9. August 2007

Lockstoff - Yauu (inkl. Verlosung!)

Schweizer Mundart Rock- und Popmusik kommt in der Regel auf Berndeutsch daher. Doch bekanntlich gibt es keine Regel ohne Ausnahme und so tauchen in regelmässigen Abständen immer mal wieder Bands am nationalen Pophimmel auf, die sich die "Frechheit" erlauben abseits von Polo, Flöru, Plüsch und Co. gute Musik zu machen.

Die Baselbieter haben ihren Baschi, der Ostaargau den Adi Stern, das Wallis die Sina und in den Agglos von Luzern und Zürich gibts auch viel Gutes zu hören. Bloss, wen haben wir?
Blöde Frage, Lockstoff natürlich!


Morgen Freitag erscheint bereits ihr drittes Album. Und auch dieses Mal gibt es locker-flockig arrangierte Popsongs im äusserst sympathischen Westaargauer Dialekt. Die neue Scheibe hört auf den Titel "Yauu!" und dieser Lustschrei ist denn auch gleich als allererstes auf der CD zu hören. Mit "Yauu!" startet nämlich die Single "Schneller, höcher, wiiter". Schwungvolles Klavier, begleitet vom Schlagzeug und ab geht die CD.

Etwas ruhiger wird es beim Track Nummer 3 "I glaub a dee". Wobei die Ruhe etwas trügerisch ist und der Song dann mit seinen Gitarreneinsätzen irgendwie an "Creep" von Radiohead erinnert. "Ständig unterwägs" rockt dann wieder ab und verspricht schon mal viel Action bei den Live-Auftritten die in den nächsten Wochen anstehen. Wenn die Band auf der Bühne so abgeht, wie es gewisse Titel auf dem neuen Album vermuten lassen, dann kommt Freude auf.

"I hebe ab" ist, neben "Haue ab vo do" und "Tüfethal", einer meiner Favourits auf der neuen Platte. Wiederum dominieren Piano (Keyboard) und Schlagzeug das Geschehen, begleitet von der Gitarre. Der Refrain ist aber gut gelungen und hat viel Mitsing-Potential. Lockstoff das sind übrigens 6 Jungs aus der Region Aarau. Dreh- und Angelpunkt der Band sind die Brüder Martin und Thomas Garcia, welche alle Texte und Melodien geschrieben und das Cover gestaltet haben. Zudem sind die beiden auch ausserhalb des Bandlebens in und um Aarau immer wieder für eine Party oder einen Kunstevent gut. Stichwort Boiler!

Seit 1993 sind die 6 Herren inzwischen gemeinsam unterwegs. Wo ihre Wurzeln sind lässt sich beim Titel "Tornado" ansatzweise erahnen. Die Samples erinnern - ok, nur ganz wenig - an die früheren Depeche Mode-Zeiten. Da waren Lockstoff für ihre grossartige Interpretation von Dave, Martin und Co. bekannt. Ich selber mag mich noch gut an zwei, drei tolle DM-Events Mitte der 90er erinnern. Aber eben, diese Zeiten sind Vergangenheit. Auf dem ersten Album (2001) gab es noch elektronische Sachen zu hören. Seit "Nachtschwimmer" aus dem Jahr 2004 haben allerdings die Gitarren Einzug gehalten.

Zurück zum aktuellen Album "Yauu!" angelangt beim Song "TV-Star" lohnt es sich auch mal auf die Texte zu hören. Das Lied erzählt von nem Mädchen, das so gerne bei einer Fernseh-Casting-Show mitmachen würde. Eine liebenswerte Geschichte, Happyend inbegriffen. Wenn auch mit einem zünftigen Augenzwinkern. Beim nächsten Titel ist es dann kein Mädchen mehr, sondern ein Mann, genauer ein "Superman" dessen Geschichte es zu hören gibt. Ein paar Slide-Gitarren machen den Song zum Easy-Listening-Ereignis.

Total bietet das Album, das morgen Freitag in die Läden kommt 12 Songs. Solides Schweizer Pophandwerk mit einem zünftigen Schlag elektrisch verstärkter Gitarren. Die Stimme von Sänger Thomas Garcia sorgt bei jedem Song für das spezielle Gefühl, das Lockstoff ausmachen. Hat er früher noch Dave Gahan nachgemacht, ist Garcias Stimme inzwischen zu einer eigenen Persönlichkeit angewachsen. Wer also nicht immer nur Berndeutsch hören möchte, dem bietet die neue Lockstoff-Scheibe mehr als nur eine Alternative. Die meisten Songs sind ideal für den iPod, unterwegs im Auto oder zu Fuss bei nem Spaziergang der Aare entlang.

