16. November 2010

Stefan Raab versteht keinen Spass

Die Zeitschrift FOCUS hat Ende Oktober ein ausführliches Portrait über Stefan Raab veröffentlicht, dabei haben die Reporter versucht, etwas über das Privatleben des beliebten Moderators herauszufinden. Wie es scheint, mit beschränktem Erfolg. In der aktuellen FOCUS-Ausgabe gibts nämlich eine ausführliche Gegendarstellung von Stefan Raab - für den Berichte über sein Privatleben absolut tabu sind. Bis zum heutigen Tag weiss man offiziell nichts darüber und er hält seine Familie komplett aus den Medien raus. Entsprechend wehrt er sich nun in einem Schreiben wie folgt gegen die vermeindlichen Tatsachen im veröffentlichten Bericht: 

FOCUS veröffentlichte am 25.10.2010 auf Seite 161ff den Artikel "Will der nur spielen?" über mich.
1. In dem Artikel wird behauptet, ich hätte mit meiner Lebensgefährtin im Haus meiner Eltern gelebt.
Hierzu stelle ich fest, dass ich nicht mit meiner Lebensgefährtin im Haus meiner Eltern gelebt habe.

2. Daneben behauptet FOCUS, ich hätte mir beim Turmspringen das Jochbein gebrochen.
Hierzu stelle ich fest, dass ich mir beim Turmspringen nicht das Jochbein gebrochen habe.

3. Weiter heißt es: "Zur Gewinnmaximierung nimmt Raab mit schöner Regelmäßigkeit Schleichwerbung ins Programm. Und sein Sender zahlt in noch schönerer Regelmäßigkeit Strafen dafür."
Hierzu stelle ich fest, dass ich keine Schleichwerbung ins Programm nehme und mein Sender keine Strafen dafür bezahlt.

4. Weiter heißt es: "Er verdient auch mit am Beinahe-Erfolg eines Oliver Pocher und am Massenerfolg eines Mario Barth."
Hierzu stelle ich fest, dass ich an Oliver Pocher und Mario Barth nicht mitverdiene.

5. Weiter heißt es: "Seine TV-Karriere startet 1993. Raab fährt vor mit einem Wagen, auf dem in großen Buchstaben steht: "Metzgerei Raab".
Hierzu stelle ich fest, dass ich bei keinem Sender oder Produktionsunternehmen mit einem Wagen vorgefahren bin, auf dem "Metzgerei Raab" stand.

6. Weiter heißt es: "Der Metzgerssohn, der heute noch das Mettbrötchen mit Zwiebeln, Gurkenscheibe dazu, ganz hinten in seiner Stammkneipe schätzt (…)."
Hierzu stelle ich fest, dass ich nie Mettbrötchen mit Gurkenscheiben dazu esse und auch keine Stammkneipe habe.

7. Weiter heißt es: "Wenn der ,lieve Jong’ einmal die Woche von seiner Villa seine Eltern (…) besuchen kommt (…)."
Hierzu stelle ich fest, dass ich meine Eltern in unregelmäßigen Abständen besuche.

8. Weiter heißt es: "Die Nervosität steigert sich im Wochenrhythmus, wenn Raab auf die Quoten wartet."
Hierzu stelle ich fest, dass die Quoten meiner Sendungen am Folgetag im Teletext veröffentlicht werden.

9. Zudem wird behauptet, ich wäre anlässlich meines Grundwehrdienstes Politikern begegnet.
Hierzu stelle ich fest, dass ich anlässlich meines Grundwehrdienstes keinen Politikern begegnet bin.

10. Weiter heißt es: "Zu Terminen fliegt er gern mit dem eigenen Hubschrauber."
Hierzu stelle ich fest, dass ich keinen Hubschrauber habe.

11. Zudem wird behauptet, ich meide hartnäckig die (Gerichts)Öffentlichkeit"(…) – und das selbst auf die Gefahr hin, dass er ein Ordnungsgeld riskiert."
Hierzu stelle ich fest, dass ich stets rechtzeitig durch die Gerichte vom persönlichen Erscheinen entbunden wurde und niemals ein Ordnungsgeld riskiert habe.

12. Weiter heißt es: "Eine Dornröschen-Hecke umschließt den Garten, und nur manchmal reitet der Prinz auf seiner Harley-Davidson aus."
Hierzu stelle ich fest, dass mein Grundstück von keiner Hecke umschlossen ist und ich keine Harley-Davidson habe.

13. Weiter heißt es: "Zur September-Ausgabe seiner Millionenshow kommt Stefan Raab erst gerade eine Stunde vor dem Sendebeginn. In derselben Kleidung tritt er vor die Kameras. Sie riecht noch nach dem heimischen Grill."
Hierzu stelle ich fest, dass ich zur September-Ausgabe meiner Show früher als eine Stunde vor Sendebeginn erschienen bin, an dem Tag nicht gegrillt und meine Kleidung – wie vor jeder TV-Show – gewechselt habe. Diese Kleidung trug auch keinen Grillgeruch.

