25. November 2011

Monsieur Fischer trifft... Emil Steinberger

Die "Email-Interviews" sind hier im Monsieur Fischer Blog schon fast zu einer kleinen, aber feinen, Tradition geworden. TV-Stars und -Sternchen, BloggerInnen, SportlerInnen, PolitikerInnen - schon ein paar gute Gespräche kamen über diese Form zustande. Heute darf ich aber ein Email-Interview präsentieren, an welchem ich besonders grosse Freude habe. Es ist quasi ein Em(a)il-Interview, das virtuelle Gegenüber war nämlich kein Geringerer als Emil Steinberger. Der wohl bekannteste und vermutlich auch beste Komiker der Schweiz, ein nationales Kulturgut! Wer von uns kennt nicht seine berühmten Nummern, auswendig, versteht sich. Emil hat mir im Gespräch Fragen zum Thema Senioren und Internet beantwortet. Immerhin hat der gute Mann Jahrgang 1933 und ist fleissiger Gast bei Facebook oder betreibt eine tolle Homepage. 

Hier meine Fragen und die Antworten von Emil, man beachte insbesondere die allerletzte Antwort... 

1. Emil Steinberger, mit fast 5000 Freunden gehören Sie bei Facebook (und nicht nur da!) zu den beliebtesten Schweizern. Warum sind Sie bei Facebook? 

Emil Steinberger: So eine gewaltige moderne Einrichtung kann man nicht negieren. Zu den 5000 Freunden kommen noch über 5000 Fans, die sich scheinbar über mein Leben informieren möchten. Umgekehrt interessiert es mich auch was so Leute in ihrem Leben wichtig finden und mit ihnen Meinungen austauschen, das heisst also mit Menschen, denen ich sonst nie begegnen würden. 

2. Jahrgang 1933. Damit gehören Sie zur sogenannten Best Ager oder Silver Surfer Generation. Wie fühlen Sie sich unter all "den Jungen" bei Facebook? 

Emil: Alter spielt doch überhaupt keine Rolle, Gedankenaustausch kann immer interessant sein, unbeachtet des Jahrgangs. Bin froh, habe ich in deer Schule das Zehnfinger-System gelernt, Es hilft ganz gewaltig. 

3. Wie waren Ihre ersten Erfahrungen mit Facebook?

Emil: Am Anfang wollte ich allen eine Antwort geben, aber das raubte mir doch viel zu viel meiner Zeit. Es gibt Freunde oder Fans, die interessante Gedanken übermitteln, bei andern spürt man eine gewisse Scheu, mit dem Emil kommunizieren zu dürfen. Aber es bessert dann schnell, sobald ich ein normales Lebenszeichen gebe. Mich stört einwenig der Austausch im 
Schweizerdialekt, weil viele Deutsche  das gar nicht entziffern können. 

4. Welche Vorteile sehen Sie in den neuen Plattformen? 

Emil: Die Vielseitigkeit der Menschen ist schon sehr interessant, die man durch Facebook sofort spüren kann. Ich gönne es vielen Menschen, die abgelegen wohnen und fast keine Gelegenheit haben, Leute zu treffen um Gespräche zu führen. Facebook gibt denen wirklich ein Geschenk in die Hand. Ich hatte etwas Mühe, nachdem die 5000er Grenze erreicht war, 
die Leute auf die "Fan-Seite" zu bringen. Ich behandle beide Gruppen genau gleich, Freunde und Fan, kein Unterschied beim Facebook. 


5. Was gefällt Ihnen nicht bei Facebook? 

Emil: Facebook ist natürlich ein Zeitfresser. Sofort ist eine Stunde vorbei, man wird nervös, weil man so viel anderes erledigen sollte. Längere Zeit das Facebook zu ignorieren aus Zeitgründen, schmerzt auch, weil es fast unhöflich ist, Menschen lange Zeil kein Lebenszeichen zu geben. Das ist auch ungesund, dieser Schmerz.

6. Wie nutzen Sie das Internet sonst?

Emil: Korrespondenz, Interviews beantworten, Nachforschungen, Routenpläne mit Zeitangaben zu machen, Zeitungen lesen - es ist für mich eine ganz verrückte Einrichtung, ein technisches Wunder, es wird mir immer bewusst.

7. Zum Schluss ein kurzer Blick zurück, wie würde DER EMIL wohl auf so etwas wie Facebook reagieren? Er war ja teilweise schon mit dem Telefon, dem Telegraph oder am Postschalter überfordert...

Emil: Der "EMIL" würde vermutlich heute immer noch in den Erklärungen hängen bleiben, bis er jeden Satz verstanden hat. Internet für Dummies hat er schon dreimal durchgearbeitet, aber
hatte noch nie den Mut, den Compi einzuschalten, weil er immer noch glaubt, er könnte die falsche Taste drücken  und dann nicht mehr aus dem System rauskommen. Mit dem Tintenstrahldrucker will er nichts zu tun haben, nachdem er  gelesen hat, dass die  Düsen die die Farbe mit einer Geschwindigkeit von 54 km pro Sekunde rausschleudern und sofort trocken sind. Das hat mit Hexerei zu tun. Und kosten erst noch 39 Euro. 

Mit herzlichen Grüssen 
Emil Steinberger 

Danke und lieber Gruss zurück, Reto Fischer aka Monsieur Fischer


Dieses Interview unterliegt den gängigen Copyright-Bestimmungen dieses Blogs!