Besonders darf gespannt darf man aber darauf sein, wie die Band das neue Album live umsetzt. Wer sich davon selber ein Bild machen möchte, der kann heute Abend in Aarau die Plattentaufe besuchen. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos zum Auftritt heute und zu den nächsten Konzerten gibt es hier: http://www.lockstoff.net/index.php

Eine CD gibts jetzt hier zu gewinnen. Die Preisfrage: Aus welcher Aargauer Gemeinde kommt die Band Lockstoff ursprünglich?? Wer mir die richtige Antwort bis Sonntag per Email zustellt, kommt in die Verlosung. Mailkontakt gibt es hier.

8. August 2007

Ist der Winter schon da?



Unser Abendessen lässt zumindest darauf schliessen, dass die kalten Monate nicht mehr weit entfernt sein können: Fondue-Zeit mitten im Sommer, am 08.08.07. Aber total lecker!

Ich war an Gülcans Hochzeit

Gestern Abend, live mit dabei. Ehrlich. Im Saal des Colombia Hotels in Lübeck-Travemünde gaben sich Viva-Moderatorin Gülcan Karahanci und Sebastian Kamps um 22 Uhr 04 das Ja-Wort. Es folgte ein langer Kuss und aus Frau Karahanci wurde Frau Kamps. Was ihr im ersten Moment übrigens noch nicht ganz bewusst war, so hat sie nicht wirklich reagiert, als sie vom Standesbeamten mit ihrem neuen Namen angesprochen wurde.

Mit mir waren gestern Abend aber vermutlich noch ein paar Millionen anderer Menschen mit von der Partie, die Hochzeit wurde nämlich live von Pro7 übertragen. Ich hab das - ganz ehrlich - gar nicht gewusst, dass es diese Hochzeit im TV gibt. Bin rein zufällig nach den Nachrichten da reingestolpert und dann hängen geblieben. Moderiert hat den Anlass eine mir unbekannte dunkelhaarige Frau mit Namen Natascha, zusammen mit Steven Gätjen und dem Sat1-Torgen-am-Morgen. Letzterer hat das ganze äussert rührend gemacht, ich hatte gar den Eindruck, dass er kurz nach dem Ja-Wort sogar ein paar Tränchen verdrückt hat.

Unter den geladenen Gästen waren Promis wie Mola Adebisi, Lucy Diakovska, Kai Ebel und so weiter. Die Musik kam von Natasha Bedingfield und Scooter live sowie von Robbie Williams ab Band. Ausserhalb der Absperrung wohnten zudem rund 3000 Zaungäste der Veranstaltung bei.

Gülcan kam in einer grossen Kutsche mit weissen Pferden angefahren, während ihr Zukünftiger eine Rennbolide mit vermutlich 500 Pferden unter de Haube vorgezogen hat. Empfangen wurde die Vielrednerin dann von ihrem Vater, einem ehemaligen Boxer, der ebenfalls Pipi in den Augen hatte. Für die TV-Zuschauer gab es bis zum Ja-Wort viele Hintergrundberichte. Da gab es zum Beispiel den ersten TV-Auftritt der Türkin oder eine Geschichte, wie sich das Paar kennengelernt hat. Der Bräutigam heisst ja mit Nachnamen Kamps und kommt aus Düsseldorf. Gehört so viel ich weiss zu der Bäcker-Dynastie und hat - würd ich mal tippen - ausgesorgt was die Zukunft angeht.

Nach fast 2 Stunden Vorberichten - ich hab zwischendurch mal zu Bayern gegen Real Mallorca umgeschaltet und noch ein paar Sachen im Haus erledigt - kam es dann gegen 22 Uhr endlich zum grossen Finale. Er mit nach hinten geschleimten Haaren im dunklen Anzug. Sie mit einem weissen Kleid, Bauch nur von einem Hauch von Tüll verdeckt und massiv geschminkt. Beide tierisch nervös. Trauzeugen erzählen was von Altbier und ewiger Treue in einer Männerfreundschaft. Und schwupps, war Gülcan weg vom Markt.

Die Frau mit einer Schnauze wie ein Maschinengewehr hat irgendwie ne besondere Ausstrahlung. Ich fand sie immer sehr unterhaltsam in irgendwelchen Comedy-Panels, wenn sie mir auch nach etwa 30 Minuten regelmässig auf den Geist ging mit ihrem Geplapper. Aber eben, schliesslich hat sie ja den Kamps geheiratet und der muss sie nun bis dass der Tod sie scheidet ertragen. Um die Hochzeitsnacht beneide ich ihn eventuell, obwohl ich vermute, dass die ehemalige Fräulein Karahanci nicht mal da ihr Maul halten konnte.