14. Weiter heißt es: "Die Metzgerfamilie Raab kauft sich ein ins Aloisiuskolleg in Bad Godesberg."
Hierzu stelle ich fest, dass ich mich für die Aufnahme ins Aloisiuskolleg beworben habe und erst nach einer persönlichen Vorstellung aufgrund einer Entscheidung des Kollegs aufgenommen wurde. Meine Familie hat sich nicht ins Kolleg eingekauft.

15. Weiter heißt es: "Schüler Stefan zieht in das Haus 'Stella Rheni’."
Hierzu stelle ich fest, dass ich nie im Haus "Stella Rheni" gewohnt habe.

16. Zudem wird behauptet, Stefan Raab habe sich vor einem Modellschiff aufgebaut und gesagt: "Das wär's, einmal mit einem Segelschiff um die Welt."
Hierzu stelle ich fest, dass ich mich weder vor diesem noch vor einem anderen Modellschiff aufgebaut und keine solche Äußerungen vor dem Modellschiff getätigt habe.

17. Weiter heißt es: "Die Gitarre hat Stefan Raab stets dabei. Wenn er (…) im Tor steht, liegt sie griffbereit hinterm Netz. Geht im Spiel etwas schief, singt Stefan sofort sein Spottlied."
Hierzu stelle ich fest, dass ich niemals meine Gitarre griffbereit hinterm Netz hatte. Ich habe auch keine Spottlieder auf dem Spielfeld gesungen.

18. In der Bildunterzeile des Fotos auf S. 162, das ein Modellschiff zeigt, heißt es: "Sein Traumschiff – im Internat".
Hierzu stelle ich fest, dass das Modellschiff nicht mein Traumschiff ist.

19. In der Bildunterzeile des Fotos auf S. 163, das ein Klassenzimmer zeigt, heißt es: "Seine Klasse – im Internat".
Hierzu stelle ich fest, dass es sich nicht um mein Klassenzimmer handelt.

20. In der Bildunterzeile des Fotos auf S. 166, das ein Mettbrötchen zeigt, heißt es: "Sein Brötchen – in der Kölschkneipe".
Hierzu stelle ich fest, dass es sich nicht um mein Mettbrötchen handelt.
Köln, den 10.11.2010
Stefan Raab

Nun, man könnte jetzt sagen, dass der Stefan Raab keinen Spass versteht und das, obwohl er sich doch regelmässig über andere Menschen lustig macht. Ich kann mir allerdings bei der Gegendarstellung ein Schmunzeln nicht verkneifen und vermute dahinter eine gute Prise Sarkasmus. Oder aber ich täusche mich und Raab ist wirklich ein pingeliger Nörgler. Wie sagt er jeweils selber so schön? "Man weiss es nicht, man weiss es nicht." Natürlich konnte auch FOCUS die Gegendarstellung nicht einfach unkommentiert stehen lassen und liess die folgenden Zeilen abdrucken: 
"Bekannt ist STEFAN RAAB, 44, als Spaßvogel und als Musikfreund, der Lena Meyer-Landrut großgemacht hat. Eine andere Seite zeigt Raab, wenn es um die eigene Person geht. Dies verrät diese Gegendarstellung, die FOCUS mit Blick auf den Informationsgehalt sehr gern druckt. Schon zu Beginn der Recherche zum Stefan-Raab-Porträt "Will der nur spielen?" hatte der Medienunternehmer mit rechtlichen Schritten drohen lassen. FOCUS recherchierte trotzdem. Reporter gingen ins Handelsregister, sie sprachen mit Nachbarn und Weggefährten, mit Mitschülern und Jugendfreunden, mit Anwälten, einstigen Lehrern und Priestern. Einige haben schon angeboten, ihre Erinnerungen mit eidesstattlichen Versicherungen zu unterstützen. Den Wahrheitsgehalt der Gegendarstellung wollen wir nicht kommentieren. Unseren Lesern, die sich ein eigenes Bild machen möchten, empfehlen wir besonders die Punkte 6, 18 und 20."