24. November 2011

Grüsse aus dem Nebelloch

Unter Nebel (althochdeutsch nebul, verwandt mit lateinisch nebula, und griechisch νέφηλη (nephele) oder νέφος = „Wolke“) versteht man in der Meteorologie einen Teil der Atmosphäre, in dem Wassertröpfchen fein verteilt sind, und der in Kontakt mit dem Boden steht, wobei die Wassertröpfchen durch Kondensation des Wassers der feuchten und gesättigten Luft entstanden sind. Fachlich gesehen ist Nebel ein Aerosol, in der meteorologischen Systematik wird er jedoch zu den Hydrometeoren gezählt. Das schreibt Wiki über den Nebel. Ich sage: F*** Y** Nebel! 


Seit einem gefühlten halben Jahr steh ich jeden Morgen auf und muss mir keine Gedanken machen, was ich anziehen soll oder ob ich gar eine Sonnenbrille brauche. Nein, Nebel so weit das Auge reicht. Und es reicht nicht weit. Denn von Nebel wird nur bei einer Sichtweite von unter 1 Kilometer gesprochen. Der Rest gilt als Dunst. Aber auch das hilft mir nicht weiter. Ich kann diesen doofen weissen Mist nicht mehr sehen. Besonders die Region um Aarau ist verseucht, wie eine Statistik beweist, wir gelten sogar als Nebelloch. Welch Ehre... 

90-100% Nebeltage im Winterhalbjahr ("Nebellöcher"): Murten / Morat, Lyss, Biel / Bienne (dichter Nebel), Grenchen (dichter Nebel), Solothurn (dichter Nebel), Olten (dichter Nebel), Zofingen (dichter Nebel), Aarau (dichter Nebel), Lenzburg (dichter Nebel), Wohlen, Hochdorf, Cham, Kloten (Hochnebel), Winterthur (Hochnebel), Frauenfeld (Hochnebel), Weinfelden (z.T. dichter Nebel), Amriswil, Dotzwil, Romanshorn, Arbon

Der Sonnenschein ist direkt für unsere Gesundheit verantwortlich. Die Sonne ist für die Bildung von Vitaminen und für die Gesundheit verantwortlich. Sonnenloses Leben ergibt mehr Depressionen. Die Wetterstatistik der Schweiz, die Nebeltage als "Sonnentage" bezeichnet, ist also gleich in mehrfacher Weise eine Lüge, wenn nicht sogar Körperverletzung. Okay, man könnte sich den Wohnort gemäss Nebeltagen aussuchen oder man wechselt gleich das Land, weil fast der gesamte schweizer Wirtschaftsraum gemäss Nebelstatistik eigentlich unbewohnbar ist. Dass es in Aarau ein Transportunternehmen gibt, dass Nebel heisst, muss wohl Galgenhumor sein.

Nebel, geh weg. Nicht jeder hat Zeit Tag für Tag über die Nebelgrenze zu reisen, es soll Menschen geben, die arbeiten müssen. Erst recht wird das schwierig, wenn die Obergrenze dann noch bei 1500 Metern liegt. Du blöder Nebel, du. Grüsse nach Basel, da scheint - laut Statistik - das Wort Nebel nicht einmal bekannt zu sein. Dafür habt ihr die Chemie, ätsch! 

23. November 2011

Cher Monsieur Christophe Darbellay

Jesses Maria und Josef (passt ja irgendwie zu Ihrer Partei) was haben Sie da für einen Blödsinn erzählt. Das stellte sogar fast schon Frau Balzarini in den Schatten. Bei ihr gehören leicht seltsame Aussagen ja irgendwie zum guten Ton als Ex-Ex-Ex Miss. Aber Sie wollen immerhin Präsident einer Schweizer Partei sein. Ok, dass dies nicht auch gleich mit Intelligenz gleichzustellen ist, lässt sich durch die Aussage "Wir würden auch nicht plötzlich Kokain legalisieren, weil es eine halbe Million Konsumenten gibt" im Zusammenhang mit der Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare schon fast beweisen.

Zugegebenermassen, die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare ist ein etwas heikles Thema. Und leider sind da wir Menschen selbst Schuld. Oder kennen Sie ein Kind, dass mit dem hinterwäldlerischen Gedanken auf die Welt kam, dass Schwule und Lesben keine Kinder adoptieren dürfen? Nöp, also ich nicht. Vielleicht sollte man endlich mal beginnen dieses Thema zu enttabuisieren und Kinder so erziehen, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass sich auch zwei Männer oder zwei Frauen lieben können. Dann würde wohl auch das einzige Argument, welches gegen eine Adoption spricht, nämlich, dass die Kinder von anderen Kindern in der Schule gehänselt werden könnten, wegfallen. Und was noch hinzukommen würde (da Kinder ja auch mal gross werden...), sie würden als Präsi der Bundesratspartei nicht einen Teil des Volkes diskriminieren.

Aber eben, grundsätzlich muss oder darf dazu jeder und jede selbst eine eigene Meinung haben... doch für ihre oben zitierte Aussage, dürfen wir Ihnen mit grosser Freude unsere kotzende Giftnudlä verleihen und verbleiben mit diesem wunderschönen, in ähnlicher Form auf Facebook gelesenen, Zitat: "Kokser haben im Gegensatz zu CVP Politikern wenigstens eine Linie."



Alles Liebe, Dimi (und Monsieur Fischer)

Geklaut bei: Dimi's Welt