Ich wünsche dem Paar alles Gute und viele kleine Plappermäuler. Wir werden - analog Frau Connor - wohl auch in Zukunft jedes kleinste Detail dieser Ehe mitkriegen. Spannend bleibt nun einzig, wer das nächste Paar ist, das live bei Pro7 heiraten wird. Dieter Bohlen und seine Carina? Oder vielleicht entscheidet er sich ja am Schluss doch noch den Mark Medlock zu nehmen und Pro7 präsentiert: "The First Gay Promi Hochzeit live on Pro7, presented by Schneekoppe"

7. August 2007

Modern Times 2007

Wenn Du die folgenden zehn Punkte durchliest und mehr als 3 Mal zustimmend nickst, dann könnte es durchaus sein, dass Dich das 21ste Jahrhundert etwas überfordert. Ich empfehle Urlaub im Dorf der SF-Pfahlbauern von Pfyn....

  1. Du weißt nicht, dass man Solitaire auch mit echten Karten spielen kann.
  2. Du hast 15 verschiedene Telefonnummern um deine 3köpfige Familie zu erreichen.
  3. Die meisten Witze, die du kennst, hast du in E-Mails und Webforen gelesen (wie diese Liste übrigens auch)
  4. Du sitzt seit 4 Jahren am gleichen Schreibtisch und hast dort für drei verschiedene Firmen gearbeitet.
  5. Wenn Du einen 90 Minuten Film im Fernsehen gucken willst, musst du dir drei Stunden Zeit nehmen wegen der Werbeunterbrechungen.
  6. Du suchst verzweifelt die Tasten "STRG, ALT und ENTF" auf deiner Fernbedienung, wenn der Fernseher auf Grund einer Sendestörung rauscht.
  7. Die Verkehrslage ließ es noch nie zu, in Deinem Auto den vierten oder fünften Gang auszutesten.
  8. Deine Eltern beschreiben Dich und Deinen Beruf mit "er macht was mit Computern".
  9. Du liest die Uhrzeit von Deinem Handy, und nicht von Deiner Armbanduhr ab.
  10. Du versuchst beim Mikrowellenherd dein Passwort einzugeben und musst dir daneben mindestens 10 verschiedene Geheimzahlen und Pins merken.

Aus Fans werden Bombenleger

Ok, der Verdacht liegt vielleicht tatsächlich nahe, dass sich in der Schweizer Hooligan-Szene Jugendliche tummeln, die rechtsextremes Gedankengut vertreten. Ebenso ist unbestritten, dass es in Fussballstadien immer mal wieder Pyroaktionen gibt. Aber darum geht es in dieser Online-Blick Story gar nicht. Der Blick stellt darin die Frage, ob man Grossanlässe in Zukunft besser meiden sollte. Aus Sicherheitsgründen. Auf dem Rütli ist am 1. August ein Sprengsatz explodiert und in der Berner Reithalle gab es scheinbar auch Auseinandersetzungen bei denen es geknallt hat. Die Polizei geht in beiden Fällen von Neonazis als Tätern aus. Soweit die Fakten, daran gibts nichts zu rütteln.

"Witzig" oder vielleicht besser gesagt bedenklich an der ganzen Sache ist nun aber, dass für die Geschichte um die von Sprengsätzen bedrohten Grossanlässe und die Story im Sonntagsblick vom Sonntag vor einer Woche über die Schweizer Hooliganszene das gleiche Foto herhalten musste.

Im einen Fall waren drei junge Männer mit Fackeln in der Hand "schuld daran", dass es im Schweizer Fussball soviel Gewalt gibt. Im aktuellen Bericht müssen nun die gleichen 3 Typen visuell dafür her halten, dass bei öffentlichen Anlässen die Sicherheit nicht mehr garantiert werden kann und uns Bomben (Zitat Blick) drohen. Von Veranstaltungen die mit Fussball zu tun haben ist im aktuellen Bericht übrigens nicht mal die Rede. Da hat der Bildredaktor wohl in der Ringier-Datenbank einfach mal sowas wie "Pyro, Sprengsatz, Feuerwerk" eingegeben und schwupps wurden aus den "Hohlköpfen" vom vorletzten Sonntag.... (Foto unten aus dem SoBli mit Bildlegende)

Trotz Stadion und Rayonverborten werden sich während der jetzt gestarteten Schweizer Fussballmeisterschaft wieder Hooligans und Ultras von ihrer übelsten Seite zeigen.

.... dann plötzlich Bombenleger und Rechtsextreme. (Foto unten aus dem Online-Blick von heute).