laura Pausini - Io canto
  4. El Matador - Génération Wesh Wesh
  5. Sarah Raini - Intouchable
  6. Laurent Voulzy - Derniers Baisers 
  7. Jean Jacques Goldman - Je marche seul
  8. Mory Kanté - Yeke Yeke 
  9. Desireless - Voyage Voyage
  10. Les Negresses Vertes - Zobi La Mouche
  11. Patrick Fiori - (Chez moi à) Marseille
  12. Jean Ferrat - Ma France 
  13. Mano Negra - Sidi H'Bibi 
  14. Stephan Eicher - Hemmige (live en Corse)
  15. Massilia Sound System - La Ville Est Malade
  16. Eduardo de Crescenzo - Ancora
  17. Eros Ramazzotti - Piu'che puoi
  18. Radiohead - Creep
  19. Charles Aznavour - Allez vai Marseille
  20. Serge Gainsbourg - Aux Armes 
  21. Noir Désir - A l'envers, à l'endroit

    28. Januar 2010

    Heute wird gemetzget! Warum eigentlich?

    Traditionell gibts ja in unserer Gegend jeweils zwei Mal die Möglichkeit eine währschafte Metzgete zu geniessen, einmal im Spätherbst und das zweite Mal dann im Winter. In diesen Tagen ist es also noch einmal soweit und die Viehzüchter, Metzger und Wirte tun sich zusammen um das eine oder andere Tier zu schlachten und anschliessend auf besondere Art und Weise zuzubereiten. Gut, ich weiss dass so eine Metzgete nicht unbedingt jeden Geschmack trifft, im Gegenteil sogar - viele Menschen ekeln sich sogar davor. Nur, was steckt eigentlich hinter diesem uralten Brauch, der sich vorallem in der Schweiz einer besonderen Beliebtheit erfreut?



    Blut- und Leberwürste kennt man in vielen Ländern. Die Metzgete als solche hat aber vorallem in der Schweiz eine lange Tradition. Es gibt sie, seit der Mensch sesshaft geworden ist und sich die Tierhaltung zu Nutzen gemacht hat. In den entbehrungsreichen Wintermonaten war es nicht möglich, den gesamten Tierbestand durch den Winter zu füttern. Nach der Schlachtung geht es darum möglichst viel der gewonnenen tierischen Produkte zu verwerten. Zur Haltbarmachung des Fleisches kannte man früher die Trocknung sowie das Räuchern oder Salzen des Fleisches, in neuerer Zeit ist das Tiefgefrieren dazu gekommen. Jene Produkte, die man nicht konservieren kann, müssen aber unmittelbar verwertet werden. Man verarbeitetet sie unter anderem zu Blut- und Leberwürsten; Produkte, die auch heute noch ohne Zugabe von Konservierungsstoffen sofort und am gleichen Tag genossen werden.

    Ab heute Abend bis zum Samstag gibts zum Beispiel im Aarauer Traditionslokal Alstadt eine leckere Metzgete, bei der werde auch ich wieder mit von der Partie sein. Ich gebs zu, ich mag zwar diese speziellen Würste sehr, aber mehr als zweimal im Jahr muss ich sie dann auch nicht zwingend haben. Blut- und Leberwürste an einer Zwiebelsauce, Röschti und Apfelschnitze gehören einfach zum Winter. Genau so wie ein leckere Fondue und ein tolles Racelette. Aber mir käme es jetzt nie in den Sinn bei der Metzgete jemanden zu einem solchen Mahl zu überreden. Entweder man hat es gern oder man hat es nicht gern. Punkt.

    Witziges Detail am Rande, in Zeiten der vegetarischen Ernährung: der VBL, der Verein zur Förderung des Ansehens der Blut- und Leberwürste in Rieden, hat sich der Erhaltung einer authentischen Metzgete verschrieben. Wie der Name schon sagt, setzt man sich mit dem Verein für den gtuen Ruf und vorallem die Erhaltung der traditionellen Metzegete ein.

    PS: Spenden & Bloggen für Haiti!!