15. November 2010

Tele AMEIS Aktuell: FC Aarau-Umfrage

2:3, nach 2:1-Führung - im heimischen Brügglifeld-Stadion. Nur eine Woche nach der 1:7-Schlappe gegen Biel/Bienne und erst einen Monat nach dem Cup-Out gegen Kriens. Nicht einmal  Kickboxen oder die Bittschrift des Kapitäns konnten da dem FCA noch helfen! Matthäus am letzten... dies fand auch TeleAMEIS und schickte seine achtsprachige Reporterin Annekäthi Suwarow-Hugentobler mit einem Mikrofon bewaffnet auf die Pirsch. Sie hat im Anschluss an die enttäuschende Niederlage des FC Aarau gegen Delémont in einem stadtbekannten Club frustrierte Matchbesucher angetroffen. Das Ergebnis ihrer Meinungsumfrage sehen Sie in diesem schockierenden Filmdokument, in dem eine ziemlich schöne Frau in einem schlecht ausgeleuchteten Club spannende, seriöse und knallhart recherchierte Fragen stellt:

13. November 2010

Der Song zum Wochenende

Heute muss es fetzen, schliesslich gibts noch viel zu tun bis zur Party heute Abend. Bar einrichten, Platten herrichten, Bier kalt stellen, aufräumen und Staub saugen. Ja, halt die üblichen Sachen. Darum Vollgas mit Supershirt und ihrem Song "8000 Mark". Den gibts übrigens in verschiedenen Versionen, ich hab mich für die tecchnoide Ausgabe entschieden, mit dem offiziellen Video - welches ich btw noch recht speziell finde. Viel Spass damit!

12. November 2010

Was bitte ist so toll an Victoria's Secret?

Und diese Frage ist durchaus ernst gemeint. Jeden Abend verschaffe ich mir vor dem Schlafengehen noch kurz einen Überblick über die Nachrichtenlage dieser Welt. Sei es übers Radio, im Internet oder auch im TV. Gestern hab ich schnell Google-News durchgeschaut, war nicht wirklich viel los... ein bisschen Kachelmann-Prozess, eine Granate in Spreitenbach, die Bambi-Verleihung, Bushido im Spital und die üblichen Kriminalfälle. Doch Moment, auf Platz 1 der meist angeklickten Google News Beiträge ist... die Modeschau von Victoria's Secret? Oder wie es im Titel von RP Online steht: "Die grösste Desous Show der Welt!" Sage und schreibe 183 Beiträge zu diesem Thema, die fremdsprachigen Texte nicht einmal eingerechnet, bietet Google an. Ich hab mich dann gefragt, warum dieser Event von allen Medien so wahnsinnig prominent platziert wird. Mir persönlich sagt lediglich der Labelname etwas und dass Heidi Klum da mitmacht, aber sonst? Fehlanzeige. 


Trotzdem: Focus, die Welt, die Süddeutsche, Tages Anzeiger und so weiter, alle berichten und schwimmen mit dem Strom. Auch nach dem Durchlesen von zwei, drei Texten ist es mir weiterhin nicht wirklich klar, was so wahnsinnig besonders sein soll an dieser Show und den gezeigten Dessous. Oder anders gefragt, was unterscheidet dieses Wäsche Label von anderen Marken? Ausser der Preis vielleicht... Denn Heidi Klum war in diesem Jahr ja nicht einmal mehr dabei. Darum meine plumpe Vermutung: mit Speck fängt man Mäuse oder anders gesagt, Sex sells. Und weil es vermutlich sonst erotische Themen eher selten in angesehene Zeitungen schaffen, lockt man die Leser wenigstens einmal im Jahr über diese Victoria's Secret Show.

Denn, mal so unter uns Männern gesagt, so wirklich sexy ist diese Wäsche ja irgendwie auch nicht. Oder seh ich das falsch? Mir kommt sie eher bieder vor, aber das ist wohl Ansichtssache. Und dann noch diese Engelchen mit Flügelchen... Was für ein Fetisch ist das denn? Dieses scheinbar erfolgreiche "Engel"-Konzept reicht übrigens bis ins Jahr 1998 zurück. Damals traten Tyra Banks, Helena Christensen, Karen Mulder, Daniela Peštová und Stephanie Seymour zum ersten Mal als himmlische Boten auf. Die Unterwäscheschau wird am 30. November im US-Sender CBS ausgestrahlt. Bei den - für US-Verhältnisse - freizügigen Outfits, wie sie dürfte eine hohe Einschaltquote bereits sicher sein. Aber wenn wir schon beim Thema sind und ich mich als Banause geoutet habe - wirklich sexy find ich zum Beispiel die Sachen des Labels Agent Provocateur. Kein Plan warum, aber diese Art Dessous spricht mich wesentlich mehr an als dieses Engel-Gedöns mit all diesen genormten 0815-Models. Tja und darum, zur Feier des Tages - immerhin ist heute Freitag - stell ich ganz entgegen dem totalitären Victoria's Secret Strom ein paar nette Bilder der Agent Provocateur Herbst/Winter-Kollektion auf meine Seite. Viel Spass und nicht vergessen: Sex sells, das gilt auch für Blogs.